Ein ruhiger spätsommerlicher Hochdruckkeil des Azorenhochs bestimmt das Wetter in der Pfalz, während Ableger eines Islandtiefs den Norden Deutschlands tangieren.
Die numerischen Wettervorhersagemodelle ARPEGE, AIFS, GFS, GEM, ICON, NAVGEM und ECMWF sowie die hochauflösenden Regionalmodelle ICON-D2 und WRF zeigen für den Südwesten eine weitgehend einheitliche, stabile Entwicklung. Unterschiede zeigen sich lediglich in den hochauflösenden Simulationen bezüglich lokaler Feuchtefelder und flacher Bewölkung. Nachfolgend wird die detaillierte meteorologische Entwicklung für die Pfalz in den einzelnen Tagesabschnitten beschrieben.
Synoptische Vorhersage für den 01.09.2026
Morgen
In den frühen Morgenstunden sorgt verbreitetes Absinken unter dem Hochdruckkeil für geringe Bewölkung oder klaren Himmel. ICON-D2 und WRF simulieren aufgrund der nächtlichen Ausstrahlung und der vorausgegangenen Restfeuchte eine Neigung zu lokalen, flachen Nebelfeldern, insbesondere entlang der Flussläufe von Rhein und Lauter sowie in den Senken des Pfälzerwalds. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt nahe der Sättigungsgrenze bei 90 bis 95 Prozent. Der Luftdruck ist stabil und liegt auf Meereshöhe bei etwa 1018 bis 1020 Hektopascal. Die Temperaturen sinken in den Hochlagen auf frische 11 Grad Celsius, während im Rheintal Tiefstwerte um 13 Grad Celsius gemessen werden. Die Taupunkte bewegen sich deckungsgleich zwischen 10 und 12 Grad Celsius. Der Wind weht schwach und kaum spürbar aus südwestlichen bis westlichen Richtungen mit Geschwindigkeiten um 5 bis 8 Kilometer pro Stunde. Niederschläge sind absolut ausgeschlossen, die Gewitterwahrscheinlichkeit liegt bei 0 Prozent.
Vormittag
Nach rascher Auflösung der morgendlichen Nebelfelder setzt sich im Laufe des Vormittags verbreitet die Sonne durch. Globalmodelle wie ECMWF und GFS prognostizieren eine lockere Quellbewölkung (Cumulus humilis), die vor allem über dem Pfälzerwald durch thermische Hebung entsteht. Die Sonne scheint über weite Strecken ungestört, was zu einem raschen Temperaturanstieg auf 17 bis 19 Grad Celsius führt. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt infolge der Erwärmung und Durchmischung der Luftmasse sprunghaft auf 70 bis 75 Prozent. Der Taupunkt verbleibt relativ konstant bei etwa 11 Grad Celsius, wodurch sich die Luft angenehm anfühlt. Der Luftdruck zeigt im Tagesgang eine leichte Tendenz zum Fallen, verbleibt jedoch auf einem komfortablen Niveau von 1018 Hektopascal. Der Wind frischt minimal auf, bleibt jedoch mit 10 bis 15 Kilometern pro Stunde aus westlicher Richtung schwach. Die Gewitterwahrscheinlichkeit verbleibt bei 0 Prozent, da eine ausgeprägte Absinkinversion jegliche hochreichende Konvektion unterdrückt.
Nachmittag
Am Nachmittag wird der Höhepunkt der spätsommerlichen Erwärmung erreicht. Die deterministischen Modelle ARPEGE und GEM berechnen Maxima von 21 bis 23 Grad Celsius in den höheren Lagen der Westpfalz und bis zu 24 oder vereinzelt 25 Grad Celsius in den windgeschützten Lagen der Vorderpfalz und entlang der Weinstraße. Der Himmel präsentiert sich meist nur schwach bewölkt mit dekorativen Schönwetterwolken, sodass die Sonnenscheindauer sehr hoch ausfällt. Die relative Luftfeuchtigkeit erreicht mit 48 bis 52 Prozent ihren Tagestiefstwert. Die Taupunkte verharren stabil bei Werten um 12 Grad Celsius, was auf eine trockene, gut durchmischte Grenzschicht hinweist. Der Bodendruck pendelt sich bei 1017 Hektopascal ein. Der Wind weht mäßig, im Pfälzerwald zeitweise leicht böig aus West-Südwest mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 15 bis 20 Kilometern pro Stunde, Spitzenböen erreichen laut ICON und NAVGEM maximal 30 Kilometer pro Stunde. Das Niederschlagsrisiko ist minimal, punktuelle Schauer über den höchsten Kuppen werden vom WRF-Modell mit einer Wahrscheinlichkeit von unter 5 Prozent beziffert. Die Gewitterwahrscheinlichkeit liegt landesweit bei unter 5 Prozent, da es an Labilität und relevanter Feuchte in der mittleren Troposphäre fehlt.
