Synoptische Vorhersage für die Pfalz am Samstag, 10.10.2026
Morgen
Das mitteleuropäische Wettergeschehen wird heute maßgeblich von den Ausläufern des Tiefdruckgebiets „Gabriela“ geprägt, welches über Skandinavien ostwärts zieht. In den frühen Morgenstunden liegt die Pfalz in einer feucht-kühlen westlichen Strömung. Das hochauflösende Regionalmodell ICON-D2 sowie das französische ARPEGE-Modell zeigen flächendeckend dichte, tiefe Bewölkung (Stratus und Stratocumulus). Besonders in den Flusstälern des Rheins und den Senken der Vorderpfalz haben sich dichte Nebelfelder mit Sichtweiten unter 150 Metern formiert. Die relative Luftfeuchtigkeit nähert sich mit 91 bis 93 % der Sättigungsgrenze an. Punktuell fällt aus der Hochnebeldecke leichter Sprühregen (Niederschlagsrisiko 20 %, Menge unter 0,1 l/m²). Der Luftdruck verharrt auf einem mäßigen Niveau von ca. 1012 hPa. Die Temperaturen bewegen sich im kühlen Bereich zwischen 9 und 11 °C, wobei die Taupunkte mit 8 bis 10 °C dicht an der Lufttemperatur liegen. Der Wind weht nur schwach bis mäßig aus Südwest mit Geschwindigkeiten um 5 bis 7 mph.
Vormittag
Im Laufe des Vormittags setzt sich eine leichte synoptische Dynamik durch. Durch die tageszeitliche Erwärmung hebt sich der Nebel größtenteils in tief hängende Bewölkung. GEM und GFS prognostizieren eine allmähliche Abtrocknung der unteren Atmosphärenschichten, wodurch sich erste Wolkenlücken auftun. Die Sonne kann sich zeitweise für insgesamt etwa 1 bis 2 Stunden gegen die Wolken durchsetzen, insbesondere in der Südpfalz. Das Niederschlagsrisiko sinkt temporär auf unter 10 % ab. Die Luftfeuchtigkeit geht leicht auf etwa 80 bis 85 % zurück, während das Thermometer auf 12 bis 13 °C ansteigt. Der Taupunkt verbleibt relativ konstant bei 8 °C. Der Wind dreht weiter auf West und frischt laut WRF-Modell im Pfälzerwald leicht auf (Mittelwinde um 8 bis 10 mph).
Nachmittag
Am Nachmittag nähert sich die Kaltfront von Tief „Gabriela“ von Nordwesten her an. Das ECMWF-Modell sowie das KI-gestützte AIFS-Modell zeigen eine wellende Frontalzone, die ab ca. 14:00 Uhr zu einer erneuten Verdichtung der Bewölkung (Altostratus) führt. Es setzt von Nordwesten her zeitweise leichter bis mäßiger Regen ein. Die prognostizierte Regenmenge beläuft sich auf ca. 0,5 bis 1,5 l/m², bei einem auf 15 bis 20 % ansteigenden Niederschlagsrisiko. Trotz der dichteren Bewölkung werden am Nachmittag die Tageshöchstwerte von bis zu 14 °C erreicht. Die Taupunkte klettern leicht auf 9 °C, und die relative Luftfeuchtigkeit sinkt auf ihren Tagestiefstwert von ca. 58 bis 62 %. Der Wind aus West erreicht Spitzen von 10 bis 11 mph, im Bergland sind einzelne Böen möglich.
Abend
Nach dem Durchgang der labileren Frontenanteile lockert die Bewölkung von Westen her wieder spürbar auf. Das ICON-Modell berechnet für die Abendstunden verbreitet einen klaren bis nur noch gering bewölkten Himmel. Die Sonne verabschiedet sich mit vereinzelten klaren Phasen bei schwindendem Regenrisiko (nahe 0 %). Die Temperaturen sinken rasch auf 12 bis 13 °C ab, die Luftfeuchtigkeit zieht im Gegenzug wieder auf ca. 63 bis 68 % an. Der Luftdruck beginnt im Rückseitenbereich der Front leicht zu steigen und erreicht Werte um 1015 hPa. Der Wind flaut ab und dreht zurück auf Südwest mit ca. 7 bis 8 mph.
