Das Wetter in Westheim, Lingenfeld und Lustadt in der Pfalz, 22.08.2026 bis 23.08.2026

Ein umfangreicher synoptischer Wetterbericht für die pfälzischen Gemeinden Westheim, Lingenfeld und Lustadt zeigt für das Wochenende vom 22.08.2026 und 23.08.2026 den Übergang von einer labilen, kühlen zyklonalen Nordwestströmung zu einer stabilisierenden Hochdrucklage. Die hochauflösenden Regionalmodelle (ICON-D2, WRF) sowie die globalen Hauptläufe (ECMWF, GFS, ICON, GEM, ARPEGE, NAVGEM) und die KI-gestützte ECMWF-AIFS-Prognose stimmen in der großräumigen Entwicklung weitgehend überein, zeigen jedoch im Detail der Schauer- und Gewitterstaffelung am Samstag typische mesoskalige Varianzen.

Samstag, 22.08.2026 – Wechselhaft, kühl und lokale Restgewitter

Morgen
In den frühen Morgenstunden dominiert über der Südpfalz dichte Bewölkung einer abziehenden wellenden Kaltfront. Das französische ARPEGE und das deutsche ICON-Modell simulieren letzte schauerartige Regenfälle, während das engmaschige ICON-D2 lokal noch eingelagerte, schwache Gewitterzellen im Umfeld des Rheingrabens andeutet. Die Temperatur liegt flächendeckend bei kühlen 12 °C bis 13 °C, wobei die Taupunkte mit 11 °C bis 12 °C extrem nah an der Lufttemperatur liegen. Dies sorgt für eine relative Luftfeuchtigkeit von rund 90 % bis 94 %. Der Luftdruck beginnt von Westen her leicht zu steigen und beträgt circa 1014 hPa. Der Wind weht schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen mit mittleren Geschwindigkeiten um 10 bis 15 km/h. Nebelfelder können sich insbesondere in Flussnähe entlang der Altrheinauen kurzfristig bilden.

Vormittag
Im Laufe des Vormittags lockert die Bewölkung laut ECMWF-AIFS und GFS zeitweise auf, sodass sich die Sonne für kurze Abschnitte gegen die Quellbewölkung durchsetzen kann. Die Temperaturen steigen verhalten auf 14 °C bis 16 °C an. Die Luftfeuchtigkeit sinkt leicht auf etwa 75 % bis 80 %. Der Wind dreht zunehmend auf Nordwest und frischt im Mittel auf 15 km/h auf, wobei das WRF-Modell einzelne Böen bis zu 35 km/h (Bft 5) im freien Gelände zwischen Lustadt und Westheim prognostiziert. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit sinkt vorübergehend, es bleibt meist trocken bei unbedeutenden Regenmengen unter 0,5 mm.

Nachmittag
Am Nachmittag erreicht die kühle Höhenkaltluft im Kern des skandinavischen Tiefs ihren Höhepunkt über Rheinland-Pfalz. Dies führt zu einer moderaten Labilisierung der Schichtung. Das GEM- und das NAVGEM-Modell reagieren darauf mit einer erneuten Aktivierung von Schauern. Die Höchsttemperaturen erreichen für die Jahreszeit untypisch kühle 18 °C bis maximal 19 °C. Der Taupunkt sinkt auf etwa 10 °C, was die relative Luftfeuchtigkeit auf rund 60 % zurückgehen lässt. Die prognostizierte Regenmenge schwankt je nach Modelltreffer der Schauerbänder zwischen 1 und 3 Litern pro Quadratmeter. Der Luftdruck stabilisiert sich bei 1016 hPa.

Abend
Mit dem Ausbleiben der solareren Einstrahlung stabilisiert sich die Atmosphäre am Abend rasch. Die Quellwolken fallen laut ICON und ARPEGE in sich zusammen und machen Platz für größere Aufklarungszonen. Die Temperaturen gehen im Vorhersagegebiet zügig auf 15 °C bis 17 °C zurück. Der Wind flaut spürbar ab und weht nur noch schwach aus nordwestlichen Richtungen mit Geschwindigkeiten unter 10 km/h. Die Luftfeuchtigkeit steigt im Gegenzug wieder auf über 75 % an. Es tritt kein nennenswerter Niederschlag mehr auf.

Nacht
Die Nacht zum Sonntag verläuft unter dem zunehmenden Einfluss eines sich von Westen herreichenden Hochdruckkeils weitgehend sternenklar oder nur gering bewölkt. Durch die starke Ausstrahlung kühlt es intensiv ab; die Minima sinken in Lingenfeld, Westheim und Lustadt auf recht frische 9 °C bis 10 °C. Da die Taupunkte kaum sinken, schließt sich die synoptische Lücke, und die Luftfeuchtigkeit erreicht Werte von 95 % bis 100 %. Die hochauflösenden ICON-D2 und WRF-Modelle simulieren aufgrund der Restfeuchte und Windstille eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Ausbildung dichter Strahlungsnebelfelder, insbesondere über den landwirtschaftlichen Freiflächen um Lustadt. Der Luftdruck steigt weiter auf rund 1020 hPa.

