Das Wetter in Westheim, Lingenfeld und Lustadt in der Pfalz, 19.08.2026 bis 20.08.2026

Der Wetterbericht für die südpfälzischen Nachbargemeinden Westheim, Lingenfeld und Lustadt zeigt für den 19.08.2026 und 20.08.2026 einen markanten Übergang von einer schwül-warmen, gewittrigen Vorderseitenanströmung hin zu einer kühleren, stabileren postfrontalen Nordwestströmung. Die führenden Global- und Regionalmodelle (ECMWF, GFS, ICON, ARPEGE, GEM, NAVGEM, WRF sowie die hochauflösenden AIFS und ICON-D2) stimmen in der großräumigen Entwicklung gut überein, zeigen jedoch Phasenverschiebungen bei den konvektiven Niederschlagsspitzen.

Synoptischer Wetterbericht für Mittwoch, den 19.08.2026

Morgen
In den frühen Morgenstunden dominiert hochreichende Restbewölkung der vergangenen Nacht, die die Sonne zunächst kaum durchlässt. Örtlich bilden sich durch die extrem hohe bodennahe Luftfeuchtigkeit von 88 % bis 95 % flache Dunst- oder Nebelfelder aus, die sich jedoch nach Sonnenaufgang zügig auflösen. Die Temperaturen bewegen sich in allen drei Gemeinden auf einem milden Niveau zwischen 17 °C und 19 °C. Der Wind weht nur schwach aus südwestlicher Richtung. Der Luftdruck liegt stabil bei etwa 1013 hPa, während der Taupunkt mit 17 °C bis 18 °C bereits ein unangenehm schwüles Empfinden ankündigt.

Vormittag
Die Wolkendecke bricht zeitweise auf, sodass sich Westheim, Lingenfeld und Lustadt über erste sonnige Abschnitte freuen können. Das hochauflösende ICON-D2 simuliert eine rasche Erwärmung auf 22 °C bis 24 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt leicht auf 75 %, während die Taupunkte konstant hoch bei knapp 18 °C verharren – die Luftmasse wird zunehmend instabil und labilisiert. Es fällt noch kein nennenswerter Niederschlag, der Südwestwind frischt im Mittel leicht auf 10 bis 15 km/h auf.

Nachmittag
Am Nachmittag erreicht die Schwüle ihren Höhepunkt, und die Temperaturen steigen auf sommerliche Höchstwerte von 26 °C bis 29 °C (gefühlt durch den Hitzestress nahe 30 °C). Zeitgleich verdichtet sich die Quellbewölkung massiv. Der Wind dreht auf West und frischt in Böen auf 30 bis 35 km/h auf, im Umfeld von Schauern sind erste Sturmböen möglich. Der Luftdruck beginnt leicht zu fallen. Die Modelle WRF und ARPEGE signalisieren ab ca. 15:00 Uhr die Auslöse erster heftiger, lokal begrenzter Schauer.

Abend
Der Abend gestaltet sich synoptisch hochgradig turbulent, da eine Kaltfront die Region von Westen her erfasst. Es kommt zu schauerartigem, teils langanhaltendem Starkregen, wobei die simulierten Mengen je nach Modell stark zwischen 2 und 12 l/m² schwanken. Die Temperaturen gehen auf 22 °C bis 25 °C zurück. Die Luftfeuchtigkeit klettert wieder auf über 85 %, der Wind dreht von West auf Nordwest und bleibt in Böen ruppig.

Nacht
In der Nacht auf Donnerstag zieht die Hauptniederschlagszone langsam nach Südosten ab. Es regnet zeitweise weiter, die Intensität lässt in der zweiten Nachthälfte laut ECMWF und GFS aber spürbar nach. Die Wolken lockern allmählich auf, Nebel spielt wegen des anhaltenden Windes kaum eine Rolle. Die Tiefstwerte sinken auf kühlere 16 °C bis 18 °C ab. Die Schwüle weicht, da der Taupunkt auf angenehmere 14 °C fällt.

Synoptischer Wetterbericht für Donnerstag, den 20.08.2026

Morgen
Der Donnerstagmorgen startet in der Pfalz deutlich erfrischter und postfrontal geprägt. Der Himmel zeigt sich wechselnd bewölkt mit letzten abziehenden Tropfen. Die Temperaturen liegen bei kühlen 16 °C bis 17 °C. Die Luftfeuchtigkeit ist mit über 90 % morgendlich hoch, Dunstschichten lüften jedoch schnell aus. Der Wind weht mäßig, in Böen zeitweise frisch aus Südwest bis West, wodurch der Luftdruck wieder leicht anzusteigen beginnt.

