Synoptischer Wetterbericht für die Pfalz am 23.10.2026 und 24.10.2026

Ein kräftiges atlantisches Sturmtief beeinflusst die Pfalz nachhaltig und bringt eine ungemütliche, stürmische und niederschlagsreiche Herbstphase. In den globalen Vorhersagemodellen ECMWF, AIFS, GFS, GEM und NAVGEM sowie den regionalen Modellen ICON, ICON-D2, ARPEGE und WRF herrscht eine hohe synoptische Einigkeit über die herannahende Unwetter- und Windlage. Während die globalen Modelle die großräumige Zonalstruktur und die kräftige West-Südwest-Strömung stabil abbilden, verfeinern die hochauflösenden Regionalmodelle wie ICON-D2 und WRF die orografisch bedingten Windmaxima am Pfälzerwald sowie die konvektiven Umlagerungen im Süden der Region.

Freitag, 23.10.2026: Einzug der herbstlichen Sturmfront

Morgen
☁️🌫️ Das ICON-D2 und das WRF-Modell zeigen zum Tagesstart eine dichte, tiefe Bewölkung (Stratus- und Stratocumulusdecken zu 95–100 %) über der gesamten Pfalz. Örtlich bildet sich in den Flusstälern von Rhein und Lauter sowie in den Senken des Pfälzerwaldes feuchter Bodennebel mit Sichtweiten unter 500 Metern. Erste leichte Regenschauer (Niederschlagsrisiko ca. 40 %, Mengen unter 0,5 mm) setzen im Westrich ein. Die Temperaturen bewegen sich gedämpft zwischen 8 °C und 9 °C, in höheren Lagen des Pfälzerwaldes um 6 °C. Die Taupunkte liegen mit 7 °C bis 8 °C dicht an der Lufttemperatur, was zu einer sehr hohen relativen Luftfeuchtigkeit von 85 bis 92 % führt. Der Wind weht noch mäßig aus Süd bis Südwest mit Böen um 25 bis 35 km/h. Der Luftdruck sinkt von Westen her kontinuierlich ab und liegt am Morgen bei etwa 1008 hPa.

Vormittag
🌧️🌬️ Das ECMWF und das französische ARPEGE-Modell simulieren eine deutliche Intensivierung der Niederschläge von Westen her. Die Nebelfelder lösen sich auf und gehen in eine geschlossene, regnerische Wolkenbasis über. Das Niederschlagsrisiko steigt rasch auf 70 bis 80 % an, wobei vor allem entlang des Haardtrandes messbare Regenmengen von 1 bis 3 mm pro Stunde zusammenkommen. Die Sonne hat absolut keine Chance (0 Sonnenstunden). Der Südwestwind frischt spürbar auf; erste stürmische Böen der Windstärke 7 bis 8 (bis 60 km/h) erreichen das Tiefland, während exponierte Gipfel im Pfälzerwald bereits Böen bis 75 km/h registrieren. Die Temperaturen steigen geringfügig auf 10 °C bis 11 °C bei anhaltend hoher Luftfeuchtigkeit von 82 %. Der Luftdruck fällt weiter auf 1004 hPa.

Nachmittag
⛈️🌪️ Der Höhepunkt der Wind- und potenziellen Gewitterlage wird erreicht. Laut amtlichen DWD-Meldungen und den Berechnungen des hochauflösenden ICON-D2-Modells schwenkt die Hauptbandstruktur der Kaltfront über die Pfalz. Die Temperaturen erreichen ihre Höchstwerte zwischen 12 °C und 15 °C (Hochlagen um 9 °C), während die Taupunkte auf etwa 10 °C verharren. Der Südwestwind erreicht im Flachland stürmische Böen und örtlich Sturmböen zwischen 70 und 85 km/h (Windstärke 8–9). In den exponierten Höhenlagen des Pfälzerwaldes (z.B. Kalmit) simulieren WRF und GFS schwere Sturmböen bis 95 km/h.
Gewitteranalyse: Die Labilitätsindizes (CAPE-Werte bis 200 J/kg) gepaart mit einer extrem starken vertikalen Windprofil-Scherung im Unterraum lassen das Risiko für organisierte, linienhafte Konvektion im Süden der Pfalz signifikant ansteigen. Die Gewitterwahrscheinlichkeit liegt lokal bei 35 bis 45 %. Sollten sich diese Zellen formieren, besteht eine akute Gefahr von herabgemischten schweren Sturmböen (bis 100 km/h) und kurzzeitigem Starkregen mit Mengen von 5 bis 10 mm in weniger als 30 Minuten. Der Luftdruck erreicht mit 998 hPa seinen vorläufigen Tiefpunkt.

Abend
🌧️💨 Nach Passage der Frontalsysteme flaut der Wind am späten Abend laut GEM und NAVGEM vorübergehend etwas ab, bleibt mit Böen um 45 bis 55 km/h aber weiterhin ungemütlich. Die Bewölkung lockert kaum auf, geht jedoch in wechselhafte, postfrontale Schauerbewölkung über. Das Niederschlagsrisiko sinkt leicht auf 50 %, die Regenmengen nehmen ab und bewegen sich im Bereich von 1 bis 2 mm über den gesamten Abend verteilt. Die Temperaturen gehen auf 11 °C im Flachland und 7 °C im Bergland zurück. Die Luftfeuchtigkeit stagniert bei rund 80 %, während der Luftdruck sich leicht stabilisiert und auf 1002 hPa klettert.

