Das Wetter in der Pfalz am 28. und 29. Juni 2026

Die Pfalz steht am 28.06.2026 und 29.06.2026 vor einem markanten Wetterwechsel, bei dem eine historische Extremhitze durch schwere Unwetter beendet wird. Während das europäische ECMWF und das amerikanische GFS-Modell die großräumige Dynamik des abziehenden Sommerhochs stützen, zeigen die hochaufgelösten Regionalmodelle ICON-D2 und WRF eine explosive Unwetterlage für den Südwesten. Das französische ARPEGE sowie das kanadische GEM und das militärische NAVGEM bestätigen den massiven Luftdruckabfall und die einströmende Feuchtigkeit, die ab Sonntagabend eine extreme Gewittergefahr mit Superzellen-Potenzial auslöst.

Wetterbericht für Sonntag, den 28.06.2026

Morgen
Der Sonntag startet in der gesamten Pfalz wolkenlos und strahlend sonnig. Lokale Frühnebelfelder über den Tälern des Pfälzerwaldes lösen sich nach Sonnenaufgang durch die starke Einstrahlung rasch auf. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt am frühen Morgen noch bei etwa 60 Prozent, sinkt aber mit steigenden Temperaturen schnell. Der Wind weht nur schwach aus südwestlicher Richtung mit Geschwindigkeiten um die 5 bis 8 km/h. Der Luftdruck ist am Morgen mit rund 1016 Hektopascal (hPa) noch stabil, zeigt aber in den Barogrammen von GFS und NAVGEM bereits eine fallende Tendenz. Die Temperaturen bewegen sich in den Frühstunden zwischen angenehmen 21 Grad in höheren Lagen und 24 Grad in den Städten der Vorderpfalz.

Vormittag
Bis zum späten Vormittag heizt sich die Luftmasse extrem auf, und die Thermometer klettern rasant auf Werte um 29 bis 32 Grad. Der Himmel bleibt weitgehend wolkenlos, die Sonne scheint ungehindert bei einem sehr hohen UV-Index von 8. Die Luft fühlt sich zunehmend trocken an, da die relative Luftfeuchtigkeit auf rund 40 Prozent absinkt. Der Wind bleibt schwach und dreht im Verlauf leicht auf westliche Richtungen. Der Luftdruck sinkt kontinuierlich ab, was das Herannahen der Tiefdruckrinne aus Westen ankündigt.

Nachmittag
Am Nachmittag wird der Höhepunkt der Hitzewelle mit extremen Höchstwerten von 34 bis 36 Grad erreicht, punktuell sind in tiefen Lagen entlang des Rheins bis zu 38 Grad möglich. ICON-D2 und ARPEGE prognostizieren zu dieser Zeit das Aufziehen erster ausgeprägter Quellwolken (Cumulus congestus) über dem Pfälzerwald. Die Schwüle nimmt massiv zu; obwohl die absolute Feuchtigkeit in der Luft steigt, liegt die relative Luftfeuchtigkeit aufgrund der enormen Hitze bei etwa 30 bis 32 Prozent. Der Wind frischt in Bodennähe kaum auf, verhält sich aber in der Höhe zunehmend windscherig. Der Luftdruck fällt weiter auf etwa 1011 hPa.

Abend
Am Abend nähert sich die thermische Tiefdruckrinne von Westen her aktiv der Pfalz. Die Gewitterwahrscheinlichkeit steigt laut WRF- und ICON-D2-Modell ab ca. 18:00 Uhr sprunghaft an. Es bilden sich teils schwere, isolierte Hitzegewitter und erste Superzellen, die von West nach Ost über die Pfalz ziehen. Die Regenmenge kann in kurzen Phasen lokal zwischen 20 und 40 Litern pro Quadratmeter liegen. Der Wind dreht abrupt auf Nordwest und frischt im Zuge von Gewitterzellen stürmisch mit Böen von über 75 km/h auf. Die Luftfeuchtigkeit schnellt mit den Niederschlägen auf über 50 Prozent hoch, während die Temperaturen langsam auf 30 Grad zurückgehen.

