Synoptische Modellanalyse für Donnerstag, den 03.09.2026
Morgen
In den frühen Morgenstunden liegt die Pfalz unter einer mäßigen Südwestströmung.
Das ultrahochauflösende ICON-D2 Modell und die höher aufgelösten Berechnungen des WRF zeigen lokale Nebelfelder, die sich insbesondere in den Tälern des Pfälzerwaldes und entlang der Rheinebene (z.B. nahe Germersheim) formieren. Das globale ECMWF und dessen KI-Variante AIFS deuten eine relative Luftfeuchtigkeit von nahe 82 % an. Der Luftdruck ist stabil bei rund 1016 hPa. Die Temperaturen bewegen sich im milden Bereich zwischen 12 °C und 14 °C, während der Taupunkt flach bei 10 °C bis 11 °C verweilt. Der Wind weht schwach aus Südwest mit Geschwindigkeiten um 6 bis 8 km/h. Es fällt kein Niederschlag.
Vormittag
Die Nebelfelder lösen sich rasch auf. Die Sonne setzt sich in der Vorderpfalz laut dem ARPEGE und dem GEM Modell gut durch, während nach Nordwesten hin (Westpfalz/Pfälzer Bergland) erste dichtere Schleierwolken aufziehen. Das GFS Modell berechnet einen leichten Anstieg des Windes auf 10 bis 14 km/h aus Südwest. Die Temperaturen steigen zügig auf Werte um 17 °C bis 19 °C an. Der Taupunkt sinkt durch vertikale Durchmischung leicht ab. Die Luftfeuchtigkeit geht auf rund 65 % zurück, und der Luftdruck verzeichnet eine minimal fallende Tendenz. Niederschläge werden von keinem Modell simuliert.
Nachmittag
Am Nachmittag zeigt sich die Pfalz zweigeteilt. Das ICON und das französische ARPEGE Modell prognostizieren Höchstwerte von 21 °C in höheren Lagen des Pfälzerwaldes und bis zu 24 °C in der sonnenscheinverwöhnten Vorderpfalz. Der Wind frischt mäßig auf und erreicht im Mittel 15 bis 20 km/h mit vereinzelten Böen im Pfälzer Bergland. Die Luftfeuchtigkeit sinkt auf ihr Tagesminimum von knapp 55 %. Der Luftdruck pendelt sich bei 1014 hPa ein. Wolkenfelder verdichten sich von Nordwesten her spürbar, es bleibt jedoch im gesamten Vorhersagegebiet trocken, da die Regenmengen bei 0 mm verharren.
Abend
In den Abendstunden überwiegt im gesamten Pfälzer Raum eine starke Bewölkung. NAVGEM und GFS halten den Luftdruck weitgehend konstant bei 1014 hPa. Die Temperaturen sinken langsam auf Werte zwischen 19 °C und 21 °C ab. Der Taupunkt zieht durch einströmende, feuchtere Luftmassen auf 13 °C an, wodurch die Luftfeuchtigkeit wieder auf über 70 % klettert. Der Südwestwind bleibt mit 10 bis 12 km/h spürbar, flaut jedoch in geschützten Tallagen ab. Niederschlagsereignisse sind weiterhin nicht zu erwarten.
Nacht
Die Nacht verläuft weitgehend bewölkt, aber überwiegend trocken. Das ECMWF und das GEM Modell berechnen Tiefstwerte von lauen 14 °C bis 16 °C. Die Luftfeuchtigkeit steigt flächendeckend auf 78 % bis 83 %, was die Bildung von lokalem Dunst begünstigt. Der Luftdruck beginnt im Vorfeld eines Tiefdruckausläufers im Norden leicht zu fallen. Die Regenwahrscheinlichkeit ist mit unter 10 % minimal, vereinzelter Sprühregen im Donnersbergkreis kann vom sensiblen ICON-D2 nicht völlig ausgeschlossen werden, die akkumulierte Regenmenge bleibt jedoch unter 0,2 mm.
Synoptische Modellanalyse für Freitag, den 04.09.2026
Morgen
Der Freitagmorgen startet unter Zufuhr sehr warmer Luftmassen aus Südwesten. Das AIFS und das ECMWF zeigen eine lockere Restbewölkung, die rasch auflockert. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei 75 %, und der Luftdruck verweilt bei 1012 hPa. Die Frühklimatologie ist ungewöhnlich mild mit Werten zwischen 15 °C und 17 °C. Der Taupunkt klettert spürbar auf 14 °C, was auf eine zunehmend schwüle Luftmasse hindeutet. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Südwest mit 10 bis 15 km/h.