Nacht
🌧️💨 In der Nacht auf Samstag setzt sich das turbulente Herbstwetter fort. Das AIFS-Modell (Künstliche Intelligenz des ECMWF) und das GFS-Modell prognostizieren ein Übergreifen neuer synoptischer Hebung, wodurch der Regen teils in anhaltenden Dauerregen übergeht. Das Niederschlagsrisiko schnellt erneut auf 85 % hoch, mit akkumulierten Mengen von 5 bis 8 mm bis zum Morgen. Der Wind dreht auf West-Südwest und nimmt im Laufe der Nacht wieder an Fahrt auf; stürmische Böen um 65 km/h sind flächendeckend einzuplanen. Die Tiefstwerte sinken auf 8 °C bis 5 °C bei Taupunkten von 4 °C bis 6 °C. Der Luftdruck verbleibt auf einem niedrigen Niveau von rund 1000 hPa.

Samstag, 24.10.2026: Postfrontaler Trog und langsame Beruhigung

Morgen
🌧️🌬️ Der Samstagmorgen startet unter dem Einfluss des abziehenden Troges nass und windig. Die Modelle ICON und GEM zeigen eine geschlossene Wolkendecke, aus der anhaltender, leichter bis mäßiger Regen fällt (Niederschlagsrisiko 60 %, Mengen ca. 2 bis 4 mm). Die relative Luftfeuchtigkeit erreicht mit 88 bis 90 % fast die Sättigungsgrenze, die Taupunkte liegen bei kühlen 4 °C bis 5 °C. Die eigentlichen Temperaturen betragen am Morgen nur noch 6 °C bis 7 °C, was sich durch den windigen Charakter deutlich kälter anfühlt. Der Südwestwind bläst weiterhin mit starken Böen bis 60 km/h durch das Pfälzer Tiefland. Der Luftdruck beginnt von Südwesten her leicht zu steigen und erreicht 1005 hPa.

Vormittag
🌦️💨 Das französische ARPEGE und das WRF-Modell deuten im Laufe des Vormittags eine langsame Abtrennung der kompakten Regenfront an. Der Dauerregen geht in eine typische herbstliche Schauerlage über. Zwischen den Schauern gibt es erste minimale Wolkenlücken, das Niederschlagsrisiko sinkt auf 40 %. Die Temperaturen klettern mühsam auf 7 °C bis 8 °C. Der Wind bleibt ein dominanter Faktor und bringt weiterhin stürmische Böen aus West-Südwest mit Geschwindigkeiten von 50 bis 65 km/h, insbesondere im Umfeld der Hügelzonen. Die Luftfeuchtigkeit geht leicht auf 84 % zurück.

Nachmittag
⛅🍃 Am Nachmittag zeigt sich die vom DWD prognostizierte, vorübergehende Abschwächung des Windfeldes. Die Böen lassen im Flachland auf spürbare, aber unbedenkliche 35 bis 45 km/h nach. Die hochauflösenden Simulationen des ICON-D2 versprechen eine Auflockerung der Wolkendecke (Stratocumulus bricht auf), sodass lokal mit etwa 1 bis 1,5 Sonnenstunden zu rechnen ist. Die Höchstwerte erreichen frische, aber jahreszeitlich typische 9 °C bis 11 °C. Das Risiko für Schauer sinkt auf ein Minimum von 10 bis 15 %, nennenswerte Regenmengen werden am Nachmittag nicht mehr simuliert. Die Taupunkte sinken auf 3 °C, was bei einer Luftfeuchtigkeit von 70 bis 75 % für eine spürbare Abtrocknung der Luftmasse sorgt. Der Luftdruck steigt kontinuierlich auf 1010 hPa.

Abend
☁️🌬️ Zum Abend hin verdichtet sich die Bewölkung von Südwesten her laut GFS und ECMWF rasch wieder. Ein neues Randtief nähert sich der Region, wodurch der Wind im Westrich und der Südpfalz erneut auffrischt und Böen von 50 km/h erreicht. Das Niederschlagsrisiko zieht gegen Ende des Abends wieder auf 40 % an, bleibt aber zunächst noch weitgehend trocken oder bringt nur lokal leichten Nieselregen (unter 0,5 mm). Die Temperaturen sinken zügig auf 8 °C ab, in den höheren Lagen der Westpfalz auf 5 °C. Die Luftfeuchtigkeit klettert wieder auf 80 % bei einem stabilen Luftdruck von 1012 hPa.

Nacht
🌧️🌀 Die Nacht auf Sonntag wird erneut sehr nass und ungemütlich. Alle maßgeblichen Globalmodelle (ECMWF, GFS, GEM, NAVGEM) sind sich einig, dass eine neue, kräftige Regenwelle die Pfalz überquert. Das Niederschlagsrisiko springt auf 75 bis 85 %; es wird mit flächendeckenden Regenmengen von 6 bis 12 mm kalkuliert. Die Bewölkung ist vollständig geschlossen. Die Temperaturen verharren aufgrund der dichten Wolken und des Regens relativ konstant bei Werten um 8 °C (Tiefstwerte 6 °C). Der Wind dreht zurück auf Südwest und legt nochmals zu, sodass in der zweiten Nachthälfte erneut mit stürmischen Böen bis 65 km/h, im Bergland mit Sturmböen gerechnet werden muss. Der Luftdruck erfährt durch die Passage des Randtiefs einen erneuten leichten Knick nach unten auf etwa 1008 hPa.

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