Das synoptische Wettergeschehen in der Pfalz wird am 9.10.2026 und 10.10.2026 maßgeblich durch den Abzug von Tief „Felicia“ über Nordosteuropa und das Nachrücken einer nasskalten Trogvorderseite geprägt, bevor sich am Samstagabend ein massives Hochdruckgebiet von Südwesten her stabilisierend auswirkt. Die globalen und regionalen Wettermodelle – darunter die hochauflösenden Simulationen von ICON-D2 und WRF sowie die Globalmodelle ECMWF, AIFS, GFS, GEM, ICON, ARPEGE und NAVGEM – zeigen eine hohe Übereinstimmung hinsichtlich des herbstlichen Temperatursturzes und der Windentwicklung, weisen jedoch im Detail unterschiedliche Schwerpunkte bei den abendlichen Schauerstaffeln auf.
Freitag, 09.10.2026 – Einzug maritimer Polarluft und Schauerstaffeln
🌅 Morgen:
Die Pfalz startet unter starker Bewölkung in den Tag, wobei tiefe Stratocumulus-Wolken das Landschaftsbild bestimmen. In den Tallagen des Pfälzerwalds hält sich stellenweise zäher Hochnebel. Das ICON-D2 Modell zeigt eine Luftfeuchtigkeit von nahe 93 % bis 94 % bei kühlen Temperaturen von 6 °C bis 7 °C. Die Taupunkte liegen sehr dicht bei der Lufttemperatur (um 5 °C bis 6 °C), was die Nebelneigung begünstigt. Der Luftdruck liegt bei mäßigen 1012 hPa. Das Niederschlagsrisiko ist mit knapp 10 % zunächst gering, es bleibt meist trocken. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Südwesten mit Spitzen um 10 km/h.
🌤️ Vormittag:
Im Laufe des Vormittags lockert die Bewölkung kaum auf, die Sonne zeigt sich nach Berechnungen des GFS und ECMWF Modells nur sporadisch als fahler Fleck am Himmel. Der Luftdruck beginnt leicht zu fallen, während eine vorlaufende Luftmassengrenze heranzieht. Die Temperaturen steigen nur zögerlich auf etwa 8 °C bis 9 °C. Der Südwestwind frischt spürbar auf und erreicht in Böen Geschwindigkeiten von 20 bis 25 km/h, im Bergland der Westpfalz erste steife Böen. Die Luftfeuchtigkeit sinkt minimal auf 85 %.
🌧️ Nachmittag:
Ab den Mittagsstunden beziehungsweise dem frühen Nachmittag greift die eigentliche Kaltfront des Skandinavien-Tiefs auf die Pfalz über. ARPEGE und ICON-D2 simulieren einsetzenden, zeitweise schauerartig verstärkten Regen, der sich von Nordwesten her ausbreitet. Das Niederschlagsrisiko steigt rasch auf 35 % bis 45 %. Die prognostizierte Regenmenge bewegt sich am Nachmittag zwischen 1 und 3 Litern pro Quadratmeter. Die Höchsttemperaturen werden mit 10 °C bis 11 °C gemessen, während der Taupunkt bei 7 °C verweilt. Der Wind dreht auf West-Südwest und frischt mäßig bis stark auf. Im Flachland (Vorderpfalz) treten Böen um 35 km/h auf, im Pfälzerwald sind exponiert stürmische Böen bis 55 km/h (Bft 7) möglich.
Das WRF-Modell isoliert aufgrund der einströmenden, labil geschichteten Höhenkaltluft (maritime Polarluft) eine Gewitterwahrscheinlichkeit von etwa 15 % bis 20 %. Durch die Orographie des Pfälzerwalds kann es zu Hebungseffekten kommen, die vereinzelte kurze, eingelagerte Kaltfrontgewitter mit Graupel und lokalen Sturmböen auslösen.
🌆 Abend:
Am Abend verbleibt die Region im Bereich der labilen Trogluft. Es kommt zu wiederholten Schauern. Das ECMWF und das KI-gestützte AIFS-Modell zeigen ein wellendes Niederschlagsband, das bis in die späten Abendstunden anhält und weitere 2 bis 4 Liter Regen bringt. Das Gewitterrisiko flacht nach Sonnenuntergang auf unter 5 % ab, da die tageszeitliche Erwärmung als Energiequelle fehlt. Die Temperaturen sinken auf 10 °C, die Luftfeuchtigkeit klettert wieder auf über 85 %. Der Wind bleibt vor allem in Schauernähe böig, flaut in den Niederungen aber langsam ab.
