Das Wetter in der Pfalz, 17.09.2026 bis 18.09.2026

Synoptische Übersicht der Großwetterlage

Die Pfalz befindet sich im Übergangsbereich zwischen einem schwächer werdenden Hochdruckgebiet über Osteuropa und einer sich von Westen her nähernden, flachen Tiefdruckrinne.

Diese Konfiguration führt zu einer zunehmend unbeständigen Südwestströmung. Während des Vorhersagezeitraums formiert sich eine instabile, energiereiche Luftmasse über Südwestdeutschland. Das Zusammenspiel der globalen Modelle (ECMWF, GFS, GEM, ICON, NAVGEM) mit den hochauflösenden Regionalmodellen (ICON-D2, WRF) sowie den KI-gestützten Systemen (AIFS) zeigt eine markante Feuchteadvektion. Insbesondere die feinstaufgelösten Modelle ICON-D2 und WRF signalisieren für den zweiten Tagesverlauf ein signifikantes Potenzial für konvektive Umlagerungen (Gewitter), da der Luftdruck kontinuierlich fällt und die Taupunkte ansteigen.

Donnerstag, 17.09.2026

Morgen
Der Tag beginnt in der gesamten Pfalz verbreitet mit dichten Nebelfeldern, insbesondere in den Flussniederungen des Rheins und im Pfälzerwald. Die Sichtweiten können lokal unter 150 Meter sinken. Der Luftdruck liegt auf einem stabilen Niveau von rund 1018 hPa. Es fällt kein Niederschlag. Die Temperaturen bewegen sich in den frühen Morgenstunden zwischen 11 °C in den Tälern des Pfälzerwaldes und 14 °C entlang der Haardt. Die Taupunkte liegen mit 10 °C bis 12 °C sehr nah an der Lufttemperatur, was zu einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit von 90 % bis 95 % führt. Der Wind weht kaum wahrnehmbar aus unterschiedlichen Richtungen.

Vormittag
Das KI-Modell AIFS und das europäische ECMWF prognostizieren eine rasche Auflösung des Nebels bis etwa 10:00 Uhr. Danach setzt sich vor allem in der Vorderpfalz die Sonne durch, während sich von Westen her (Westpfalz) erste dünne Schleierwolken (Cirren) bemerkbar machen. Die Temperaturen steigen zügig auf 18 °C bis 21 °C an. Der Luftdruck beginnt leicht zu fallen und erreicht zur Mittagszeit etwa 1016 hPa. Die Luftfeuchtigkeit sinkt durch die Sonneneinstrahlung auf 65 % bis 70 %, während die Taupunkte leicht auf 13 °C klettern. Der Wind frischt schwach auf und dreht auf südwestliche Richtungen mit Geschwindigkeiten um 10 bis 15 km/h.

Nachmittag
Am Nachmittag zeigt sich ein geteiltes Bild. Während das amerikanische GFS und das kanadische GEM für die Vorderpfalz noch längere sonnige Abschnitte vorhersagen, verdichtet sich die Bewölkung im Donnersbergkreis und der Westpfalz spürbar. Das französische ARPEGE deutet erste isolierte, flache Schauer im Bergland an, die Regenmengen bleiben mit unter 0,5 mm aber unbedeutend. Die Höchsttemperaturen erreichen sommerliche 24 °C bis 26 °C in der Rheinebene und bis zu 22 °C im höheren Pfälzerwald. Die Taupunkte steigen auf schwüle 15 °C bis 16 °C an, wodurch die Luftfeuchtigkeit bei etwa 60 % verharrt. Der Südwestwind erreicht in Böen nun 25 km/h.

Abend
Am Abend verdichtet sich die Wolkendecke von Frankreich her flächendeckend. Die Sonne verschwindet hinter einer dichten Altocumulus-Schicht. Der Luftdruck sinkt weiter auf 1013 hPa. Es bleibt in den meisten Regionen noch trocken, das hochauflösende ICON-D2 berechnet jedoch erste Schauerbänder, die gegen 21:00 Uhr die Westpfalz erreichen. Die Temperaturen gehen nur langsam auf 19 °C bis 17 °C zurück. Die Luft fühlt sich aufgrund der anhaltend hohen Taupunkte (15 °C) und einer ansteigenden Luftfeuchtigkeit von über 80 % drückend schwül an. Der Wind weht mäßig aus Südwest.

