Das Wetter in Westheim, Lingenfeld und Lustadt in der Pfalz, 04.09.2026 bis 05.09.2026

Ein umfangreicher synoptischer Wetterbericht für das südpfälzische Tridorf Westheim, Lingenfeld und Lustadt zeigt für den 4. und 5. September 2026 eine markante Wetterumstellung. Während am Freitag spätsommerliche bis hochsommerliche Hitze das Bild prägt, führt ein von Skandinavien nach Süden ausgreifender Tiefdruckausläufer in der Nacht zu Samstag zu einer Kaltfrontpassage.

Die betrachteten Globalmodelle (GFS, ECMWF, GEM, NAVGEM, ICON, AIFS, ARPEGE) sowie die hochauflösenden Regionalmodelle (ICON-D2, WRF) zeigen im Strömungsfilm eine hohe Übereinstimmung bezüglich des Timings und der Intensität dieser Luftmassenänderung.

Freitag, 04.09.2026 – Hochsommerliches Aufbäumen vor der Front

Morgen
In den frühen Morgenstunden dominiert über Westheim, Lingenfeld und Lustadt noch flacher Hochdruckeinfluss. Das ICON-D2 Modell simuliert absinkende Luftbewegungen, die den Himmel über der Pfalz weitgehend sternenklar halten. Es bildet sich stellenweise in Flussnähe (Altrheinregionen) leichter, flacher Strahlungsnebel, der sich jedoch mit Sonnenaufgang rasch auflöst. Die Temperaturen starten frisch bei Werten um 16 bis 17 Grad Celsius. Der Taupunkt liegt bei etwa 13 Grad Celsius, was zu Beginn eine relative Luftfeuchtigkeit von rund 75 bis 80 Prozent bedeutet. Der Luftdruck ist stabil und liegt bei 1016 Hektopascal. Es weht ein kaum spürbarer, schwacher Wind aus südwestlicher Richtung mit Geschwindigkeiten um 5 bis 10 Kilometern pro Stunde.

Vormittag
Mit fortschreitendem Vormittag setzt sich ungehindert die Sonne durch. GFS und ECMWF berechnen für die gesamte Region eine wolkenfreie Einstrahlung. Die Luft erwärmt sich rasant auf 21 bis 25 Grad Celsius. Durch die vertikale Durchmischung sinkt die relative Luftfeuchtigkeit auf ca. 55 Prozent ab, während der Taupunkt leicht auf 14 Grad Celsius ansteigt. Der Südwestwind frischt im Einklang mit den WRF-Prognosen leicht auf und erreicht im Mittel 15 Kilometer pro Stunde.

Nachmittag
Am Nachmittag wird der Höhepunkt der Hitzewelle erreicht. Die Modelle ARPEGE und ICON prognostizieren für die drei Pfälzer Gemeinden Höchstwerte von 30 bis 31 Grad Celsius. Die Luft fühlt sich aufgrund absinkender Luftfeuchtigkeit von etwa 40 Prozent trocken-heiß an. Der Taupunkt verharrt im mäßigen Bereich um 14 Grad Celsius. Die Sonne scheint ungestört, da Abschirmungen durch hohe Schleierwolken erst spät am Horizont im Nordwesten auftauchen. Der Wind dreht allmählich auf West-Südwest und erreicht Böen von bis zu 30 Kilometern pro Stunde. Der Luftdruck beginnt infolge des herannahenden Tiefs geringfügig auf 1013 Hektopascal zu fallen.

Abend
Die Abendstunden bringen zunächst nur langsame Abkühlung bei Werten um 26 bis 28 Grad Celsius. Von Nordwesten her verdichtet sich die Bewölkung laut AIFS und GEM merklich. Erste dichtere mittelhohe Wolkenfelder ziehen auf. Der Wind bleibt spürbar aus westlicher Richtung mit Böen um 25 Kilometer pro Stunde. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt mit sinkender Temperatur wieder auf über 50 Prozent an. Bis Mitternacht bleibt es in Westheim, Lingenfeld und Lustadt vollständig trocken.

Nacht
In der Nacht vollzieht sich der eigentliche Wetterwechsel. Die Kaltfront des Skandinavien-Tiefs überquert die Südpfalz von Nord nach Süd. ECMWF und ICON-D2 prognostizieren einsetzenden Regen in der zweiten Nachthälfte. Die Niederschlagsmengen summieren sich bis zum Morgen auf moderate 0,2 bis 2 Millimeter auf. Nebel spielt aufgrund der starken Winddurchmischung keine Rolle. Der Wind dreht markant auf West bis Nordwest und frischt zeitweise auf. Die Temperaturen gehen auf Werte um 15 Grad Celsius zurück, während der Luftdruck sich im Frontbereich bei 1011 Hektopascal stabilisiert. Die Luftfeuchtigkeit klettert auf knapp 90 Prozent bei einem Taupunkt von 13 Grad Celsius.

