Synoptischer Wetterbericht für die Pfalz am 06.09.2026 und 07.09.2026, basierend auf der aktuellen Modellgewichtung.
Ein Hochdruckgebiet mit Kern über Ostdeutschland steuert die Lage am Sonntag, bevor am Montag eine schwache Warmfront mit feuchterer und deutlich heißerer Luftsubstanz übergreift.
Sonntag, 06.09.2026
Morgen:
Die hochauflösenden Modelle ICON-D2 und WRF zeigen für die frühen Morgenstunden ein Abklingen der nächtlichen Strahlungsabkühlung. In den Tal- und Muldenlagen der West- und Nordpfalz sowie entlang des Rheingrabens bilden sich lokale, teils dichte Nebelfelder mit Sichtweiten unter 150 Metern. Die Temperaturen sinken auf frische 7 bis 11 Grad, wobei die Taupunkte mit 6 bis 9 Grad nahe an der Sättigungsgrenze liegen. Die relative Luftfeuchtigkeit erreicht Werte zwischen 85 und 95 Prozent. Es weht ein kaum spürbarer, schwacher Wind aus nordöstlichen Richtungen bei einem stabilen, hohen Luftdruck von etwa 1022 hPa. Niederschläge sind absolut ausgeschlossen.
Vormittag:
Mit fortschreitender Sonneneinstrahlung lösen sich die Nebelfelder rasch auf. Die Globalmodelle ICON, GFS und ECMWF prognostizieren übereinstimmend einen nahezu wolkenlosen Himmel über der gesamten Pfalz. Die Sonne scheint ungestört. Die Temperaturen steigen zügig an und erreichen bis zum Ende des Vormittags Werte um 16 bis 19 Grad. Die Luftfeuchtigkeit sinkt spürbar auf rund 60 Prozent, während der Taupunkt im einstelligen Bereich stabil bleibt. Der Wind dreht leicht auf Ost und frischt minimal auf, bleibt aber mit Spitzen von maximal 10 bis 15 km/h schwach.
Nachmittag:
Am Nachmittag stellt sich spätsommerliches, trockenes Schönwetter ein. Das kanadische GEM-Modell sowie ARPEGE zeigen lediglich harmlose, flache Quellwolken über dem Pfälzerwald. Die Höchstwerte klettern in der Westpfalz auf 23 bis 25 Grad, in der klimatisch begünstigten Vorderpfalz sowie im Raum Landau/Ludwigshafen werden lokale Spitzen von 26 bis 28 Grad gemessen. Die relative Luftfeuchtigkeit erreicht mit 35 bis 45 Prozent ihr Tagesminimum. Der Luftdruck sinkt im Zuge des Tagesganges geringfügig auf 1019 hPa. Der Wind weht schwach bis mäßig aus östlichen Richtungen mit vereinzelten Böen bis 20 km/h.
Abend:
In den Abendstunden bleibt es zunächst oft sonnig und mild, bevor von Westen her im Zuge einer leichten Strömungsänderung lockere Schleierwolken aufziehen. Die Temperaturen gehen bis 22:00 Uhr langsam auf 18 bis 22 Grad zurück. Die Luftfeuchtigkeit erholt sich auf 50 bis 60 Prozent. Der Wind flaut spürbar ab und weht nur noch schwach aus Südost. Ein Niederschlagsrisiko ist weiterhin nicht vorhanden.
Nacht:
Die Nacht zum Montag verläuft wechselnd bewölkt. Die künstlich-intelligente Modellkomponente AIFS sowie das amerikanische GFS deuten das Übergreifen dichterer Wolkenfelder von Frankreich her an. Es bleibt in den allermeisten Regionen trocken, wenngleich das WRF-Modell gegen Morgen an der Grenze zum Saarland vereinzelte, unergiebige Tropfen nicht ganz ausschließt. Die Nacht wird deutlich milder als die vorangegangene: Die Tiefstwerte liegen zwischen 11 und 16 Grad. Aufgrund der zunehmenden Bewölkung und des leichten Windes ist die Nebelneigung im Vergleich zur Vormonatsnacht extrem gering.
Montag, 07.09.2026
Morgen:
Der Montag startet wechselnd bewölkt, aber überwiegend trocken. Die feucht-warme Luftmasse macht sich bereits früh bemerkbar. Die Temperaturen liegen am Morgen bereits bei milden 14 bis 17 Grad. Die relative Luftfeuchtigkeit ist mit 70 bis 80 Prozent mäßig hoch, die Taupunkte steigen markant an und erreichen Werte um 13 bis 15 Grad. Der Wind dreht auf südliche bis südwestliche Richtungen und weht schwach bis mäßig. Der Luftdruck fällt im Vorfeld einer sich von Nordwesten nähernden Tiefdruckrinne moderat auf 1014 hPa.