🌙 Nacht:
In der Nacht zum Samstag bleibt es flächendeckend stark bewölkt bis bedeckt und regnerisch. Das GEM-Modell prognostiziert das Durchziehen des Hauptniederschlagsfeldes. Die Temperaturen sinken auf Tiefstwerte zwischen 11 °C in der Vorderpfalz und bis zu 6 °C in den höchsten Lagen des Donnersbergs. Der Luftdruck erreicht mit etwa 1008 hPa seinen Tiefpunkt. Aufgrund der permanenten Durchmischung durch den Wind (Südwest mit 15 bis 20 km/h) bildet sich kaum klassischer Strahlungsnebel, stattdessen kommt es zu Sichtbehinderungen durch aufliegende Bewölkung und Starkregen im Bergland.
Samstag, 10.10.2026 – Wetterberuhigung und Rückkehr des Altweibersommers
🌅 Morgen:
Der Samstagmorgen präsentiert sich zunächst noch trüb und ungemütlich. Die Kaltfront zieht nach Südosten ab, hinterlässt aber dichte Wolkenfelder und letzten abziehenden Sprühregen. Das Risiko für messbaren Niederschlag sinkt von anfangs 30 % zügig auf 15 %. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 90 % extrem hoch. Die Temperaturen liegen am frühen Morgen stabil bei etwa 11 °C. Der Wind weht mäßig aus West mit vereinzelten Böen um 20 km/h.
🌤️ Vormittag:
Zwischen 09:00 und 11:00 Uhr vollzieht sich ein markanter Wetterwechsel. Von Westen her steigt der Luftdruck durch das herannahende Hochdruckgebiet dynamisch an. Das ICON-D2 Modell rechnet mit einer raschen Wolkenauflockerung. Die Sonne bricht zunehmend durch die Wolkendecke. Das Niederschlagsrisiko geht gegen Null. Die Temperaturen klettern auf 12 °C bis 13 °C. Der Wind bleibt spürbar, dreht reiner auf West und schwächt sich im Vergleich zum Vortag etwas ab.
☀️ Nachmittag:
Der Nachmittag wird verbreitet freundlich und oft sonnig oder nur locker bewölkt. Der Einfluss des Hochdruckgebiets verdrängt die feuchte Polarluft. Die Höchstwerte erreichen recht milde 14 °C, in geschützten Lagen der Südlichen Weinstraße sind mit nennenswerter Sonneneinstrahlung bis zu 15 °C möglich. Die Luftfeuchtigkeit sinkt auf angenehme 60 % bis 65 %, die Taupunkte gehen auf rund 4 °C zurück, was die Luft deutlich trockener und klarer anfühlen lässt. Das Gewitterrisiko ist absolut nicht mehr vorhanden (0 %). Der Wind weht meist nur noch mäßig mit Geschwindigkeiten um 15 km/h aus West-Nordwest.
🌆 Abend:
Am Abend zeigt sich der Himmel über der Pfalz oft sternenklar oder nur noch von wenigen harmlosen Schleierwolken (Cirren) durchzogen. Der Wind schläft fast vollständig ein und dreht auf Südwest zurück. Durch das radikale Aufklaren setzt eine starke Strahlungsabkühlung ein. Die Temperaturen fallen rasch auf Werte um 11 °C bis 12 °C. Der Luftdruck steigt kontinuierlich auf über 1020 hPa an.
🌙 Nacht:
In der Nacht zum Sonntag etabliert sich das Kernbereich des Hochs über Mitteleuropa. Der Himmel bleibt meist wolkenlos. Bei absolutem Windstillstand sinken die Temperaturen drastisch ab und erreichen Tiefstwerte zwischen 6 °C und 8 °C, in windgeschützten Muldenlagen des Pfälzerwalds sind herbstliche 4 °C zu erwarten. In den Flusstälern von Rhein und Lauter bildet sich durch die hohe Restfeuchte im Boden und die rasche Abkühlung zäher, dichter Strahlungsnebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. Die Luftfeuchtigkeit steigt im Nebel auf 100 %. Das NAVGEM und GFS Modell signalisieren für tief gelegene Täler zudem die Gefahr von leichtem Bodenfrost in den Frühstunden des Sonntags.