Abend
Mit dem Absinken der Sonne fallen die Temperaturen rasch auf Werte zwischen 17 und 19 Grad Celsius zurück. Die Quellwolken fallen in sich zusammen und lösen sich vollständig auf, sodass ein klarer Übergang in die Nacht stattfindet. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt wieder an und erreicht Werte um 65 bis 70 Prozent, während die Taupunkte leicht auf 11 Grad Celsius sinken. Der Luftdruck beginnt im Zuge eines sich von Westen nähernden, schwachen Frontenausläufers leicht zu fallen und erreicht am späten Abend etwa 1015 Hektopascal. Der Wind flaut spürbar ab und dreht auf südwestliche Richtungen zurück, mit Geschwindigkeiten unter 10 Kilometern pro Stunde. Die Regenmenge beträgt 0 Millimeter, und die Wahrscheinlichkeit für gewittrige Entwicklungen sinkt auf 0 Prozent.
Nacht
Die Nacht zum Mittwoch verläuft unter klarem Himmel weitgehend sternenklar und ruhig. Im Laufe der zweiten Nachthälfte können sich durch die strahlungsbedingte Abkühlung in feuchten Niederungen erneut flache Nebelfelder bilden. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt wieder auf 80 bis 88 Prozent an. Die Temperaturen kühlen auf laue 14 Grad Celsius in den Ballungsräumen und bis auf 11 Grad Celsius in den Tälern des Pfälzerwaldes ab. Die Taupunkte liegen unverändert bei 10 bis 12 Grad Celsius. Der Luftdruck sinkt weiter leicht ab auf 1014 Hektopascal. Es herrscht schwacher Wind oder Windstille aus südwestlicher Richtung. Niederschläge werden von keinem Modell simuliert, weshalb die Gewitterwahrscheinlichkeit bei 0 Prozent verbleibt.
Synoptische Vorhersage für den 02.09.2026
Morgen
Der Mittwoch beginnt nach Auflösung vereinzelter Frühnebelfelder freundlich und meist wolkenlos. Die relative Luftfeuchtigkeit ist am frühen Morgen mit 85 Prozent noch erhöht, sinkt aber mit den ersten Sonnenstrahlen rasch. Die Temperaturen bewegen sich in den Morgenstunden zwischen 12 und 14 Grad Celsius bei Taupunkten von etwa 11 Grad Celsius. Der Luftdruck stabilisiert sich auf einem Niveau von 1014 Hektopascal. Der Wind weht schwach aus Südwesten mit rund 5 bis 10 Kilometern pro Stunde. Es gibt keinerlei Signale für Niederschläge, die Gewitterwahrscheinlichkeit liegt bei 0 Prozent.
Vormittag
Im Verlauf des Vormittags nimmt die Bewölkung von Nordwesten her allmählich zu, da sich die Ausläufer eines atlantischen Tiefdrucksystems bemerkbar machen. Die datengetriebenen Modelle wie AIFS sowie das europäische ECMWF zeigen den Aufzug hoher und mittelhoher Wolkenfelder (Cirrus und Altocumulus), die die Sonne zunehmend milchig abschirmen. Dennoch bleibt es warm, und das Thermometer steigt zügig auf 18 bis 21 Grad Celsius. Die relative Luftfeuchtigkeit pendelt sich bei etwa 65 Prozent ein, bei stabilen Taupunkten um 12 Grad Celsius. Der Luftdruck verharrt stabil bei 1014 Hektopascal. Der Wind dreht allmählich konsequenter auf West-Südwest und erreicht Geschwindigkeiten von 12 bis 18 Kilometern pro Stunde. Das Niederschlagsrisiko ist noch zu vernachlässigen, die Gewitterwahrscheinlichkeit beträgt weiterhin 0 Prozent.
Nachmittag
Am Nachmittag überwiegt ein wechselnd bis stark bewölkter Himmenseindruck, wobei sich sonnige Abschnitte und dichtere Wolkenpassagen abwechseln. Trotz der kompakteren Bewölkung strömt auf der Vorderseite des Tiefs sehr warme Luft ein. ARPEGE, GFS und ICON berechnen Höchstwerte von 22 bis 24 Grad Celsius, im Oberrheingraben sind lokal bis zu 25 Grad Celsius möglich. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei mittleren 55 bis 60 Prozent. Die Taupunkte steigen leicht an und erreichen Werte zwischen 12 und 14 Grad Celsius, was auf eine Zunahme der Luftfeuchtigkeit in den unteren Schichten hindeutet. Der Luftdruck sinkt leicht auf 1012 Hektopascal. Der Westwind weht mäßig und zeitweise spürbar mit Böen zwischen 20 und 25 Kilometern pro Stunde. Während es in den südlichen Teilen der Pfalz meist trocken bleibt, simulieren GEM und WRF für die Nordpfalz ein minimales Risiko für vereinzelte, unergiebige Regenschauer mit einer Regenmenge von meist unter 0,5 Millimetern. Die Gewitterwahrscheinlichkeit ist mit unter 10 Prozent als sehr gering einzustufen.
