Das Wetter in Westheim, Lingenfeld und Lustadt in der Pfalz, 15.08.2026 bis 16.08.2026

Der synoptische Wetterbericht für die südpfälzischen Nachbargemeinden Westheim, Lingenfeld und Lustadt prognostiziert für das Wochenende vom 15.08.2026 bis 16.08.2026 einen markanten Wetterwechsel von einer extremen Hitzewelle mit Spitzenwerten bis zu 38 °C hin zu einer deutlichen Abkühlung, die von schweren Gewittern mit lokalem Starkregen und Hagelpotenzial eingeleitet wird. Während globale Modelle wie das ECMWF, AIFS, GFS, GEM und NAVGEM den großräumigen Luftmassenwechsel hin zu kühlerer nordwestlicher Meeresluft einheitlich stützen, zeigen die hochauflösenden Konvektionsmodelle ICON-D2, WRF und ARPEGE signifikante Signale für heftige, lokal eng begrenzte Unwetterzellen am Samstagnachmittag und in der Nacht zum Sonntag.

Samstag, 15.08.2026

Morgen
Der Tag beginnt in der gesamten Region strahlend sonnig und wolkenlos. Frühe lokale Nebelfelder über den Altrheinarmen lösen sich durch die starke Augustsonne rasch auf. Die Temperaturen liegen bereits in den frühen Morgenstunden bei milden 19 °C bis 21 °C. Der Taupunkt bewegt sich um 14 °C, was zu einer noch angenehmen relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 55 % führt. Der Wind weht schwach aus nördlichen Richtungen, und der Luftdruck stagniert auf einem hohen Niveau von rund 1016 hPa.

Vormittag
Bis zum Mittag sorgt ungehindert einstrahlende Sonne für eine rapide Erhitzung der bodennahen Luftschichten. Die Temperaturen klettern schnell auf 27 °C bis 31 °C. Erste flache Quellwolken (Cumulus humilis) zeigen sich laut ARPEGE und ICON im Westen, beeinträchtigen den Sonnenschein jedoch kaum. Die Luftfeuchtigkeit sinkt im Zuge der Erwärmung auf ca. 35 %. Der Wind dreht allmählich auf Süd bis Südwest, bleibt mit 2 bis 4 km/h jedoch kaum spürbar. Die Taupunkte steigen leicht an und signalisieren eine zunehmende Schwüle.

Nachmittag
In den Nachmittagsstunden wird der Höhepunkt der Hitzewelle mit Extremwerten zwischen 36 °C und 38 °C erreicht. Das hochauflösende ICON-D2 und das WRF-Modell berechnen für diesen Zeitraum ein rasant ansteigendes Gewitterrisiko durch herannahende Hebungsantriebe von Nordwesten. Der Himmel füllt sich mit mächtigen Quellwolken (Cumulus congestus). Bei sprunghaft ansteigenden Taupunkten von bis zu 19 °C wird die Luftmasse extrem schwül und instabil. Erste heftige, lokal eng begrenzte Hitzegewitter mit der Gefahr von Hagel und Sturmböen von bis zu 80 km/h (Bft 8–9) können Westheim, Lingenfeld oder Lustadt direkt treffen. Abseits der Gewitterzellen weht der Südwestwind nur mäßig.

Abend
Am Abend bleibt das Temperaturniveau mit 29 °C bis 34 °C außergewöhnlich hoch. Die Gewitterwahrscheinlichkeit verdichtet sich laut den Berechnungen des GFS- und des ECMWF-Modells. Die Gewitterzellen formieren sich zunehmend zu größeren Clustern. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt wieder über 40 %. Der Luftdruck beginnt spürbar zu fallen, was das Herannahen der eigentlichen Kaltfront ankündigt. Bei Volltreffern durch Gewitterstrukturen muss mit Starkregenmengen von 15 bis 25 l/m² innerhalb kürzester Zeit gerechnet werden.

Nacht
Die Nacht zum Sonntag bringt den eigentlichen Frontdurchgang. Das flächendeckende Niederschlagsband geht in einen teils gewittrig durchsetzten Dauerregen über. Das NAVGEM- und das GEM-Modell prognostizieren eine Gesamtregenmenge von 5 bis 12 mm bis zum Morgen. Die Temperaturen sinken spürbar auf Tiefstwerte um 20 °C bis 22 °C. Der Wind dreht unter Auffrischen auf West bis Nordwest. Die Luftfeuchtigkeit steigt auf über 85 %, und der Taupunkt sinkt durch die einströmende kühlere Luftmasse im Verlauf der Nacht ab.

