Synoptische Übersicht der Modellkonvergenz
Am Wochenende vom 8. und 9. August 2026 dominiert das Mitteleuropa-Hoch QUIRIAKUS die Wetterlage über der Pfalz. Sämtliche deterministischen Globalmodelle wie ECMWF, AIFS, GFS, GEM, ICON und NAVGEM zeigen eine markante Erwärmung durch bodennahe Warmluftadvektion aus Südwesten. Das hochauflösende Regionalmodell ICON-D2 sowie die mesoskaligen WRF-Simulanten stützen eine absolut trockene Entwicklung am Samstag. Für den Sonntag rechnen die hochauflösenden Modelle jedoch mit dem Übergang in eine potenziell gewittrige Sumpfwetterlage. Grund hierfür ist eine instabile, energiereiche Luftmasse an der Flanke eines iberischen Tiefs.
Samstag, 08.08.2026 – Stabiles Hochdruckwetter
Morgen
Der Tag startet in der gesamten Pfalz wolkenlos und frisch. Lokale, flache Nebelfelder in den feuchten Flussauen von Rhein und Lauter lösen sich nach Sonnenaufgang rasch auf. Die Temperaturen bewegen sich im kühlen Bereich zwischen 10 °C und 13 °C, in höheren Lagen des Pfälzerwaldes um 8 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit ist mit 75 % bis 85 % morgendlich hoch, während die Taupunkte stabil bei 7 °C bis 9 °C liegen. Der Wind weht schwach aus Nordost mit Geschwindigkeiten um 5 bis 10 km/h. Der barometrische Luftdruck liegt auf einem hohen und stabilen Niveau von etwa 1022 hPa.
Vormittag
Die Sonne scheint ungestört von einem stahlblauen Himmel. Es gibt keinerlei Niederschlag. Die Luft erwärmt sich rasant auf 18 °C bis 23 °C. Die Luftfeuchtigkeit sinkt spürbar auf Werte um 45 %. Der Taupunkt verbleibt unverändert im einstelligen Bereich, was die Luftmasse sehr angenehm und trocken erscheinen lässt. Der Wind dreht leicht auf östliche Richtungen, bleibt aber schwach. Der Luftdruck zeigt im Zuge der tageszeitlichen Erwärmung eine minimale fallende Tendenz.
Nachmittag
Es herrscht hochsommerliche Hitze mit maximaler Sonneneinstrahlung. Der UV-Index erreicht einen sehr hohen Wert von 7. Das Thermometer klettert in der Vorderpfalz (Raum Landau und Speyer) auf 28 °C bis 31 °C, punktuell sind entlang des Rheingrabens bis zu 32 °C möglich. Im Pfälzerwald werden schattige 25 °C bis 27 °C erreicht. Niederschläge sind absolut ausgeschlossen. Die relative Luftfeuchtigkeit fällt auf ein Minimum von 25 % bis 30 %, wodurch die Waldbrandgefahr im Pfälzerwald die kritische Stufe 4 bis 5 erreicht. Die Taupunkte liegen bei circa 10 °C. Der Wind weht schwach und unbedeutend aus östlichen Richtungen. Der Luftdruck sinkt leicht auf 1018 hPa.
Abend
Auch in den Abendstunden bleibt es wolkenlos und warm. Die Temperaturen sinken nur langsam und liegen um 22:00 Uhr noch bei 22 °C bis 25 °C. Regen oder Nebel treten nicht auf. Die Luftfeuchtigkeit erholt sich leicht auf 40 % bis 45 %, die Taupunkte verharren im komfortablen Bereich. Der Wind schläft fast vollständig ein oder säuselt schwach aus Nordost. Der Luftdruck stabilisiert sich auf dem abendlichen Niveau.
Nacht
Die Nacht zum Sonntag verläuft sternenklar und trocken. Erst gegen Morgen ziehen von Südwesten her dünne, hohe Schleierwolken auf. Es kühlt nicht mehr so stark ab wie in der Vornacht. Die Tiefstwerte liegen zwischen 14 °C und 17 °C, im urbanen Raum Ludwigshafen/Mannheim bleibt es noch wärmer. Nebel bildet sich aufgrund der trockenen Vorgeschichte kaum aus. Die Luftfeuchtigkeit steigt auf 55 % bis 65 %. Der Luftdruck beginnt im Vorfeld des westeuropäischen Tiefs leicht zu fallen.
Sonntag, 09.08.2026 – Zunehmende Schwüle und Gewitterrisiko
Morgen
Der Sonntag startet wechselnd bewölkt, da hohe und mittelhohe Wolkenfelder über die Pfalz ziehen. Die Sonne ist zeitweise milchig getrübt, es bleibt aber zunächst trocken. Die Frühstärkewerte liegen spürbar höher bei 15 °C bis 18 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei rund 65 %. Durch die Advektion subtropischer Luftmassen steigen die Taupunkte markant auf 13 °C bis 15 °C an. Der Wind weht schwach aus Süd bis Südwest. Der Luftdruck sinkt weiter auf etwa 1014 hPa.
