Detaillierte, modellübergreifende synoptische Analyse für die Region Pfalz (Vorderpfalz, Südpfalz, Westpfalz und Nordpfälzer Bergland) auf Basis des aktuellen Modell-Ensembles für das Wochenende.
Synoptische Ausgangslage
Mitteleuropa liegt im Grenzbereich einer straffen, recht glatten westlichen bis nordwestlichen Frontalzone über Norddeutschland und einem von Südwesten her nachstoßenden Keil des Azorenhochs THOMAS. Eine wellende Kaltfront hat die Pfalz in der Nacht zum Samstag südwärts überquert und führt auf der Rückseite mäßig warme, stabilere Meeresluft subpolaren Ursprungs heran. Am Sonntag verlagert sich das Hochzentrum direkt über Süddeutschland, wodurch eine markante Subsidenz (Absinkbewegung) einsetzt und bodennah eine windschwache, hochsommerlich anwarme Spät- bzw. Altweibersommerphase eingeleitet wird.
Samstag, 05.09.2026
Morgen
In den frühen Morgenstunden machen sich die Reste der abgezogenen Kaltfront bemerkbar. ICON-D2 und WRF zeigen dichte stratiforme Bewölkung, aus der vor allem in der Südpfalz und im Pfälzerwald letzte Tropfen fallen können. Die Regenmengen sind mit maximal 0,1 bis 0,5 Litern pro Quadratmeter zu vernachlässigen. Aufgrund der hohen Bodenfeuchte nach den nächtlichen Frontpassage und schwachem Wind bilden sich lokal im Donnersbergkreis und in den Tälern der Westpfalz flache Nebel- oder Hochnebelfelder mit Sichtweiten unter 500 Metern. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei fast 90 Prozent. Die Temperaturen starten frisch zwischen 11 Grad in den Höhenlagen und 14 Grad im Rheintal, bei Taupunkten um 10 bis 12 Grad. Der Luftdruck steigt infolge des herannahenden Hochs THOMAS zügig an und erreicht etwa 1018 Hektopascal (hPa).
Vormittag
Mit fortschreitender Einstrahlung und beginnendem Absinken der Luftmassen im ECMWF- und GFS-Modell lösen sich die Nebelfelder rasch auf. Die Restbewölkung bricht von Norden her auf, sodass sich zunehmend die Sonne durchsetzt. Der Wind dreht auf West bis Nordwest und frischt leicht auf, bleibt jedoch mit Böen um 15 bis 25 Kilometer pro Stunde (km/h) schwach bis mäßig. Die Luftfeuchtigkeit sinkt zügig auf Werte um 65 Prozent. Die Temperaturen klettern auf 16 bis 19 Grad, während die Taupunkte auf rund 9 Grad absinken, was sich angenehm anfühlt.
Nachmittag
Am Nachmittag zeigt sich das Wetter von seiner freundlichen Seite. ICON, GEM und ARPEGE prognostizieren ein ausgeprägtes Wechselspiel aus viel Sonnenschein und flachen, harmlosen Quellwolken (Cumulus humilis). Die Höchsttemperaturen erreichen in der Westpfalz (z.B. Raum Kaiserslautern) um 21 Grad, während in der sonnenverwöhnten Vorder- und Südpfalz (Landau, Speyer, Ludwigshafen) Spitzenwerte von bis zu 23 oder 24 Grad gemessen werden. Die relative Luftfeuchtigkeit geht auf trockene 40 bis 45 Prozent zurück. Der Wind weht weiterhin gut spürbar, aber unbedeutend aus Nordwest. Es fällt kein Niederschlag. Der Luftdruck festigt sich bei knapp 1020 hPa.
Abend
Mit dem Sonnenuntergang fallen die Quellwolken komplett in sich zusammen. Der Himmel klart flächig auf. Die Temperaturen sinken in der trockenen Luftmasse zügig ab und liegen gegen 22:00 Uhr meist zwischen 14 und 16 Grad im Tiefland und bei etwa 11 Grad im Bergland. Der Wind schläft fast vollständig ein und dreht auf nördliche bis nordöstliche Richtungen. Die Luftfeuchtigkeit steigt strahlungsbedingt wieder auf über 70 Prozent an.
Nacht
Die Nacht zum Sonntag verläuft unter wolkenlosem Himmel sternenklar. Die Modelle AIFS und NAVGEM stützen die gradientschwache Lage, wodurch die Erdoberfläche stark auskühlt. In den Senken der Westpfalz und entlang der Flussläufe bildet sich gegen Morgen strömungsbedingt dichter Strahlungsnebel mit Sichtweiten teils unter 100 Metern. Es bleibt absolut trocken. Die Tiefstwerte sinken kräftig auf Werte zwischen 9 und 6 Grad, in den bekannten Kaltluftseen des Pfälzerwaldes sind lokale Minima um 4 Grad nicht ausgeschlossen. Der Luftdruck steigt weiter auf rund 1022 hPa an.
