Der synoptische Wetterbericht für die Pfalz zeigt für den 09.09.2026 und 10.09.2026 einen markanten Übergang von einer abziehenden Kaltfront hin zu einer sich stabilisierenden Hochdrucklage.
Die verschiedenen Wettermodelle wie ECMWF, GFS, ICON sowie die hochauflösenden Regionalmodelle ICON-D2 und WRF stimmen in der Grundstruktur weitgehend überein, zeigen jedoch im Detail – insbesondere bei den Restniederschlägen und der Bewölkung – kleinere Diskrepanzen. Die KI-gestützten und globalen Systeme wie AIFS, ARPEGE, GEM und NAVGEM stützen den raschen Luftmassenwechsel hin zu spürbar kühlerer Meeresluft.
Tagesabschnitte für Mittwoch, den 09.09.2026
Morgen:
In den frühen Morgenstunden liegt die Pfalz noch im direkten Einflussbereich der abziehenden Kaltfront. Die Modelle ECMWF und ICON zeigen verbreitet dichte Bewölkung. In den Tälern des Pfälzerwaldes sowie entlang des Rheins bilden sich stellenweise dichte Nebelfelder aus, begünstigt durch eine sehr hohe relative Luftfeuchtigkeit von 75 bis 85 Prozent. Die Temperaturen bewegen sich zwischen kühlen 11 und 13 Grad Celsius, wobei die Taupunkte mit 10 bis 11 Grad sehr nah an der Lufttemperatur liegen. Der Bodendruck beginnt nach dem Frontdurchgang von Nordwesten her bereits leicht zu steigen und liegt am Morgen bei etwa 1015 hPa. Der Wind weht schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen. Das französische ARPEGE-Modell deutet zu dieser Zeit noch letzte, unbedeutende Tropfen im Übergang zum Oberrheingraben an, während GFS und GEM die Region bereits weitgehend niederschlagsfrei sehen.
Vormittag:
Die Bewölkung lockert von Nordwesten her allmählich auf, sodass sich erste zaghafte Sonnenstrahlen zeigen. Das hochauflösende ICON-D2-Modell simuliert zähe Restbewölkung entlang der Hänge des Pfälzerwaldes, die sich erst gegen Ende des Vormittags auflöst. Die Temperaturen steigen auf 14 bis 16 Grad Celsius an. Die Taupunkte sinken durch die einfliessende trockenere Luftmasse leicht auf 9 Grad ab, was die relative Luftfeuchtigkeit auf rund 65 Prozent zurückgehen lässt. Der Wind frischt im Westrich und in freien Lagen der Vorderpfalz spürbar auf und weht böig aus West bis Nordwest.
Nachmittag:
Am Nachmittag stellt sich ein freundlicher Wechsel aus Sonne und Quellwolken ein. Die Höchsttemperaturen erreichen für die Jahreszeit mäßige 18 bis 21 Grad Celsius, im höheren Bergland um 16 Grad. Der Luftdruck steigt kontinuierlich auf ca. 1018 hPa an. Das WRF-Modell zeigt am Nachmittag im Nordteil der Pfalz die Entwicklung einzelner, isolierter Schauer, während das globale ECMWF und das datengestützte AIFS-Modell eine komplett trockene Phase prognostizieren. Der Wind bleibt gut spürbar, flacht aber im Vergleich zum Vormittag etwas ab. Die Luftfeuchtigkeit sinkt in den sonnigen Phasen auf angenehme 45 bis 55 Prozent.
Abend:
Mit dem Sonnenuntergang fallen die Quellwolken rasch zusammen. Der Himmel klärt weitgehend auf. Die Temperaturen sinken zügig auf 14 bis 16 Grad Celsius ab. Der Wind dreht auf Nordwest zurück und flaut deutlich ab. Der Luftdruck erreicht am späten Abend Werte von rund 1020 hPa, was die fortschreitende Etablierung eines Hochdruckkeils signalisiert. Die Taupunkte gehen weiter zurück und liegen am späten Abend bei etwa 7 Grad Celsius.
Nacht:
Die Nacht verläuft unter wolkenlosem oder nur gering bewölktem Himmel. Durch die starke Ausstrahlung kühlt es kräftig ab. Die Tiefstwerte sinken auf 7 bis 9 Grad Celsius, in exponierten Tallagen des Pfälzerwaldes simuliert das ICON-D2-Modell sogar Minima von bis zu 5 Grad. Bei abflauendem Wind und einer wieder ansteigenden Luftfeuchtigkeit von über 85 Prozent bilden sich in feuchten Senken und Flussläufen erneut typische herbstliche Nebelfelder.