Vormittag
Am Vormittag setzt sich strahlender Sonnenschein in der gesamten Pfalz durch. Das ARPEGE und das ICON Modell prognostizieren wolkenlose Bedingungen für mehrere Stunden. Die Temperaturen explodieren förmlich und erreichen bereits am späten Vormittag hochsommerliche 22 °C bis 25 °C. Der Luftdruck sinkt weiter auf 1010 hPa. Der Wind nimmt leicht an Fahrt auf und erreicht im Mittel 15 bis 22 km/h mit ersten kräftigeren Böen aus Südwest. Die Luftfeuchtigkeit sinkt durch die starke Einstrahlung temporär auf 60 %.
Nachmittag
Der Nachmittag bringt hochsommerliche Hitze in die Pfalz. GFS, GEM und ECMWF sind sich einig, dass flächendeckend Spitzenwerte von 26 °C bis 30 °C erreicht werden, wobei die höchsten Werte in der Vorderpfalz entlang des Rheins gemessen werden. Die Luft fühlt sich bei Taupunkten von 15 °C bis 17 °C zunehmend drückend und schwül an. Die relative Luftfeuchtigkeit pendelt um 58 %. Der Luftdruck fällt weiter auf ein Tief von 1008 hPa. Der Südwestwind frischt weiter auf und erreicht im Mittel 20 bis 25 km/h. Am späten Nachmittag tauchen im Westen erste mächtige Quellwolken (Cumulonimbus) auf.
Abend
Am Abend nähert sich von Nordwesten her eine markante Kaltfront. Das hochauflösende WRF und das ICON-D2 zeigen eine signifikante Labilisierung der Luftschichten. Die Temperaturen gehen nur langsam auf 22 °C bis 25 °C zurück. Der Luftdruck erreicht mit 1006 hPa seinen vorläufigen Tiefpunkt. Der Wind dreht im Vorfeld der Front von Südwest auf West und kann in Böen stark bis stürmisch auffrischen. Erste Gewitterzellen formieren sich über dem Pfälzerwald und ziehen zügig ostwärts.
Nacht
In der Nacht bricht die Kaltfront vollends über die Pfalz herein. Das ECMWF, das ICON-D2 und das GFS Modell simulieren den Durchgang einer organisierten Niederschlagszone mit Schauern und Gewittern. Die Temperaturen stürzen hinter der Front spürbar auf kühlere 13 °C bis 15 °C ab. Der Luftdruck beginnt nach Passage der Front von Westen her wieder schlagartig zu steigen. Die Luftfeuchtigkeit springt auf 85 % bis 90 %. Die prognostizierten Regenmengen variieren modellbedingt stark und liegen flächendeckend zwischen 5 und 15 mm, in Staulagen des Pfälzerwaldes lokal auch darüber.
Detailanalyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten
Für den 03.09.2026 stufen alle betrachteten Modelle (inklusive der feinskaligen ICON-D2 und WRF) die Gewitterwahrscheinlichkeit in der Pfalz als nahezu null Prozent ein. Die Atmosphäre ist durch ein leichtes Absinken innerhalb des Hochdrucksystems stabil geschichtet. Es mangelt sowohl an ausreichender Feuchtigkeit in der mittleren Troposphäre als auch an Hebungsantrieben.
Am 04.09.2026 ändert sich die Lage fundamental. Ab dem späten Nachmittag steigt das Gewitterrisiko im Pfälzerwald auf rund 30 % an und intensiviert sich zum Abend und in der Nacht zum Samstag auf flächendeckende 55 % bis 70 %.
Thermodynamik (CAPE und Feuchte): Die Modelle GFS und ICON berechnen für den Abend moderate bis hohe Instabilitätswerte (CAPE) von 500 bis 1000 J/kg. Gepaart mit den hohen Taupunkten von bis zu 17 °C steht reichlich energetisches Potenzial für die Gewitterentwicklung zur Verfügung.
Dynamik und Scherung: Das ECMWF und das WRF Modell zeigen eine ausgeprägte Windscherung (Änderung der Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe). Dies deutet darauf hin, dass sich die Gewitter nicht nur als isolierte Einzelzellen, sondern als organisierte Linienstrukturen oder eine Böenwalze (Squall Line) formieren könnten.
Modellunterschiede bei Unwetterpotenzial: Während das globale NAVGEM und das GEM Modell die Frontpassage eher als breites, abgeschwächtes Regengebiet mit eingebetteten, mäßigen Gewittern rechnen, zeigen die konvektiv auflösenden Modelle ICON-D2 und WRF markante Spitzen. Sie warnen vor einem erhöhten Unwetterpotenzial durch Sturmböen, lokal eng begrenztem Starkregen (bis zu 25 mm in kurzer Zeit) und kleinkörnigem Hagel. Die Gewitteraktivität zieht in der zweiten Nachthälfte unter deutlicher Stabilisierung und Abkühlung der Luftmasse nach Osten ab.