Die synoptische Analyse der führenden Global- und Regionalmodelle zeigt für den 18.09.2026 und 19.09.2026 eine markante, zunehmend instabile Wetterlage in der Pfalz, die durch das Übergreifen einer Tiefdruckrinne geprägt wird. Während der Freitag zunächst noch unter schwachem Hochdruckeinfluss startet, führt eine Zunahme der niederschlagbaren Feuchtigkeit am Samstag zu einer signifikanten Hebung und hoher Gewitteraktivität.
Freitag, 18.09.2026
Morgen
In den frühen Morgenstunden bildet sich laut dem hochauflösenden ICON-D2 und dem WRF-Modell in den Tälern des Pfälzerwaldes sowie entlang des Rheingrabens teils dichter Bodennebel. Das ECMWF und das KI-gestützte AIFS-Modell berechnen eine hohe relative Luftfeuchtigkeit von 92 % bis 96 %. Die Temperaturen bewegen sich in den Niederungen um 11 °C bis 13 °C, in höheren Lagen der Westpfalz sinken sie auf Werte um 9 °C. Die Taupunkte liegen sehr nah an der Lufttemperatur bei etwa 10 °C bis 12 °C, was die Nebelneigung stützt. Der Luftdruck ist stabil bei 1018 hPa, und der Wind weht schwach aus östlichen Richtungen mit kaum messbaren Geschwindigkeiten. Niederschläge werden von keinem Modell simuliert.
Vormittag
Mit fortschreitender Einstrahlung löst sich der Nebel bis spätestens 10:00 Uhr vollständig auf. Das GFS und das kanadische GEM-Modell prognostizieren eine rasche Zunahme des Sonnenscheins, wobei sich nur wenige lockere Quellwolken zeigen. Die Temperaturen steigen zügig auf 17 °C in Pirmasens und bis zu 20 °C in Landau an. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt durch die Erwärmung auf 65 %. Der Luftdruck zeigt eine leichte fallende Tendenz auf 1016 hPa. Der Wind dreht auf Südost und frischt im Bergland, etwa am Donnersberg, mit Spitzen von 20 km/h leicht auf. Es bleibt trocken.
Nachmittag
Am Nachmittag dominiert weiterhin die Sonne, doch von Westen her ziehen allmählich dichtere Schleierwolken auf. ARPEGE und NAVGEM zeigen einsetzende Advektion feuchterer Luftmassen in der mittleren Troposphäre. Die Höchsttemperaturen erreichen sommerliche 23 °C bis 25 °C in der Vorderpfalz. Die Taupunkte steigen auf 14 °C an, wodurch die Luft als zunehmend schwül empfunden wird; die relative Luftfeuchtigkeit beträgt am Boden noch etwa 50 %. Der Luftdruck fällt weiter auf 1014 hPa. Der Wind frischt spürbar aus südlichen Richtungen auf, erreicht im Mittel 15 km/h und in Böen bis zu 35 km/h im Pfälzerwald.
Abend
In den Abendstunden verdichtet sich die Bewölkung von Südwesten her deutlich. Das WRF und das ICON-D2 signalisieren eine erste Instabilisierung der Atmosphäre. Die Temperaturen gehen langsam auf 18 °C bis 16 °C zurück, während der Taupunkt mit 15 °C stabil hoch bleibt, was die relative Luftfeuchtigkeit wieder auf über 80 % ansteigen lässt. Der Luftdruck fällt auf 1011 hPa. Der Wind dreht auf Südwest und weht mäßig. Erste Schauerzellen können die Westpfalz erreichen, die Regenmenge bleibt mit unter 1 mm vorerst gering.
Nacht
Die Nacht zum Samstag verläuft unruhig und stark bewölkt. ECMWF, GFS und GEM sind sich einig, dass eine erste Staffelung schauerartiger Niederschläge die gesamte Pfalz überquert. Die simulierten Regenmengen variieren je nach Modell zwischen 2 und 5 mm. Die Temperaturen sinken aufgrund der dichten Wolkendecke nicht tief und verharren bei milden 15 °C bis 13 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit erreicht nahezu die Sättigung bei 95 % bei einem Taupunkt von 13 °C. Der Luftdruck sackt auf 1008 hPa ab. Der Wind weht böig aus Südwest mit Geschwindigkeiten um 25 km/h.
