Das Wetter in Westheim, Lingenfeld und Lustadt in der Pfalz, 19.09.2026 bis 20.09.2026

Der synoptische Wetterbericht für die südpfälzischen Gemeinden Westheim, Lingenfeld und Lustadt zeigt am 19.09.2026 und 20.09.2026 einen markanten Übergang von spätsommerlicher Wärme zu einem unbeständigen, merklich kühleren Witterungsabschnitt. Die globale Modellwelt um ECMWF, GFS, GEM und NAVGEM sowie die hochauflösenden Regionalmodelle ICON-D2 und WRF und die KI-gestützte Variante AIFS prognostizieren für das Wochenende eine heranziehende Tiefdruckrinne, die feucht-labile Luftmassen in den Südwesten Deutschlands transportiert.

Während der Samstag noch von sonnigen Abschnitten profitiert, formiert sich zum Sonntag eine gradientschwache Tiefdrucklage mit Schauerpotenzial.

Samstag, 19.09.2026

Morgen
In den frühen Morgenstunden dominiert in allen drei Gemeinden ein zeitweise klarer bis locker bewölkter Himmel. Insbesondere das hochauflösende ICON-D2-Modell deutet in den flachen Niederungen nahe den Altrheinarmen bei Lingenfeld und Westheim vereinzelte, flache Frühnebel- oder Dunstfelder an, die sich jedoch nach Sonnenaufgang rasch auflösen. Die Temperaturen starten frisch bei Tiefstwerten zwischen 9 Grad und 11 Grad, wobei die Taupunkte mit 8 Grad bis 9 Grad nahe am Kondensationspunkt liegen. Die relative Luftfeuchtigkeit ist mit 84 bis 86 Prozent entsprechend hoch. Der Wind weht nur schwach aus südwestlicher Richtung mit Geschwindigkeiten um 6 bis 8 km/h. Der Luftdruck liegt stabil bei rund 1016 HPa.

Vormittag
Mit zunehmender Einstrahlung löst sich der Nebel vollständig auf, und es setzt sich ein freundlicher Mix aus viel Sonne und lockeren Quellwolken durch. Das französische ARPEGE und das europäische ECMWF-Modell zeigen übereinstimmend eine rasche Erwärmung auf 16 Grad bis 18 Grad bis zum späten Vormittag. Die Luftfeuchtigkeit sinkt spürbar auf etwa 60 Prozent ab, während der Taupunkt auf etwa 10 Grad ansteigt. Der Südwestwind frischt leicht auf und erreicht im Mittel 10 bis 12 km/h. Niederschläge sind in dieser Phase ausgeschlossen.

Nachmittag
Am Nachmittag erreichen die Temperaturen ihre Höchstwerte, die sich im Bereich von 23 Grad bis 25 Grad bewegen, wobei sich Lustadt aufgrund der etwas offeneren Lage im Gäu minimal wärmer präsentieren kann. Begleitet wird die Wärme von dichter werdenden Quellwolken, da GFS und GEM ein Einsickern feuchterer Luftmassen andeuten. Die Luftfeuchtigkeit erreicht ihren Tagestiefstwert bei rund 40 bis 44 Prozent. Der Wind dreht auf West-Südwest und frischt spürbar auf, mit mittleren Windgeschwindigkeiten um 13 bis 15 km/h und einzelnen Böen, die laut WRF-Modell lokal bis zu 30 km/h erreichen können. Der Luftdruck beginnt am späten Nachmittag leicht zu fallen.

Abend
In den Abendstunden verdichtet sich die Bewölkung von Westen her zusehends. Die Temperaturen gehen langsam auf 22 Grad bis 16 Grad zurück. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt wieder auf über 50 Prozent an. Der Wind bleibt mäßig aus Südwesten spürbar. Die Globalmodelle halten die Region bis zum späten Abend noch weitgehend trocken, wenngleich das Regenrisiko zum Ende des Zeitabschnitts hin auf etwa 10 Prozent ansteigt.

Nacht
Die Nacht zum Sonntag verläuft überwiegend stark bewölkt. Die Wolkendecke verhindert ein starkes Auskühlen, sodass die Tiefstwerte bei milden 13 Grad bis 14 Grad verharren. Der Taupunkt liegt bei 11 Grad, und die Luftfeuchtigkeit klettert auf knapp 65 Prozent. Der Luftdruck sinkt weiter ab. Gegen Morgen simulieren ICON und ARPEGE erste, isolierte Regenschauer, die Mengen bleiben mit deutlich unter 0,5 Litern pro Quadratmeter aber noch sehr gering. Nebelbildung ist aufgrund der dichten Bewölkung und des mäßigen Windes unwahrscheinlich.

Sonntag, 20.09.2026

Morgen
Der Sonntag beginnt wechselhaft und meist wolkenverhangen. Bereits in den Morgenstunden muss mit ersten Schauern gerechnet werden. Die Temperaturen liegen am Morgen bei 11 Grad bis 13 Grad. Der Wind hat auf West-Südwest gedreht und weht mäßig mit rund 15 km/h. Die Luftfeuchtigkeit ist mit über 75 Prozent hoch, die Taupunkte bewegen sich um 10 Grad.