Tagesabschnitte für Donnerstag, den 10.09.2026
Morgen:
Der Donnerstag beginnt frisch und oft strahlend sonnig, nachdem sich die morgendlichen Nebelfelder in den Niederungen rasch auflösen. Die Temperaturen liegen am frühen Morgen im einstelligen Bereich zwischen 6 und 8 Grad Celsius. Die Taupunkte sind mit 5 bis 6 Grad niedrig, weshalb sich die Luft trotz hoher relativer Feuchtigkeit von rund 80 Prozent klar und rein anfühlt. Der Luftdruck hat sich unter dem Zentrum des neuen Hochdruckgebiets bei stabilen 1022 bis 1024 hPa eingependelt. Das NAVGEM-Modell zeigt absolute Windstille im Bodenniveau.
Vormittag:
Die Sonne dominiert das Wettergeschehen im gesamten Pfälzer Raum. Nur vereinzelte, harmlose Schleierwolken ziehen in hohen atmosphärischen Schichten durch. Die Temperaturen klettern unter intensiver Einstrahlung rasch auf 14 bis 17 Grad Celsius. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt rapide auf unter 60 Prozent. Der Wind weht nur noch schwach und unbedeutend aus unterschiedlichen Richtungen, überwiegend aus Nordost.
Nachmittag:
Am Nachmittag zeigt sich die Pfalz von ihrer spätsommerlichen Seite. Die Modelle GFS, ECMWF und GEM prognostizieren übereinstimmend viel Sonnenschein mit maximalen Werten von 19 bis 21 Grad Celsius entlang der Weinstraße. Die Luftfeuchtigkeit erreicht mit rund 45 bis 50 Prozent ihren Tiefpunkt, und die Taupunkte verharren im einstelligen Bereich bei 6 Grad, was zu einem sehr angenehmen und trockenen Temperaturempfinden führt. Niederschläge sind bei allen Modellläufen absolut ausgeschlossen.
Abend:
Der Abend bringt einen klaren Ausklang des Tages bei rasch sinkenden Temperaturen. Schon kurz nach Sonnenuntergang geht das Thermometer auf 13 bis 15 Grad Celsius zurück. Der Wind bleibt schwach aus nordöstlicher Richtung. Der Luftdruck hält sein hohes Niveau von über 1022 hPa.
Nacht:
In der Nacht zum Freitag bleibt es sternenklar. Die dämpfende Wirkung von Wolken fehlt völlig, sodass die Temperaturen erneut tief in den einstelligen Bereich auf 6 bis 8 Grad Celsius fallen. Die Luftfeuchtigkeit steigt bodennah wieder auf 90 Prozent an, was lokale Nebelbildung im Oberrheingraben begünstigt. Die Taupunkte sinken auf ca. 4 Grad ab.
Analyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten
Die detaillierte Untersuchung der konvektiven Parameter zeigt für beide Vorhersagetage eine äußerst geringe bis gegen null tendierende Gewitterwahrscheinlichkeit in der Pfalz.
Am Mittwoch, den 09.09.2026, ist die labil geschichtete Warmluft durch den Durchgang der Kaltfront bereits vollständig nach Südosten abgedrängt worden. Die nachrückende Meeresluft zeichnet sich durch eine stabile Schichtung aus. Die Modelle ICON-D2 und WRF berechnen für den Nachmittag zwar minimale CAPE-Werte (konvektive verfügbare potenzielle Energie) von maximal 10 bis 30 J/kg im Nordteil der Region, diese reichen jedoch bei weitem nicht aus, um hochreichende Konvektion auszulösen. Zudem fehlt es aufgrund des rasch steigenden Luftdrucks an der nötigen großräumigen Hebung. Eventuelle Schauer, die vom WRF-Modell angedeutet werden, bleiben rein stratiformer oder schwach konvektiver Natur ohne elektrische Aktivität. Die Gewitterwahrscheinlichkeit liegt somit bei unter 5 Prozent.
Am Donnerstag, den 10.09.2026, sorgt der dominante Hochdruckeinfluss für eine ausgeprägte Absinkinversion in der mittleren Troposphäre. Diese Inversionsschicht wirkt wie ein Deckel und unterbindet jegliche vertikale Luftbewegung. Die CAPE-Werte liegen im gesamten Berechnungsgebiet aller herangezogenen Modelle (einschließlich der KI-basierten AIFS-Prognosen) bei 0 J/kg. Es gibt weder Feuchtefluss noch Hebungsantrieb. Die Wahrscheinlichkeit für Blitz und Donner liegt folglich an diesem Tag bei absolut 0 Prozent.