Nacht
In der Nacht zum Montag verlagert sich der Schwerpunkt der Unwetter. Das ECMWF- und das GEM-Modell zeigen eine wellende Kaltfront, die wiederholt kräftige, gewittrige Regenschauer über die Pfalz führt. Es besteht weiterhin eine hohe Unwettergefahr durch Starkregen und Hagel. Die Regenmengen summieren sich flächig auf 15 bis 30 Liter pro Quadratmeter, lokal bei blockierenden Zellen auch darüber. Die Luft ist mit 55 bis 65 Prozent Feuchtigkeit deutlich schwüler als am Tag. Der Luftdruck stabilisiert sich im Bereich von 1008 hPa. Die Nacht verläuft tropisch bei Tiefstwerten von 21 bis 25 Grad, sodass kaum Abkühlung eintritt.

Wetterbericht für Montag, den 29.06.2026

Morgen
Der Montagmorgen beginnt wechselnd bis stark bewölkt mit anhaltenden, teils gewittrigen Regenschauern, die aus der Nacht herausragen. Das ICON-D2-Modell zeigt schauerartige Niederschläge mit einer Regenmenge von etwa 3 bis 7 Litern pro Quadratmeter in den Frühstunden. Sichtbehinderungen durch tiefhängende Wolken und lokalen Dunst oder Nebel sind in den Waldlagen der Westpfalz wahrscheinlich. Die relative Luftfeuchtigkeit ist mit 84 bis 88 Prozent sehr hoch. Der Wind weht mäßig aus Nordwest mit Geschwindigkeiten um 10 bis 15 km/h. Die Temperaturen starten auf einem spürbar kühleren, aber drückenden Niveau von 21 bis 22 Grad.

Vormittag
Am Vormittag lockert die Bewölkung kurzzeitig etwas auf, es bleibt jedoch unbeständig. Zwischen den Wolkenfeldern zeigt sich zeitweise die Sonne, der UV-Index erreicht maximal mittlere Werte um 3 bis 5. Das ARPEGE- und das GFS-Modell berechnen vereinzelte, leichtere Schauer, die Regenmenge bleibt mit unter 2 Litern pro Quadratmeter meist gering. Die relative Luftfeuchtigkeit geht leicht auf 76 Prozent zurück. Der Wind dreht zunehmend auf nördliche Richtungen und weht schwach bis mäßig. Der Luftdruck beginnt infolge des einsetzenden Kaltluftvorstosses leicht zu steigen und erreicht 1012 hPa. Die Temperaturen steigen auf 22 bis 23 Grad.

Nachmittag
Am Nachmittag labilisiert die Luftschichtung durch die moderate Erwärmung auf Höchstwerte von 24 bis 26 Grad erneut. ECMWF und WRF prognostizieren die Entwicklung einer zweiten Gewitterstaffel, die von Nordwesten her die Pfalz überquert. Diese Gewitter fallen zwar nicht mehr so extrem aus wie am Vorabend, bringen aber dennoch örtlich Starkregen mit Mengen zwischen 10 und 20 Litern pro Quadratmeter. Die relative Luftfeuchtigkeit pendelt sich bei schwül-warmen 66 bis 72 Prozent ein. Der Wind frischt in Schauernähe böig auf, weht abseits davon aber mäßig aus Nord mit etwa 12 km/h.