Nacht
In der Nacht zum Sonntag etabliert sich eine schwache Zwischenhochbildung. NAVGEM und GFS prognostizieren eine weitgehend klare Nacht mit periodischer, lockerer Bewölkung. Durch die starke Strahlungsabkühlung fallen die Temperaturen spürbar auf Tiefstwerte zwischen 8 °C in der Vorderpfalz und bis zu 6 °C in höheren Lagen des Pfälzerwaldes. Die Taupunkte sinken auf 5 bis 7 °C ab. Aufgrund der windschwachen Verhältnisse (Südwest mit ca. 6 bis 7 mph) und der stark ansteigenden Luftfeuchtigkeit auf 75 bis 80 % bildet sich in den frühen Morgenstunden erneut lokaler Strahlungsnebel. Das Niederschlagsrisiko bleibt in der gesamten Pfalz bei minimalen 5 %.
Synoptische Vorhersage für die Pfalz am Sonntag, 11.10.2026
Morgen
Der Sonntag beginnt synoptisch unter dem Einfluss einer mäßigen West- bis Nordwestströmung. In den Frühstunden ist die Pfalz gebietsweise wieder in dichten Nebel oder Hochnebel gehüllt, der sich durch die nächtliche Abkühlung gebildet hat. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei rund 90 %. Das ARPEGE-Modell deutet eine recht zähe Auflösung der Nebelfelder an. Die Temperaturen sind empfindlich kühl und starten bei Werten zwischen 6 und 8 °C. Der Taupunkt liegt bei ca. 5 °C. Das Niederschlagsrisiko ist mit 15 % gering, vereinzelter Sprühregen aus der Nebeldecke kann jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden. Der Wind weht schwach aus westlichen Richtungen mit rund 5 mph, während der Luftdruck stabil bei etwa 1016 hPa liegt.
Vormittag
Bis zum späten Vormittag bricht die Nebeldecke durch die einsetzende Solarstrahlung auf. Allerdings nähert sich von Norden her bereits das nächste Frontensystem eines Tiefs über der Ostsee. ICON-D2 und WRF prognostizieren den Aufzug von dichterer Quellbewölkung (Cumulus und Stratocumulus). Die Sonne zeigt sich nur noch sporadisch. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt auf etwa 75 bis 80 % ab. Die Temperaturen steigen auf mäßige 10 bis 11 °C an, während der Westwind allmählich anzieht und Geschwindigkeiten von bis zu 9 mph erreicht.
Nachmittag
Am Nachmittag stellt sich eine typische wechselhafte Rückseitenwetterlage ein. ECMWF und AIFS zeigen einen Mix aus dichteren Wolkenfeldern und kurzen sonnigen Abschnitten. Das Niederschlagsrisiko verbleibt bei moderaten 15 %, wobei GEM vereinzelte, sehr lokal begrenzte Schauer über dem Pfälzerwald berechnet. Die modellierte Regenmenge bleibt mit maximal 0,2 bis 0,5 l/m² sehr gering. Die Höchsttemperaturen erreichen herbstliche 13 °C. Die Luftfeuchtigkeit pendelt sich auf ca. 72 % ein, der Taupunkt liegt bei etwa 6 °C. Der Wind weht spürbar aus westlicher Richtung mit mittleren Geschwindigkeiten um 10 bis 11 mph.
Abend
Zum Abend hin stabilisiert sich die Schichtung der Atmosphäre von Südwesten her durch den Einfluss eines herannahenden Hochdruckkeils. Die Quellbewölkung fällt in sich zusammen und weicht einer meist klaren bis gering bewölkten Himmelsansicht. Das Regenrisiko sinkt gegen Null. Die Temperaturen gehen im Zuge der Dämmerung zügig auf 10 bis 11 °C zurück, und die Luftfeuchtigkeit steigt wieder auf knapp 78 % an. Der Wind lässt spürbar nach und dreht auf Südwest bis West mit Geschwindigkeiten um 6 bis 7 mph. Der Luftdruck steigt kontinuierlich an und erreicht am späten Abend ca. 1019 hPa.