Vormittag
Am Vormittag zieht eine erste staffelartige Schauerzone über Westheim, Lingenfeld und Lustadt hinweg. Die Sonne zeigt sich nur noch selten in kurzen Lücken. Die Temperaturen steigen nur zögerlich an und erreichen Werte um 15 Grad bis 17 Grad. Der Luftdruck sinkt auf ein Wochenendtief von rund 1010 HPa. Der Wind weht anhaltend mäßig, in Böen frisch aus West-Südwest.

Nachmittag
Der Nachmittag gestaltet sich synoptisch am spannendsten und unbeständigsten. Das ECMWF-Modell sowie die hochauflösenden Konvektionsmodelle ICON-D2 und WRF prognostizieren den Durchgang einer labil geschichteten Kaltfront bzw. einer vorgelagerten Konvektionslinie. Großflächiger, teils kräftiger Regen setzt ein. Die Temperaturen erreichen trotz der fortgeschrittenen Tageszeit kaum mehr als 21 Grad bis 23 Grad, bevor sie im Regen markant einbrechen. Die Luftfeuchtigkeit klettert auf Werte um 62 bis 70 Prozent. Die berechneten Regenmengen variieren zwischen den Modellen: Während GFS defensiver bleibt, simulieren ICON und GEM lokal akkumulierte Mengen von 1 bis 3 Litern pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden. Der Wind frischt im Mittel auf 18 bis 22 km/h auf, wobei in Schauernähe markante Böen auftreten können.

Abend
Am Abend zieht die Hauptniederschlagszone nach Osten in Richtung Oberrhein ab. Dahinter lockert die Bewölkung von Westen her stellenweise auf, es kommt jedoch zu einzelnen Rückseiten-Regenschauern. Die Temperaturen sinken spürbar auf 15 Grad bis 12 Grad. Die Luftfeuchtigkeit bleibt mit über 76 Prozent hoch. Der Wind dreht allmählich auf Nordwest und flaut außerhalb von Schauern etwas ab, bleibt aber mit Böen um 25 km/h gut spürbar.

Nacht
In der Nacht beruhigt sich das Wetter zunehmend. Die Wolkendecke bricht weiter auf, und die Schauertätigkeit lässt komplett nach. Die Temperaturen fallen auf herbstliche Tiefstwerte von 8 Grad bis 10 Grad ab. Bei nachlassendem Wind und klärendem Himmel steigt das Risiko für die Bildung von Strahlungsnebelfeldern, insbesondere in den feuchten Wiesentälern und Senken um Lingenfeld und Westheim. Die Luftfeuchtigkeit nähert sich der Sättigungsgrenze von 90 Prozent bei absinkenden Taupunkten um 7 Grad.

Gewitterwahrscheinlichkeiten im Detail

Die prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten zeigen für das gesamte Wochenende ein stark asymmetrisches Bild, das eng an den Frontendurchgang gekoppelt ist. Am Samstag ist die Atmosphäre trotz der Erwärmung auf bis zu 25 Grad stabil geschichtet. Die Modelle NAVGEM, ARPEGE und GFS zeigen für den Samstagmittag und -nachmittag keinerlei relevante Labilitätswerte (CAPE) oder Hebungsantriebe. Die Gewitterwahrscheinlichkeit liegt am Samstag somit bei nahe null Prozent.

Die Lage verschärft sich am Sonntag im Vorfeld und während des Kaltfrontdurchgangs am Nachmittag. Das KI-Modell AIFS und das deterministische ECMWF zeigen ein Übergreifen von feucht-labiler Luft im Warmsektor des herannahenden Tiefs. Das Regionalmodell ICON-D2 berechnet für den Zeitraum zwischen 13:00 Uhr und 17:00 Uhr moderate CAPE-Werte von 200 bis 400 J/kg, gepaart mit einer ausgeprägten Richtungs- und Geschwindigkeitserung des Windes in den unteren Kilometern der Atmosphäre (Scherung).

Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für eingelagerte Gewitter am Sonntagnachmittag spürbar auf etwa 25 bis 30 Prozent an. Sollten sich diese Zellen formieren, besteht lokal die Gefahr von kurzen, markanten Starkregenereignissen und Sturmböen. Das WRF-Modell stützt diese Simulation und zeigt im Bereich von Lingenfeld und Lustadt punktuell erhöhte Windgeschwindigkeiten in Schauer- und Gewitternähe, die in Böen Spitzenwerte von 60 bis 70 km/h (Windstärke 7 bis 8 Beaufort) erreichen können. Nach 19:00 Uhr stabilisiert sich die Luftmasse mit der einfließenden kühleren Rückseitenluft rasch, sodass das Gewitterrisiko am Sonntagabend gegen null sinkt.

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