Sonntag, 16.08.2026

Morgen
Der Sonntagmorgen zeigt sich wolkenverhangen und von abziehendem Regen geprägt. Das ECMWF-AIFS signalisiert ein allmähliches Nachlassen der flächigen Niederschläge nach Südosten hin. Die Temperaturen sind im Vergleich zum Vortag deutlich gedämpft und liegen bei frischeren 18 °C bis 19 °C. Der Wind weht mäßig aus Nordwest mit vereinzelten Böen um 25 km/h. Sichtweiten können durch tiefe Wolkenuntergrenzen und Dunstschichten vorübergehend eingeschränkt sein. Die Luftfeuchtigkeit ist mit fast 90 % extrem hoch.

Vormittag
Im Laufe des Vormittags lockert die Wolkendecke von Nordwesten her zeitweise auf, sodass sich kurze sonnige Abschnitte ergeben. Das Thermometer steigt zaghaft auf Werte um 22 °C bis 24 °C. Der Luftdruck stabilisiert sich auf moderatem Niveau und steigt leicht an. Die Taupunkte liegen mit etwa 15 °C in einem deutlich angenehmeren Bereich, sodass die extreme Schwüle des Vortrags verflogen ist. Der Wind bleibt spürbar aus nordwestlicher Richtung aktiv.

Nachmittag
Am Nachmittag erwärmt sich die Luft auf mäßig warme Höchstwerte von 26 °C bis 28 °C. Durch die Sonneneinstrahlung baut sich in der kühleren Höhenluft erneut Labilität auf. Das ICON-Modell und das WRF-Modell simulieren für den späten Nachmittag eine zweite Welle von Schauern und eingelagerten Gewittern. Diese weisen zwar nicht mehr die extreme thermische Energie des Samstags auf, können jedoch lokal erneut Starkregen um 15 l/m² und stürmische Böen von bis zu 70 km/h mit sich bringen.

Abend
Zum Abend hin stabilisiert sich die atmosphärische Schichtung rasch. Die Schauer und Gewitteraktivitäten klingen ab und ziehen nach Süden ab. Der Himmel klart von Nordwesten her zusehends auf. Die Temperaturen gehen rasch auf Werte um 21 °C bis 23 °C zurück. Der Wind flaut ab und dreht schwach auf nördliche Richtungen. Die relative Luftfeuchtigkeit pendelt sich bei etwa 65 % ein.

Nacht
Die Nacht auf Montag verläuft unter zunehmendem Hochdruckeinfluss weitgehend sternenklar und trocken. Bei schwachwindigen Bedingungen sinken die Temperaturen spürbar ab und erreichen Tiefstwerte von 14 °C bis 16 °C. In den Niederungen der Pfalz sowie in Gewässernähe der Altrheinarme bei Lingenfeld können sich aufgrund der hohen Restfeuchte im Boden lokale Nebelfelder bilden. Der Luftdruck steigt kontinuierlich an.

Analyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten

Die Gewitterlage am Wochenende teilt sich in zwei synoptisch grundverschiedene Phasen:

  • Phase 1 (Samstagnachmittag und -nacht): Hier liegt die Gewitterwahrscheinlichkeit bei ca. 65 bis 75 %. Die Hauptgefahr resultiert aus der enormen thermodynamischen Energie (CAPE-Werte lokal über 1500 J/kg) in Kombination mit hoher Feuchtigkeit im Bodenniveau (Taupunkte bis 19 °C). Da die hochauflösenden Modelle ICON-D2 und WRF eine mäßige Windscherung berechnen, besteht ein hohes Potenzial für organisierte Multizellen, die lokal heftigen Starkregen (bis 25 l/m²), Hagel und schwere Sturmböen erzeugen können.
  • Phase 2 (Sonntagnachmittag): Am Sonntag liegt die Gewitterwahrscheinlichkeit bei ca. 40 %. Das Risiko ist primär durch Kaltlufttropfen in der Höhe bedingt (reine Luftmassengewitter). Die Energiebeträge sind mit CAPE-Werten unter 600 J/kg deutlich geringer. Hauptgefahr sind eng begrenzte, langsam ziehende Starkregenschauer mit stürmischen Böen, während Hagel aufgrund der abgekühlten Grundschicht unwahrscheinlich ist.
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