Sonntag, 06.09.2026
Morgen
Der Sonntag beginnt in den Niederungen und Tälern gebietsweise mit zähem Nebel oder Hochnebel. Außerhalb dieser Nebelgebiete, insbesondere auf den Höhen des Pfälzerwaldes und im Lee des Haardtrandes, startet der Tag strahlend sonnig. Niederschläge sind ausgeschlossen, die Regenmenge liegt bei 0 Litern. Die relative Luftfeuchtigkeit ist im Nebel mit 100 Prozent gesättigt, sinkt in freien Lagen aber bereits ab. Die Temperaturen bewegen sich am frühen Morgen im kühlen Bereich zwischen 7 und 10 Grad. Der Wind ist kaum messbar und weht schwach aus östlichen Richtungen.
Vormittag
Spätestens bis 10:00 Uhr hat die September-Sonne den Bodennebel vollständig weggewischt. Danach herrscht in der gesamten Pfalz wolkenloser oder nur von wenigen hauchdünnen Schleierwolken (Cirrus) durchzogener Himmel. Alle Globalmodelle (ECMWF, GFS, ICON) sind sich über die absolute Trockenheit und maximale Sonnenscheindauer einig. Der Wind weht nur schwach aus Ost bis Südost mit maximal 10 km/h. Die Luftfeuchtigkeit sinkt rasant auf unter 50 Prozent, die Temperaturen steigen zügig auf sommerliche 18 bis 21 Grad an.
Nachmittag
Am Nachmittag etabliert sich perfektes Spätsommerwetter. Unter der absinkenden Luftmasse des Hochkerns THOMAs erwärmt sich die Luft im 2-Meter-Niveau deutlich. In der Westpfalz werden Maxima von 24 bis 25 Grad erreicht. In der Vorderpfalz knackt das Quecksilber verbreitet die Sommermarke und steigt auf 26 bis 28 Grad. Der Wind weht kaum wahrnehmbar aus Südost. Die relative Luftfeuchtigkeit erreicht mit 35 bis 40 Prozent ihren Tiefpunkt, was zu einer sehr geringen Wärmebelastung führt. Die Taupunkte verharren im sehr trockenen Bereich bei etwa 8 bis 10 Grad. Der Luftdruck erreicht mit rund 1024 hPa seinen Scheitelpunkt.
Abend
Der Abend verläuft angenehm warm und windstill. Bei tiefblauem, später glutrotem Abendhimmel laden die Temperaturen auch nach Sonnenuntergang zum Verweilen im Freien ein. Gegen 21:00 Uhr werden noch 18 bis 21 Grad im Rheintal registriert. Wolken oder Nebel sind weit und breit nicht in Sicht, die Luftfeuchtigkeit zieht langsam wieder an.
Nacht
In der Nacht zum Montag bleibt der Himmel durchgehend klar. Da bodennah im Vorfeld einer neuen Westlage am Montag bereits wärmere Luftmassen herangeführt werden und der Wind schwach aus Süd bis Südost weht, kühlt es nicht mehr ganz so stark ab wie in der Vornacht. Die Tiefstwerte pendeln sich zwischen 12 Grad in den Städten der Vorderpfalz und etwa 8 Grad in den Tälern der Westpfalz ein. Nebel bildet sich aufgrund der zunehmenden Abtrocknung der Grundschicht nur noch extrem vereinzelt und flach in direkten Gewässernähen. Der Luftdruck beginnt zum Morgen hin minimal zu fallen.
Detaillierte Analyse der Gewitterwahrscheinlichkeiten
Für den gesamten Vorhersagezeitraum vom 05.09.2026 bis zum 06.09.2026 tendiert die Gewitterwahrscheinlichkeit in der Pfalz gegen Null Prozent.
Synoptisch lässt sich dies über die thermodynamischen Parameter der hochauflösenden Modelle ICON-D2 und WRF sowie der Globalmodelle ECMWF und GFS zweifelsfrei begründen:
CAPE (Convective Available Potential Energy): Die für die Gewitterbildung notwendige, labil geschichtete Energie ist im gesamten Vorhersagezeitraum nicht vorhanden. Die Modellberechnungen zeigen flächendeckend Werte von 0 Joule pro Kilogramm (J/kg). Nach dem Frontdurchgang am Samstagmorgen fließt eine stabile, kühlere Luftmasse ein, die jegliche vertikale Umlagerung unterbindet.
Subsidenzinversion: Das am Samstag nachrückende und am Sonntag direkt über der Region zentrierte Hoch THOMAS sorgt für eine großräumige Absinkbewegung der Luftmassen. Diese Subsidenz trocknet die mittleren und höheren Atmosphärenschichten extrem aus und baut eine massive Sperrschicht (Inversion) auf. Aufsteigende Luftpakete werden dadurch sofort gedeckelt und abgefangen, sodass sich am Samstag lediglich flache, harmlose Cumulus-Wolken der guten Wetterlage bilden können. Am Sonntag wird die thermische Konvektion sogar komplett unterdrückt.
Feuchtedefizit & Hebungsantrieb: Es fehlt sowohl an der notwendigen Grenzschichtfeuchte in der mittleren Troposphäre als auch an einem dynamischen Hebungsantrieb (wie z.B. einer Trogachse oder einer Konvergenzlinie), um Luftpakete gewaltsam bis zum Kondensationsniveau zu heben.
Erst im Laufe des Dienstags (08.09.2026) deutet sich mit einer neuen Kaltfront aus Westen wieder ein ansteigendes Gewitterpotenzial an, während das anstehende Wochenende synoptisch absolut stabil und gewitterfrei bleibt.