Abend
Zum Abend hin klingt die Gewittertätigkeit laut den Berechnungen des GEM- und ICON-Modells allmählich ab. Die Wolkendecke bricht von Westen her auf, und es kommt zu längeren sonnigen Abschnitten vor dem Untergang. Restrisiken für leichte Schauer bleiben im östlichen Pfälzer Raum bestehen, die erwartete Regenmenge geht jedoch gegen Null. Die Luftfeuchtigkeit verbleibt bei rund 62 Prozent. Der Wind weht beständig und kühlend aus Nord bis Nordost mit 10 km/h. Der Luftdruck steigt spürbar auf 1015 hPa an, was eine allgemeine Wetterberuhigung signalisiert. Die Temperaturen sinken angenehm auf 24 bis 21 Grad.

Nacht
In der Nacht zum Dienstag setzt sich die Stabilisierung der Atmosphäre endgültig durch. Der Himmel klärt weitgehend auf, es ziehen nur noch lockere, harmlose Wolkenfelder durch. Aufgrund der feuchten Böden und der Abkühlung können sich in den Flussniederungen und Tälern dichte Nebelfelder bilden. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt auf 72 bis 78 Prozent. Der Wind flaut ab und weht nur noch schwach aus Nordost. Der Luftdruck klettert auf solide 1018 hPa. Die Temperaturen sinken deutlich auf erfrischende Tiefstwerte von 17 Grad im urbanen Raum und bis zu 14 Grad in den Senken des Pfälzerwaldes, wodurch die Phase der Tropennächte beendet wird.

Analyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten

Die Gewitterwahrscheinlichkeit zeigt im Vorhersagezeitraum einen extremen, wellenförmigen Verlauf mit einem Hauptrisiko am Sonntagabend und in der Nacht zu Montag.

  • Sonntag, Nachmittag bis Abend (15:00 – 22:00 Uhr): Die Gewitterwahrscheinlichkeit steigt von anfangs unter 10 Prozent am Nachmittag rasch auf 85 bis 95 Prozent am Abend an. Ursache ist das Zusammentreffen von extrem hoher Energie in der Luftmasse (CAPE-Werte von teilweise über 2000 J/kg im GFS- und WRF-Modell) und einer ausgeprägten Windscherung im Vorfeld der Kaltfront. Das ICON-D2-Modell deutet stark auf die Bildung von Superzellen hin. Diese Zellen bergen ein hohes Potenzial für schweren Hagel (Korngrößen über 3 cm), heftige Fallböen (schwere Sturmböen bis Orkanböen) und extremen Starkregen in sehr kurzer Zeit.
  • Nacht von Sonntag auf Montag (22:00 – 06:00 Uhr): Das Risiko für organisierte Superzellen nimmt leicht ab, dafür transformiert sich die Lage laut ECMWF in ein verclustertes Gewittersystem (MCS – Mesoskaliger Konvektiver Komplex). Die Gewitterwahrscheinlichkeit verbleibt bei 70 bis 80 Prozent. Das Hauptgefahrenpotenzial verlagert sich in dieser Phase auf massiven Starkregen durch wiederholtes Überqueren derselben Gebiete (Training-Effekt), was lokal zu Sturzfluten und Überflutungen führen kann.
  • Montag, Vormittag (06:00 – 12:00 Uhr): Die Wahrscheinlichkeit für Blitzaktivität sinkt drastisch auf 15 bis 25 Prozent. Es dominiert schauerartig verstärkter Regen aus der abziehenden Front, die Atmosphäre ist vorübergehend stabilisiert.
  • Montag, Nachmittag (12:00 – 18:00 Uhr): Mit der tageszeitlichen Erwärmung im Bereich des Troges steigt die Gewitterwahrscheinlichkeit nochmals auf 40 bis 55 Prozent an. ARPEGE und GEM zeigen, dass die verbleibende Restfeuchte für die Auslösung von impulshaften, kleinräumigen Gewittern ausreicht. Diese besitzen jedoch nicht mehr die Energie vom Sonntag; die Hauptgefahr beschränkt sich auf lokalen Starkregen und vereinzelten Kleinhagel, bevor die Wahrscheinlichkeit ab dem Abend gegen Null sinkt.
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