Abend
Am Abend verdichten sich die Wolken von Norden her weiter, während es nach Süden hin noch länger aufgelockert bleibt. Schaueraktivitäten verlagern sich laut ICON-D2 leicht in Richtung Donnersbergkreis, schwächen sich aber meist ab. Die Temperaturen gehen langsam auf 18 bis 16 Grad Celsius zurück. Die relative Luftfeuchtigkeit nimmt infolge der Wolkendecke und Abkühlung auf 70 bis 75 Prozent zu. Die Taupunkte verharren bei 13 Grad Celsius. Der Luftdruck sinkt weiter minimal auf 1011 Hektopascal. Der Wind bleibt mäßig aus Südwest bis West spürbar, flaut in den Tälern aber ab. Die prognostizierte Schauerwahrscheinlichkeit liegt bei 15 Prozent im Norden und unter 5 Prozent im Süden der Region, nennenswerte Regenmengen werden nicht erwartet. Die Gewitterwahrscheinlichkeit liegt bei unter 5 Prozent.
Nacht
In der Nacht zum Donnerstag zieht von Nordwesten her eine schwache Kaltfront auf, wodurch die Bewölkung flächendeckend dicht wird. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt auf Werte um 85 bis 90 Prozent. Nebel ist aufgrund der dichten Bewölkung und des mäßigen Windes kaum ein Thema. Die Temperaturen sinken aufgrund der schützenden Wolkendecke nicht allzu stark und verharren bei relativ milden 14 bis 12 Grad Celsius. Die Taupunkte liegen stabil bei 12 Grad Celsius, während der Luftdruck am Boden seinen Tiefpunkt bei etwa 1010 Hektopascal erreicht. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Südwest. Eingelagert in die Wolkendecke kann es in der zweiten Nachthälfte vor allem in der Nord- und Westpfalz zu leichtem Regen oder Sprühregen kommen. Die Modelle prognostizieren eine flächige Regenmenge von maximal 0,5 bis 2 Millimetern bis zum Morgen. Die Gewitterwahrscheinlichkeit tendiert trotz des Frontdurchgangs gegen 0 Prozent, da die Nachtpassage ohne nennenswerte Labilisierung stattfindet.
Analyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten
Eine detaillierte Betrachtung der thermodynamischen Parameter zeigt für den gesamten Vorhersagezeitraum eine äußerst geringe bis nicht vorhandene Gewitteraktivität in der Pfalz.
Am 01.09.2026 dominieren in allen relevanten Modellen (insbesondere ICON-D2 und GFS) stabile Schichtungsverhältnisse. Die berechneten Werte für die potenziell verfügbare Konvektionsenergie (CAPE) liegen ganztägig bei 0 Joule pro Kilogramm. Zudem zeigt sich eine ausgeprägte Absinkinversion im mittleren troposphärischen Niveau (zwischen 850 und 700 Hektopascal), die jedwede vertikale Luftbewegung im Keim erstickt. Der „Lifted Index“ (LI) weist positive Werte von +3 bis +5 Kelvin auf, was eine stark stabile Atmosphärensituation untermauert. Folglich wird die Gewitterwahrscheinlichkeit für den ersten Tag von allen Modellen einstimmig mit 0 Prozent bewertet.
Am 02.09.2026 nähert sich zwar eine schwache Frontalzone, doch die thermodynamischen Bedingungen reichen für die Auslösung von Gewittern nicht aus. Die Taupunkte steigen am Nachmittag zwar geringfügig auf bis zu 14 Grad Celsius an, was die spezifische Feuchte in der Grundschicht leicht erhöht, doch der vertikale Temperaturgradient bleibt zu flach. Die CAPE-Werte verbleiben im Bodenniveau bei unter 10 bis 20 Joule pro Kilogramm, was für die Entstehung hochreichender Konvektion vollkommen unzureichend ist. Auch die hochauflösenden WRF- und ICON-D2-Modelle zeigen keinerlei simuliertes Radar-Reflektivitätssignal, das auf Blitz und Donner hindeuten könnte. Die Hebung entlang der schwachen Kaltfront in der Nacht reicht lediglich für stratiformen oder schwachen konvektiven Regen ohne elektrische Aktivität. Die Gewitterwahrscheinlichkeit erreicht somit selbst zum Zeitpunkt der maximalen Frontannäherung einen Spitzenwert von unter 10 Prozent in der Nordpfalz, während sie in der Südpfalz bei unter 5 Prozent verharrt. Schwere Unwetter oder blitzintensive Gewitterzellen können für beide Tage nach aktuellem Modellstand komplett ausgeschlossen werden.