Vormittag
Im Laufe des Vormittags stellt sich ein klassischer Wechsel aus Sonne und ausgedehnten Quellwolken (Cumulus humilis bis mediocris) ein. Die Temperaturen klettern auf moderate 18 °C bis 21 °C. Dank der eingeflossenen subpolaren Meeresluft sinkt die relative Luftfeuchtigkeit rasch auf rund 65 % ab. Es bleibt in Westheim, Lingenfeld und Lustadt weitgehend trocken, der Wind weht gut spürbar aus westlicher Richtung.

Nachmittag
Der Nachmittag bringt einen freundlichen Mix aus viel Sonnenschein und harmlosen Wolkenfeldern. Die Höchsttemperaturen erreichen vollkommen unbeschwerliche 22 °C bis 24 °C. Die Schwüle ist komplett ausgeräumt, da die Taupunkte auf tiefe 11 °C bis 13 °C absinken. Die relative Luftfeuchtigkeit geht auf angenehme 45 % bis 50 % zurück. Der Westwind erreicht im Mittel Geschwindigkeiten um 15 bis 20 km/h mit vereinzelten Spitzenböen bis 35 km/h.

Abend
Zum Abend hin fallen die Quellwolken in sich zusammen und der Himmel klart zunehmend auf. Die Temperaturen gehen im Zuge der herannahenden Strahlungskühlung zügig auf 18 °C bis 21 °C zurück. Der Wind flaut spürbar ab und dreht schwach auf südwestliche Richtungen. Der Luftdruck stabilisiert sich auf einem normalen Niveau.

Nacht
Die Nacht zum Freitag verläuft unter einem nahezu wolkenlosen Himmel und absolut trocken. Die Abkühlung ist markant: Die Temperaturen sinken auf herbstlich anmutende Tiefstwerte von 13 °C bis 15 °C. In windgeschützten Senken um Lustadt kann sich feuchter Strahlungsnebel bilden. Der Taupunkt liegt bei kühlen 10 °C, die Luftfeuchtigkeit nähert sich der Sättigungsgrenze von 95 %.

Genaue Analyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten

Die konvektiven Parameter der verschiedenen Wettermodelle zeigen für den Mittwoch (19.08.) ein signifikantes Potenzial für Schwergewitter, während das Risiko am Donnerstag (20.08.) praktisch auf null sinkt.

  • Mittwoch (Nachmittag und Abend): Das sensible Zusammenspiel aus hoher Einstrahlung im Süden und dem Herannahen einer Tiefdruckrinne lässt die Gewitterwahrscheinlichkeit ab 15:00 Uhr sprunghaft auf 65 % bis 80 % ansteigen. Das hochauflösende ICON-D2-Modell sowie das WRF-Modell simulieren für den Raum Germersheim/Pfalz moderate CAPE-Werte (konvektive verfügbare potenzielle Energie) von 600 bis 1000 J/kg, gepaart mit einer hohen auslösbaren Feuchtigkeit in den unteren Luftschichten (Taupunkte um 18 °C). Da gleichzeitig eine moderate vertikale Windscherung vorliegt, besteht eine erhöhte Gefahr für die Organisation der Gewitter in Clustern oder kurzen Linien. Das Hauptgefahrenpotenzial liegt dabei eindeutig beim lokalen Starkregen, da die Gewitterzellen aufgrund der Strömungsarmut in mittleren Schichten relativ langsam ziehen; punktuell sind Mengen von über 15 bis 25 l/m² in kurzer Zeit nicht ausgeschlossen. Lokal kann es zudem zu kleinkörnigem Hagel und stürmischen Böen (um 70 km/h) durch abkühlungsbedingte Downbursts kommen. ARPEGE und AIFS sehen den Schwerpunkt der intensivsten Entwicklungen zwischen 17:00 Uhr und 21:00 Uhr, wenn die eigentliche Kaltfront die instabile Warmluftmasse dynamisch heraushebt.
  • Donnerstag: Mit dem vollständigen Luftmassenwechsel in der Nacht wird die labile Schichtung komplett abgebaut. Das ECMWF- und das GFS-Modell zeigen für den gesamten Donnerstag negative oder verschwindend geringe CAPE-Werte. Die Gewitterwahrscheinlichkeit sinkt folglich im gesamten Vorhersagegebiet auf unter 5 %. Einzig harmlose, flache Schauerzellen ohne elektrische Aktivität sind theoretisch denkbar, gelten angesichts der absinkenden Luftbewegungen im Tagesverlauf aber als unwahrscheinlich.
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