Nacht
Die Nacht zum Montag verläuft unter zunehmendem Hochdruckeinfluss weitgehend störungsfrei. Fast alle Modelle (GFS, ICON, ECMWF) sind sich einig, dass der Himmel über der Pfalz überwiegend klar oder nur gering bewölkt bleibt. Bei windstillem oder nur schwach aus unterschiedlichen Richtungen wehendem Wind kühlt es stark aus. Die Tiefsttemperaturen sinken auf herbstlich frische 5 bis 6 Grad ab. In geschützten Tallagen des Pfälzerwaldes sind bodennahe Tiefstwerte nahe dem Gefrierpunkt nicht völlig ausgeschlossen, sodass lokal leichter Frost in Erdbodennähe auftreten kann. Die Luftfeuchtigkeit erreicht Werte von über 85 %, was in den Flussniederungen erneut zu lokaler Nebelbildung führt. Das Niederschlagsrisiko ist vernachlässigbar gering.
Genaue Analyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten
Eine detaillierte Betrachtung der synoptischen Parameter aller relevanten Modelle (ARPEGE, AIFS, GFS, GEM, ICON-D2, WRF, ICON, NAVGEM und ECMWF) zeigt für den 10.10.2026 und 11.10.2026 in der Pfalz eine extrem geringe bis nicht vorhandene Gewitterwahrscheinlichkeit.
- Thermodynamische Stabilität (CAPE & Lifted Index): Die hochauflösenden Regionalmodelle ICON-D2 und WRF berechnen für das gesamte Vorhersagegebiet der Pfalz CAPE-Werte (Convective Available Potential Energy) von praktisch 0 J/kg. Es mangelt gänzlich an labil geschichteter Warmluft im bodennahen Bereich. Der Lifted Index (LI) verbleibt durchgehend im stark positiven Bereich zwischen +4 und +7 K, was auf eine absolut stabile Atmosphärenschichtung hindeutet, welche Vertikalbewegungen (Konvektion) unterdrückt.
- Frontaldynamik am Samstag (10.10.): Zwar quert am Samstagnachmittag die Kaltfront von Tief „Gabriela“ die Pfalz, diese besitzt jedoch primär stratiformen Charakter. Da die einfließende Meereskaltluft in der Höhe erst verzögert eintrifft (keine signifikante Höhenkaltluftadvektion am Nachmittag), kommt es zu keiner ausreichenden vertikalen Temperaturspanne. Die Gewitterwahrscheinlichkeit liegt laut ECMWF und GFS bei unter 2 %. Während im Nordwesten Deutschlands durch das Überströmen der warmen Nordsee einzelne Herbstgewitter ausgelöst werden können, kommt diese Dynamik im Südwesten (Pfalz) nicht zum Tragen.
- Rückseitenwetterlage am Sonntag (11.10.): Am Sonntag befindet sich die Pfalz in einer kühlen Nordwestströmung auf der Rückseite des abgezogenen Tiefs. Das ICON-Modell zeigt zwar leichte Quellbewölkung am Nachmittag, die Obergrenzen dieser Wolken (Cloud Tops) verbleiben jedoch unterhalb der Nullgradgrenze. Es findet keine ausreichende Vereisung in den Wolken statt, die für Ladungstrennung und Blitzaktivität nötig wäre. Zudem sorgt der von Südwesten hereinragende Hochdruckkeil für ein großräumiges Absinken (Subsidenz), was jegliche kräftige Konvektion im Keim erstickt. Die Gewitterwahrscheinlichkeit sinkt somit für den Sonntag auf nahe 0 %.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass an beiden Tagen keinerlei meteorologische Voraussetzungen für das Auftreten von Gewittern in der Pfalz gegeben sind. Das Niederschlagsgeschehen bleibt rein stratiform (gleichmäßiger Regen) oder auf leichte, ungewittrige Schauer begrenzt.