Sonntag, 23.08.2026 – Wetterberuhigung und ansteigende Temperaturen

Morgen
Der Sonntag beginnt gebietsweise mit zähen, teils dichten Nebelfeldern, die die Sichtweiten stark einschränken können. Außerhalb des Nebels zeigt sich der Himmel jedoch wolkenlos. Die Frühwerte bewegen sich am absoluten Tiefpunkt des Wochenendes bei rund 9 °C. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei nahezu 100 %. Der Wind ist nahezu windstill oder zieht schwach aus nördlichen Richtungen. Der Luftdruck klettert auf ein stabiles Niveau von 1022 hPa, was den endgültigen Durchgreif des Hochdruckgebietes signalisiert.

Vormittag
Im Verlauf des Vormittags löst die zunehmende Augustsonne die Nebelfelder spätestens bis 10:00 Uhr vollständig auf. Danach setzt sich strahlender Sonnenschein durch, der nur von wenigen, harmlosen Schönwetterwolken (Cumulus humilis) am Horizont flankiert wird. Alle relevanten Modelle – inklusive des AIFS und GFS – zeigen eine einheitliche und trockene Entwicklung ohne jegliche Niederschlagssignale. Die Temperaturen erholen sich spürbar und erreichen am späten Vormittag angenehme 16 °C bis 18 °C bei einer stetig sinkenden Luftfeuchtigkeit von etwa 65 %.

Nachmittag
Am Nachmittag präsentiert sich das Wetter in der Süpfalz von seiner freundlichen Seite. Die Höchsttemperaturen steigen im Vergleich zum Vortag an und erreichen Werte zwischen 21 °C und 22 °C. Der Taupunkt verbleibt bei trockenen 9 °C, was zu einer sehr angenehmen und nicht mehr schwülen relativen Luftfeuchtigkeit von knapp 50 % bis 55 % führt. Der Wind weht schwach und unbedeutend aus Nord bis Nordost mit maximal 10 km/h. Die Sonne scheint über mehrere Stunden hinweg fast ungehindert.

Abend
Zum Abend hin bleibt der Himmel über Westheim, Lingenfeld und Lustadt gering bewölkt oder vollkommen klar. Die Temperaturen sinken nach Sonnenuntergang moderat auf Werte um 15 °C bis 17 °C. Der Luftdruck verharrt auf dem hohen Niveau von etwa 1022 hPa. Die relative Luftfeuchtigkeit nimmt mit der abendlichen Abkühlung wieder Kurs auf die 70-Prozent-Marke. Windbewegungen sind kaum noch messbar.

Nacht
Die Nacht zum Montag verläuft unter fortwährendem Hochdruckeinfluss störungsfrei und wolkenlos. Die Temperaturen gehen erneut spürbar zurück und erreichen Tiefstwerte um 10 °C bis 11 °C. Der Wind bleibt windstill. Lokale, flache Nebelfelder über feuchten Wiesenböden sind aufgrund der herrschenden Strahlungsbedingungen abermals möglich, fallen jedoch weniger dicht aus als in der Vornacht.

Detailanalyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten

Die synoptische Analyse der Gewitterbereitschaft offenbart eine markante Zweiteilung des Wochenendes, die maßgeblich durch den raschen Luftmassenwechsel bestimmt wird:

  • Samstag (Morgen bis Nachmittag): Für den Samstagvormittag berechnen die thermodynamischen Indizes der Konvektionsmodelle (ICON-D2, WRF) eine abklingende Gewitterwahrscheinlichkeit von anfangs noch 25 % bis 30 %, die primär an die abziehende Frontalzone gekoppelt ist. Am Samstagnachmittag baut sich durch die Kombination aus kühler Höhenluft (-22 °C in 500 hPa) und mäßiger Einstrahlung am Boden eine geringe bis moderate fundamentale Labilität auf. Die CAPE-Werte (konvektive verfügbare potenzielle Energie) bleiben mit 100 bis 250 J/kg jedoch im gedeckelten Bereich. Da es an nennenswerter dynamischer Hebung (Scherung unter 10 m/s) fehlt, ist das Risiko für organisierte schwere Gewitter extrem gering. Es besteht eine Restwahrscheinlichkeit von etwa 15 % bis 20 % für kurze, isolierte Kaltluftgewitter. Diese können punktuell mit Graupel oder kleinkörnigem Hagel sowie kurzzeitig auffrischenden Böen bis 55 km/h (Bft 7) einhergehen, weisen jedoch eine sehr kurze Lebensdauer auf und ziehen schnell ab.
  • Samstagabend bis Sonntag: Ab Samstagabend (nach 20:00 Uhr) sinkt die Gewitterwahrscheinlichkeit im gesamten Vorhersagegebiet auf unter 5 %. Das einsickernde Absinken im Kern des Zwischenhochs baut jegliche verbleibende Labilität ab und sorgt für eine großräumige Schichtungsstabilität. Am gesamten Sonntag liegt die Gewitterwahrscheinlichkeit bei 0 %, da die vertikalen Temperaturschichtungen durch das Hochdruckgebiet vollständig stabilisiert und ausgetrocknet werden.
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