Nacht
In der Nacht zu Freitag greift eine erste feucht-instabile Störungszone auf die Pfalz über. Niederschläge breiten sich von West nach Ost aus. Das WRF-Modell und ICON simulieren staffelartig ziehende Schauer, bei denen Regenmengen zwischen 2 und 5 mm in kurzer Zeit fallen können. Die Temperaturen sinken kaum und stagnieren auf einem hohen Niveau von 16 °C bis 14 °C (Tropennacht-Niveau für den September). Der Luftdruck fällt auf 1010 hPa. Nebel spielt aufgrund der dichten Bewölkung und des auflebenden Windes keine Rolle. Die Luftfeuchtigkeit erreicht 95 % bei Taupunkten um 14 °C.

Freitag, 18.09.2026

Morgen
Der Freitagmorgen startet verbreitet wolkenverhangen und nass. Wiederholte, teils schauerartig verstärkte Niederschläge ziehen über die Pfalz hinweg. Das NAVGEM und das GEM-Modell zeigen flächendeckenden Regen, der am Morgen kumuliert bereits 3 bis 7 mm erreichen kann. Die Sonne bleibt komplett chancenlos. Die Temperaturen liegen am frühen Morgen bei 15 °C bis 17 °C, die Taupunkte sind deckungsgleich, was zu einer vollständigen Sättigung der Luft mit 100 % Luftfeuchtigkeit führt. Der Luftdruck sackt weiter ab auf 1008 hPa. Der Wind weht mäßig, in höheren Lagen des Pfälzerwaldes auch frisch aus Südwest.

Vormittag
Gegen Vormittag lockert die kompakte Frontalbewölkung von Südwesten her etwas auf, und es kommt zu einem typischen Rückseitenwetter. Es entstehen kurze Phasen mit Sonne (ca. 30 bis 45 Minuten akkumuliert). Diese Einstrahlung ist thermodynamisch brisant, da sie die bodennahe Luftschicht in der Pfalz weiter energetisch auflädt. Die Temperaturen steigen trotz der Wolken auf 19 °C bis 21 °C. Die Luftfeuchtigkeit geht geringfügig auf 80 % zurück, während die Taupunkte mit 16 °C extrem hoch für die Jahreszeit bleiben. Der Luftdruck stabilisiert sich vorübergehend bei 1007 hPa. Der Südwestwind frischt im Donnersbergkreis in Böen bis auf 40 km/h auf.

Nachmittag
Der Nachmittag verläuft synoptisch hochgradig brisant. In der labil geschichteten Luftmasse explodiert die Konvektion. Die Regionalmodelle ICON-D2 und WRF zeigen die Entwicklung kräftiger, linienhaft angeordneter Schauer und heftiger Gewitter. Die Regenmengen können lokal stark variieren; im Kernbereich der Zellen sind binnen einer Stunde 15 bis 25 mm Niederschlag möglich. Die Temperaturen erreichen vor den Gewittern 22 °C bis 24 °C und stürzen im Schauer auf 15 °C ab. Der Luftdruck erreicht mit 1005 hPa seinen Tiefpunkt. Die Luftfeuchtigkeit schwankt extrem zwischen 70 % im Sonnenschein und 100 % im Starkregen bei konstant schwülen Taupunkten von 16 °C.

Abend
Am Abend verlagert sich der Schwerpunkt der konvektiven Aktivität allmählich nach Osten in Richtung Oberrhein und Kurpfalz. In der West- und Südpfalz beruhigt sich das Wetter langsam, und die Niederschläge klingen ab. Es bleibt jedoch weitgehend bewölkt, die Sonne zeigt sich vor dem Untergang kaum noch. Die Temperaturen pendeln sich auf 16 °C bis 14 °C ein. Der Luftdruck beginnt im Westen der Pfalz bereits wieder minimal zu steigen (1008 hPa). Die Luftfeuchtigkeit verbleibt im klatschnassen Umfeld bei 90 % bis 95 %, die Taupunkte sinken leicht auf 13 °C. Der Wind dreht auf West und flaut deutlich ab.

