Für die Pfalz bringt der Dienstag, 23.06.2026, eine fortlaufend extreme Hitzewelle mit Höchstwerten von bis zu 32 °C bis 37 °C, wobei die führenden globalen und regionalen Wettermodelle eine überwiegend trockene, aber zunehmend schwüle Lage prognostizieren.
Morgen (04:00 – 08:00 Uhr)
Der Tag startet in der gesamten Pfalz extrem mild nach einer regionalen Tropennacht, in der die Temperaturen in der Rheinebene und im Ballungsraum Ludwigshafen kaum unter 20 °C bis 22 °C gesunken sind. Die Modelle ICON-D2 und WRF zeigen in den frühen Morgenstunden aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit von anfangs 79 % bis 85 % vereinzelte, flache Nebelfelder in den Tälern des Pfälzerwaldes sowie entlang des Altrheins. Diese lösen sich nach Sonnenaufgang unter der starken Einstrahlung rasch auf. Die Sonne scheint zunächst ungestört bei einem stabilen Luftdruck von etwa 1016 hPa. Es weht ein kaum spürbarer, schwacher Wind aus nördlichen bis nordöstlichen Richtungen mit Geschwindigkeiten um 5 km/h. Niederschläge sind in diesem Zeitraum bei allen Modellen ausgeschlossen.
Vormittag (08:00 – 12:00 Uhr)
Am Vormittag heizt sich die Luft rasant auf, sodass bereits gegen 11:00 Uhr Werte um 28 °C bis 30 °C erreicht werden. Der Himmel zeigt sich anfangs noch strahlend blau, bevor das französische ARPEGE-Modell und das europäische ECMWF-Modell im Bereich der Haardt erste flache Quellwolken (Cumulus humilis) simulieren. Der Luftdruck sinkt durch die starke Erwärmung der bodennahen Luftmassen leicht ab. Die relative Luftfeuchtigkeit geht im Zuge der Einstrahlung auf rund 53 % bis 59 % zurück. Der Wind behält seine schwache Nordost-Komponente bei und frischt nur in freien Lagen minimal auf. Es bleibt absolut trocken.
Nachmittag (12:00 – 18:00 Uhr)
Am Nachmittag wird der Höhepunkt der Hitzewelle mit schweißtreibenden Temperaturen von 31 °C bis 32 °C in den höheren Lagen der Westpfalz und bis zu 37 °C in der sonnenverwöhnten Vorderpfalz erreicht. Die Luftfeuchtigkeit sinkt auf ihren Tiefstwert von etwa 40 % bis 44 %, was die Luftmasse zunehmend drückend und schwül wirken lässt. Die Sonne teilt sich den Himmel mit dichteren Quellwolken. Während die großräumigen Modelle GFS, GEM und NAVGEM eine stabile, trockene Hochdrucklage ohne messbaren Niederschlag berechnen, simulieren die hochauflösenden Regionalmodelle ICON-D2 und WRF eine lokale Lücke im Deckel der Atmosphäre. Sie zeigen eine leichte Schauertätigkeit (geringe Regenmengen von lokal 0,5 bis 2 mm) über dem Pfälzerwald, die jedoch eng begrenzt bleibt. Der Wind weht meist schwach aus Nord mit 6 bis 8 km/h, kann aber in der Nähe von Wolkenstrukturen kurzzeitig böig aufleben.
Abend (18:00 – 22:00 Uhr)
In den Abendstunden geht die Temperatur nur sehr langsam auf Werte um 28 °C bis 31 °C zurück. Die Quellbewölkung fällt laut ICON-D2 im Flachland schnell in sich zusammen und hinterlässt einen meist klaren oder nur gering bewölkten Himmel. Die Luftfeuchtigkeit beginnt mit sinkendem Sonnenstand wieder auf über 50 % zu steigen. Der Luftdruck stabilisiert sich auf moderatem Niveau. Der Wind flaut fast vollständig ab und dreht zurück auf Nordost. Die Wahrscheinlichkeit für Niederschläge sinkt in allen Modellen gegen null Prozent.
Nacht (22:00 – 04:00 Uhr)
Die Nacht verläuft wolkenlos oder nur schwach mit Schleierwolken bedeckt. Es stellt sich erneut eine ausgeprägte, belastende Tropennacht ein, bei der die Thermometer in den Städten der Pfalz und entlang der Weinstraße bei 20 °C bis 24 °C stagnieren. Die Luftfeuchtigkeit klettert bis in die Morgenstunden wieder auf über 65 %. Nebel ist aufgrund der trockeneren Luft am Boden in dieser Nacht kaum ein Thema. Der Wind ist nahezu windstill. Alle sieben Wettermodelle sind sich einig, dass die Nacht komplett niederschlagsfrei bleibt.
Analyse der Gewitterwahrscheinlichkeit
Obwohl die Luftmasse extrem viel Energie (hohe CAPE-Werte) bereithält, ist das Risiko für flächendeckende Unwetter an diesem Dienstag gering, da eine ausgeprägte Absinkinversion („ein Deckel“) das Aufsteigen der Luftmassen weitgehend unterdrückt. Die globalen Modelle ECMWF, GFS, GEM und NAVGEM sehen die Pfalz in einer absolut stabilen Zone und beziffern das Gewitterrisiko auf unter 5 %.
Demgegenüber zeigen die konvektionserlaubenden Regionalmodelle ICON-D2 und WRF ein leicht abweichendes Szenario für den späten Nachmittag: Durch die extreme Überhitzung über dem Pfälzerwald kann es orografisch bedingt zu einer lokalen Auslösung kommen. Die Wahrscheinlichkeit für isolierte Hitzegewitter liegt dort bei etwa 15 % bis 20 %. Sollte eine solche isolierte Zelle entstehen, besitzt sie aufgrund des enormen Feuchteangebots ein hohes Potenzial für lokalen Starkregen mit Mengen von bis zu 15 Litern pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit, kleinkörnigen Hagel und stürmische Böen. Das Flachland der Vorder- und Südpfalz bleibt von dieser Gewittergefahr nach aktuellem Modellstand komplett verschont.