Samstag, 19.09.2026
Morgen
Der Samstagmorgen beginnt wolkenverhangen mit abziehenden Schauern der Nacht nach Nordosten. Durch die hohe Feuchtigkeit von 95 % und die Niederschläge bildet sich stellenweise Dunst und tiefe Hochnebelbewölkung. Das AIFS und ICON zeigen ein kurzes Intermezzo ohne messbaren Niederschlag, die Regenmengen stagnieren am Morgen. Die Temperaturen liegen bei 14 °C bis 16 °C, die Taupunkte folgen dicht auf 13 °C bis 14 °C. Der Luftdruck verbleibt auf einem niedrigen Niveau von 1007 hPa. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Süd-Südwest.
Vormittag
Am Vormittag lockert die Wolkendecke vorübergehend auf. Das ARPEGE und das ICON-D2 simulieren kurze, aber thermodynamisch entscheidende Sonnenfenster. Diese Einstrahlung lässt die Temperaturen rasch auf 19 °C bis 21 °C klettern. Gleichzeitig strömt sehr energiereiche Luft in die Region, wodurch der Taupunkt auf ein schwüles Niveau von 16 °C ansteigt. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt temporär auf 70 %. Der Luftdruck sinkt weiter auf 1005 hPa. Der Wind ist unbeständig, dreht im Vorfeld von Schauern auf Südost und frischt in Böen auf 30 km/h auf.
Nachmittag (Fokus Gewitter)
Am Nachmittag erreicht die Wetterlage ihren synoptischen Höhepunkt. Die Modelle GFS, ECMWF und insbesondere das konvektionserlaubende WRF sowie ICON-D2 zeigen eine explosive Mischung aus hoher Labilität und moderater Windscherung. Die Temperaturen erreichen schwüle 22 °C bis 24 °C bei anhaltend hohen Taupunkten von 16 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt im Zuge von Schauern sprunghaft an. Der Luftdruck erreicht mit 1003 hPa den Tiefpunkt. Aus Südwesten formieren sich kräftige, teils organisierte Gewitterzellen, die sich zu Clustern zusammenschließen können. Die prognostizierte Gewitterwahrscheinlichkeit liegt laut ICON-D2-EPS bei über 80 %. Es besteht eine erhöhte Gefahr von Starkregen mit Mengen zwischen 15 und 30 mm innerhalb kurzer Zeit, lokalem Hagel und stürmischen Böen bis 70 km/h (Bft 8) aus wechselnden Richtungen im unmittelbaren Gewitterumfeld.
Abend
Die Gewittersysteme verlagern sich am Abend langsam unter Abschwächung nach Osten in Richtung Oberrhein. Dahinter fließt kühlere und stabilere Luft ein. Die Temperaturen sinken spürbar auf 15 °C bis 13 °C ab, die Taupunkte gehen auf 11 °C zurück. Die relative Luftfeuchtigkeit stabilisiert sich bei 85 %. Der Luftdruck beginnt im Westen der Pfalz bereits wieder leicht zu steigen und erreicht 1006 hPa. Der Wind dreht flächig auf West bis Nordwest und weht mäßig, abseits der abziehenden Gewitterböen mit Geschwindigkeiten um 20 km/h. Die Niederschläge klingen zu leichtem Regen ab, der noch etwa 1 bis 3 mm bringt.
Nacht
In der Nacht beruhigt sich das Wettergeschehen unter dem Einfluss eines einströmenden Zwischenhochelements merklich. Das NAVGEM und das GEM-Modell zeigen ein großflächiges Abtrocknen der Atmosphäre und das Aufklaren des Himmels. Durch die feuchten Böden bildet sich bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 95 % rasch Strahlungsnebel. Die Temperaturen gehen auf kühlere 10 °C im Pfälzerwald und bis zu 12 °C an der Weinstraße zurück. Die Taupunkte sinken auf 9 °C. Der Luftdruck erholt sich auf 1010 hPa. Der Wind weht nur noch schwach aus westlichen Richtungen.