Nacht
In der Nacht auf Samstag setzt sich eine nachhaltige Wetterberuhigung durch. Die Wolkenreihen brechen zunehmend auf, sodass der Blick auf den Sternenhimmel teilweise freigegeben wird. Durch die starke Abkühlung und die enorme Restfeuchte am Boden bilden sich rasch dichte Nebelfelder, primär entlang der Flusstäler und in der Vorderpfalz. Es fällt kein nennenswerter Niederschlag mehr. Die Temperaturen sinken spürbar auf kühlere 11 °C bis 8 °C. Der Luftdruck steigt im Zuge eines sich von Westen her nährenden Zwischenhochs auf 1012 hPa. Die Luftfeuchtigkeit beträgt flächendeckend 98 % bei absinkenden Taupunkten um 9 °C. Es herrscht nahezu Windstille.

Genaue Analyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten
Die synoptische Analyse der Modellpalette zeigt für den Zeitraum eine signifikante Gewitterlage, die sich in zwei Phasen unterteilen lässt:

Phase 1 (Nacht von Donnerstag auf Freitag): Die Gewitterwahrscheinlichkeit steigt ab Mitternacht in der Westpfalz auf etwa 35 % bis 45 % an. Ursache ist eine flache Trogachse, die von Frankreich her übergreift. Da die Schichtung primär in der Höhe labil ist (erhöhte Elevated CAPE-Werte von ca. 200 bis 400 J/kg laut GFS und ECMWF), sind meist eingelagerte Gewitter zu erwarten. Das Gefahrenpotenzial ist hierbei noch moderat; die Hauptgefahr geht von lokalem Starkregen (bis 15 mm) und vereinzelten Windböen aus.

Phase 2 (Freitagnachmittag, 18.09.2026): Dies ist der meteorologische Schwerpunkt. Das hochauflösende ICON-D2 sowie das WRF-Modell simulieren den Aufbau einer markanten Instabilität (Surface-Based CAPE) von 800 bis 1200 J/kg, gekoppelt mit hohen Taupunkten von bis zu 17 °C. Gleichzeitig liefert die herannahende Kaltfront starke dynamische Hebung. Die Gewitterwahrscheinlichkeit eskaliert am Nachmittag (13:00 bis 18:00 Uhr) auf 75 % bis 85 % für die gesamte Pfalz.

Aufgrund einer mäßigen vertikalen Windscherung (0–6 km Scherung von ca. 15 bis 20 m/s) besteht ein erhöhtes Risiko für die Organisation der Gewitter zu Multizellen oder kurzen Böenlinien.

Spezifische Gefahrenanalyse für Freitagnachmittag:

Starkregen: Aufgrund der hohen ausregnbaren Wassermenge (Precipitable Water von über 35 mm im ARPEGE und ICON) besteht eine hohe Gefahr von lokalem, heftigem Starkregen (Aquaplaning, Überflutungen kleinerer Bachläufe).

Sturmböen: Bei Linienbildung simuliert das ICON-D2-Modell ein signifikantes Potenzial für schwere Sturmböen (75 bis 90 km/h, Bft 9–10) durch konvektiven Impulstransport aus der Höhe, besonders an der Vorderseite der Zellen.

Hagel: Die Modelle zeigen moderate Signale für Hagelbildung. Aufgrund der gedeckelten Hagel-Indizes ist meist mit kleinkörnigem Hagel (1 bis 2 cm Durchmesser) zu rechnen, großflächiger Schadenshagel ist nach aktueller Modelllage eher unwahrscheinlich.

Ab Freitagabend (ca. 19:00 Uhr) sinkt die Gewitterwahrscheinlichkeit mit Passage der Front von Westen her rapide auf unter 10 % ab, da die energiereiche Luftmasse nach Osten abgedrängt wird.

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