Vormittag:
Am Vormittag wechseln sich freundliche Phasen mit längerer Sonneneinstrahlung und dichtere Wolkenfelder ab. Es wird spürbar schwüler. Die Thermometer zeigen am späten Vormittag bereits sommerliche 22 bis 26 Grad an. Das hochauflösende ICON-D2 berechnet eine Zunahme der Labilität in der Atmosphäre, die Schauertätigkeit bleibt am Vormittag jedoch noch weitgehend auf die Vogesen und das direkte Grenzgebiet beschränkt. Der Südwestwind nimmt kontinuierlich zu.
Nachmittag:
Der Nachmittag bringt hochsommerliche Hitze und zunehmende Schwüle. Die Höchsttemperaturen schießen auf 27 bis 30 Grad in den höheren Lagen der Westpfalz und bis zu 31 oder 32 Grad in der Rheinebene und der Vorderpfalz. Die Taupunkte klettern auf drückende 16 bis 18 Grad, wodurch die Luft als sehr schwül empfunden wird. Der Luftdruck sinkt weiter auf rund 1010 hPa. Der Südwestwind frischt mäßig auf, mit stürmischen Böen im Umfeld von Schauern. Das troposphärische Feuchteangebot begünstigt die vertikale Wolkenbildung (Cumulonimbus).
Abend:
Am Abend verbleibt die Pfalz im instabilen Sektor. Während GEM und NAVGEM den Großteil der Aktivität nördlich vorbeiziehen lassen, simulieren ECMWF, ICON und das WRF-Modell von Südwesten her eine Staffelung von Schauern und lokal eng begrenzten Gewittern. Die Temperaturen gehen nur langsam auf 22 bis 26 Grad zurück. Die Luftfeuchtigkeit steigt im Umfeld von Niederschlägen auf über 80 Prozent an. Der Wind weht abseits der Konvektion mäßig aus West-Südwest.
Nacht:
In der Nacht zum Dienstag zieht die schwache Störungszone nach Osten ab. Dahinter lockert die Bewölkung im Laufe der Nacht wieder auf. Einzelne Schauer klingen rasch ab. Die Temperaturen sinken auf Werte zwischen 14 und 17 Grad. Die Luftfeuchtigkeit bleibt mit 80 bis 90 Prozent hoch, weshalb sich in den frühen Morgenstunden in feuchten Senken dichter Dunst oder flacher Nebel bilden kann. Der Wind flaut abseits der Frontpassage ab und dreht auf West.
Analyse der Gewitterwahrscheinlichkeiten
Für den 06.09.2026 liegt die Gewitterwahrscheinlichkeit in der gesamten Pfalz bei 0 Prozent. Die atmosphärische Schichtung ist durch das aufliegende Hochdruckgebiet massiv gedeckelt, und es mangelt vollständig an bodennaher Feuchtigkeit sowie Hebungsantrieben.
Am 07.09.2026 ändert sich die Lage fundamental. Die Gewitterwahrscheinlichkeit steigt ab den Nachmittagsstunden auf 25 bis 40 Prozent.
Energetische Basis: Die Modelle (insbesondere ICON-D2 und GFS) berechnen den Aufbau von moderater Instabilität mit CAPE-Werten (Convective Available Potential Energy) von 300 bis 700 J/kg, gekoppelt mit den hohen Taupunkten von bis zu 18 Grad.
Auslösemechanismen (Trigger): Es fehlt an einer markanten, linienhaften Kaltfront, weshalb flächendeckende Unwetterstrukturen unwahrscheinlich sind. Stattdessen sorgt die Orografie des Pfälzerwaldes im Zusammenspiel mit einer schwachen Bodentiefrinne für die nötige Hebung.
Modellunterschiede: Das französische ARPEGE und das WRF springen am stärksten auf lokale Entwicklungen an und simulieren isolierte, aber kräftige Zellen, die am späten Nachmittag und Abend von Südwesten (Südpfalz/Wasgau) über den Pfälzerwald in Richtung Rheinebene ziehen. Das globale ECMWF (und dessen KI-Variante AIFS) bleibt deutlich defensiver und prognostiziert eher schauerdurchsetzte, schwach-konvektive Strukturen mit nur geringer Blitzrate.
Begleiterscheinungen: Sollten sich Gewitterzellen thermodynamisch isoliert durchsetzen, besteht aufgrund der trägen Zellverlagerung lokal die Gefahr von Starkregen mit Mengen zwischen 10 und 20 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit sowie kleinkörnigem Hagel. Der Grundwind ist mäßig, im Bereich der Gewitterzellen muss jedoch mit stürmischen Böen oder Sturmböen (65 bis 80 km/h) aus Südwest bis West gerechnet werden. Zum Spätabend hin stabilisiert sich die Schichtung von Westen her wieder, sodass das Gewitterrisiko in der zweiten Nachthälfte rasch gegen Null sinkt.