Samstag, 05.09.2026 – Rückseitenwetter und Abkühlung

Morgen
Der Samstagmorgen startet unter dichten Wolkenfeldern der abziehenden Front. Letzte Regenschauer klingen im Laufe des frühen Morgens rasch ab. Das WRF-Modell zeigt eine schnelle Abtrocknung der niederschlagsrelevanten Schichten. Die Temperaturen liegen bei kühlen 14 bis 15 Grad Celsius, und die Luft fühlt sich spürbar frischer an als am Vortag. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 85 Prozent hoch, der Taupunkt sinkt im Zustrom subpolarer Meeresluft auf 11 Grad Celsius. Es weht ein mäßiger Nordwestwind mit Geschwindigkeiten um 15 bis 20 Kilometern pro Stunde.

Vormittag
Bereits am Vormittag lockert die Wolkendecke von Nordwesten her zusehends auf. Das ICON-Modell prognostiziert erste längere sonnige Abschnitte für das Tridorf. Der Luftdruck steigt infolge nachfolgenden Keilaufbaus zügig auf 1015 Hektopascal. Die Temperaturen klettern mühsam auf Werte um 18 bis 20 Grad Celsius. Der Wind bleibt mäßig aus Nordwest, was die Erwärmung dämpft. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt auf etwa 65 Prozent.

Nachmittag
Der Nachmittag präsentiert sich wechselnd bewölkt, aber überwiegend freundlich mit einem ausgewogenen Mix aus Sonne und Quellwolken. GEM und NAVGEM berechnen keine weiteren Niederschläge. Die Höchsttemperaturen erreichen maximal 25 Grad Celsius, was im Vergleich zum Freitag einen Temperatursturz von gut 6 Grad bedeutet. Die relative Luftfeuchtigkeit pendelt sich bei angenehmen 50 bis 55 Prozent ein, bei einem Taupunkt von kühlen 10 Grad Celsius. Der Nordwestwind weht weiterhin stetig, flaut jedoch in den Böen auf maximal 25 Kilometer pro Stunde ab.

Abend
Am Abend fallen die Quellwolken durch den nachlassenden thermischen Auftrieb rasch in sich zusammen. Der Himmel klart über Lingenfeld, Westheim und Lustadt weitgehend auf. Die Temperaturen sinken zügig auf 17 bis 19 Grad Celsius. Der Wind schralt auf nördliche Richtungen und flaut spürbar ab. Der Luftdruck steigt weiter auf 1018 Hektopascal an, was die Stabilisierung der Wetterlage untermauert.

Nacht
Die Nacht zum Sonntag verläuft unter Hochdruckeinfluss weitgehend sternenklar und windstill. Durch die starke strahlungsbedingte Abkühlung sinken die Temperaturen drastisch auf Tiefstwerte von 11 Grad Celsius ab. In den Niederungen der Pfalz und nahe den Gewässern bildet sich bei einer Luftfeuchtigkeit von über 90 Prozent dichter Strahlungsnebel. Der Taupunkt sackt auf 8 Grad Celsius ab, während der Luftdruck mit 1020 Hektopascal seinen Scheitelpunkt erreicht.

Analyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten

Die synoptische Analyse der Modellpalette zeigt ein sehr geringes bis vernachlässigbares Potenzial für schwere Gewitter im Raum Westheim, Lingenfeld und Lustadt während dieser Frontpassage.

Energetische Bedingungen (CAPE & Lifte-Index): Obwohl am Freitagnachmittag durch die Einstrahlung und Höchstwerte von über 30 Grad Celsius thermische Energie zur Verfügung steht, wird diese nicht in labile Schichtung umgemünzt. Die Globalmodelle GFS und ECMWF berechnen kaum nennenswerte CAPE-Werte (Konvektive verfügbare potenzielle Energie) von unter 100 Joule pro Kilogramm. Es fehlt an feucht-warmer Luft in den unteren Schichten; die Luftmasse bleibt subpolar gedeckelt.

Dynamischer Antrieb und Timing: Die Kaltfront erreicht die Südpfalz erst in der zweiten Nachthälfte zum Samstag. Zu diesem Zeitpunkt ist der solare Strahlungsantrieb vollständig erloschen. Hochauflösende Konvektionsmodelle wie ICON-D2 und WRF zeigen, dass die Front primär als stabil geschichtetes Regenband (katabatischer Charakter) durchzieht. Ein Hebungsantrieb, der hochreichende Konvektion auslösen könnte, wird durch flacheres Absinken im Vorfeld gedämpft.

Modellkonsens: Kein einziges der neun herangezogenen Modelle (einschließlich ARPEGE und AIFS) simuliert signifikante Blitzraten oder konvektive Starkregenzellen für die betroffenen Gemeinden. Die Wahrscheinlichkeit für eingelagerte Gewitter während des nächtlichen Frontdurchgangs liegt bei unter 10 Prozent. Ein nennenswertes Unwetterrisiko durch Hagel, schweren Starkregen oder Sturmböen ist nach derzeitigem Modellstand für diesen Zeitraum somit nahezu ausgeschlossen.

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