Vormittag
Es stellt sich ein heiteres bis wolkiges Wechselspiel ein. Die Schwüle nimmt spürbar zu. Die Temperaturen steigen rasant auf 25 °C bis 28 °C an. Erste Quellwolken (Cumulus humilis) bilden sich über dem Pfälzerwald aus. Die Luftfeuchtigkeit sinkt kaum unter 45 % und die Taupunkte klettern weiter in Richtung der thermisch drückenden 16 °C-Marke. Der Wind frischt aus Südwesten leicht auf, erreicht im Mittel aber nur 10 bis 15 km/h.
Nachmittag
Am Nachmittag wird es drückend schwül und heiß. Das Thermometer erreicht Spitzenwerte von 31 °C bis 34 °C in den Niederungen und um 29 °C im Bergland. Die Sonne teilt sich den Himmel mit dichten Quellwolken. Der Luftdruck fällt auf 1011 hPa. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 35 %, doch der extrem hohe Taupunkt von 17 °C bis 19 °C sorgt für eine hohe gefühlte Temperatur und enorme Belastung für den Kreislauf. Der Wind weht mäßig aus Südwest, kann aber in der Nähe von Schauerzellen sprunghaft auffrischen.
Abend
Am Abend bleibt die Luftmasse extrem aufgeheizt bei 26 °C bis 29 °C. Die Bewölkung verdichtet sich von Südwesten her. Schauer und Gewitter verlagern sich zunehmend aus Frankreich und dem Saarland in die West- und Südpfalz. Die Luftfeuchtigkeit schießt in Regengebieten auf über 80 % hoch. Der Wind dreht unregelmäßig und lebt böig auf. Der Luftdruck erreicht mit rund 1009 hPa seinen Wochenendtiefststand.
Nacht
In der Nacht zum Montag ziehen die Schauer und Gewitter weiter über die Pfalz hinweg nach Nordosten. Es kommt zu einer unregelmäßigen Abkühlung auf 17 °C bis 20 °C, wodurch gebietsweise eine Tropennacht droht. Bei abziehendem Regen bildet sich streckenweise dichter Dunst oder Nebel mit Sichtweiten unter 500 Metern. Die relative Luftfeuchtigkeit nähert sich der Sättigungsgrenze von 90 % bis 95 %. Der Wind flaut außerhalb der Gewitterzellen ab und dreht auf West.
Gewitterwahrscheinlichkeiten im Detail
Während der Samstag flächendeckend eine Gewitterwahrscheinlichkeit von 0 % aufweist, steigt das Risiko am Sonntag signifikant an.
Die hochauflösenden Modelle ICON-D2 und WRF simulieren für den Sonntagnachmittag den Aufbau von moderater bis hoher thermischer Instabilität. Die CAPE-Werte (prognostizierte Gewitterenergie) klettern im Rheingraben auf 800 bis 1300 J/kg. Gekoppelt mit den drückenden Taupunkten von bis zu 19 °C ist ausreichend Treibstoff für kräftige Entwicklungen vorhanden. Da jedoch eine stark steuernde Höhenströmung fehlt (schwache Windscherung), handelt es sich primär um pulsierende Einzel- oder Multizellen.
- Nachmittag (12:00 – 16:00 Uhr): Die Gewitterwahrscheinlichkeit liegt bei 15 % bis 25 %. Erste lokale Auslöser beschränken sich streng topografisch auf das Pfälzer Bergland und den Pfälzerwald (orografische Hebung). Diese Zellen wandern kaum und können eng begrenzt zu Starkregen führen.
- Abend (16:00 – 22:00 Uhr): Das Risiko steigt im Zuge einer herannahenden Schwachfront auf 40 % bis 60 % an. Die Gewitterzellen organisieren sich besser und betreffen nun auch die Vorderpfalz.
- Nacht (ab 22:00 Uhr): Das Potenzial flacht langsam ab (Risiko bei 30 %), wandelt sich jedoch in schauerartigen, teils gewittrigen Starkregen um.
Gefahrenpotenzial: Aufgrund der langsamen Zellzuggeschwindigkeit simulieren das ECMWF und ICON lokal eng begrenzte, heftige Regenmengen von 15 bis 30 l/m² innerhalb kurzer Zeit. Dies kann zu lokalen Überflutungen führen. Großhagel ist aufgrund fehlender Organisation unwahrscheinlich, kleinkörniger Hagel (bis 2 cm) sowie Sturmböen (bis 75 km/h) in direkter Gewitternähe sind jedoch punktuell möglich.