Das Wetter in der Pfalz, 13.09.2026 bis 14.09.2026

Synoptische Detailanalyse für die Pfalz am 13.09.2026 und 14.09.2026

Die großräumige synoptische Lage über Mitteleuropa erfährt an diesem Wochenende eine markante Transformation.

Ein von Island nach Skandinavien ziehendes Tiefdruckgebiet schleift seine Kaltfront über den Westen Deutschlands. Die Pfalz befindet sich dabei in einer vorlaufend feucht-warmen Luftmasse subtropischen Ursprungs, die zunehmend durch Hebungsprozesse an einer wellenden Luftmassengrenze instabil wird. Während die Globalmodelle (ECMWF, GFS, GEM, NAVGEM, ARPEGE, AIFS) die Dynamik des Frontensystems großflächig erfassen, zeigen die hochauflösenden Regionalmodelle (ICON-D2, WRF) punktuell eine heftige Gewitterentwicklung im Südwesten.

Sonntag, 13.09.2026

Morgen
Der Morgen startet flächendeckend stark bewölkt. In den Tälern des Pfälzerwaldes sowie entlang der Rheinebene bildet sich stratusartige Bewölkung und feuchter Bodennebel. Die Sichtweiten können lokal auf unter 150 Meter sinken. Der Luftdruck ist bereits leicht rückläufig und bewegt sich um 1013 hPa. Der Wind weht schwach mit etwa 5 bis 10 km/h aus südwestlicher Richtung. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei extrem hohen 90 % bis 95 %, was die Nebelneigung stark begünstigt. Die Temperaturen bewegen sich im milden Bereich zwischen 14 °C und 16 °C, während die Taupunkte mit 13 °C bis 14 °C sehr nah an der Lufttemperatur liegen. Niederschläge fallen zu dieser Zeit, abgesehen von lokalem Sprühregen aus der Nebeldecke, kaum.

Vormittag
Ab den späten Vormittagsstunden beginnt sich der Nebel allmählich aufzulösen, geht jedoch in eine dichte, geschlossene Wolkendecke über. Erste Aufhellungen sind im Lee des Pfälzerwaldes zur Rheinebene hin möglich. Das ECMWF-Modell sowie das AIFS berechnen erste schwache, schauerartige Vorläufer-Niederschläge, die von Nordwesten her in die Westpfalz (Region Kaiserslautern/Pirmasens) ziehen. Die Regenmengen bleiben mit unter 1 mm noch unbedeutend. Die Temperaturen steigen auf 17 °C bis 19 °C, die Taupunkte verharren konstant bei 14 °C. Der Wind frischt aus Südwest leicht auf und erreicht im Mittel 10 bis 15 km/h. Die Luftfeuchtigkeit sinkt minimal auf 75 %.

Nachmittag
Am Nachmittag verschärft sich die Wetterlage deutlich. Die Pfalz gerät in den direkten Einflussbereich der einlaufenden Kaltfront. Die Temperaturen klettern in den Phasen kurzer Aufgelockerungen in der Südpfalz nochmals auf Spitzenwerte von 23 °C bis 25 °C. ICON und GFS zeigen hier ein markantes Feuchteangebot mit Taupunkten von 15 °C bis 17 °C, was zu einer drückenden Schwüle führt. Der Luftdruck sinkt weiter auf rund 1009 hPa. Der Wind dreht auf West-Südwest und frischt böig auf mit Mittelwinden von 20 km/h. Die Sonne zeigt sich nur noch sporadisch für etwa 1 bis maximal 2 Stunden. Erste kräftige Regenschauer und Gewitter staffeln sich von Westen her. Die prognostizierte Regenmenge am Nachmittag schwankt je nach Modell zwischen 2 und 5 mm im flächigen Mittel.

Abend
In den Abendstunden verlagert sich der Schwerpunkt der Niederschläge weiter nach Osten über die gesamte Pfalz. Die Bewölkung ist komplett geschlossen. Es setzt zeitweise mäßiger bis starker Regen ein. Die relative Luftfeuchtigkeit schnellt wieder auf 85 % bis 90 % hoch. Der Luftdruck stabilisiert sich auf niedrigem Niveau bei 1008 hPa. Die Temperaturen gehen durch die Niederschlagsabkühlung spürbar auf 17 °C bis 19 °C zurück, wobei die Taupunkte mit 16 °C weiterhin hoch bleiben. Der Wind bleibt unbeständig, weht schwach bis mäßig aus West, kann jedoch in Schauernähe markant aufleben.

Nacht
In der Nacht zum Montag zieht das Hauptregengebiet allmählich nach Südosten ab. Dahinter lockert die Bewölkung von der Nordpfalz her abschnittsweise auf. Durch die hohe Restfeuchte und die Abkühlung bildet sich in windgeschützten Lagen rasch dichter Strahlungsnebel. Die Tiefsttemperaturen sinken auf 13 °C bis 15 °C. Die Taupunkte gehen auf 12 °C zurück, was eine langsame Abtrocknung der Luftmasse signalisiert. Der Luftdruck beginnt im Zuge eines nachrückenden Zwischenhochecks wieder leicht zu steigen und erreicht gegen Morgen 1012 hPa. Der Wind schläft fast vollständig ein und dreht auf westliche bis nordwestliche Richtungen.

Montag, 14.09.2026

Morgen
Der Montag beginnt in den frühen Morgenstunden mit zähen Nebelfeldern, insbesondere entlang der Flusstäler von Lauter, Queich und Speyerbach. Über den Berglandschaften der Westpfalz hängen tiefe Wolkenreste. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 92 % sehr hoch. Die Temperaturen liegen im kühlen, aber jahreszeitlich normalen Bereich von 14 °C bis 16 °C bei Taupunkten von 13 °C. Niederschläge sind am frühen Morgen nicht mehr zu erwarten. Der Luftdruck steigt kontinuierlich an und liegt am Morgen bei 1014 hPa. Der Wind weht schwach aus westlichen Richtungen mit maximal 5 km/h.

Vormittag
Im Laufe des Vormittags setzt sich das Zwischenhoch thermodynamisch besser durch. Der Nebel löst sich rasch auf und macht einer variablen Mischung aus lockeren Quellwolken und längeren sonnigen Abschnitten Platz. Die Sonnenscheindauer am Vormittag beträgt bereits etwa 2 bis 3 Stunden. Die Luftfeuchtigkeit sinkt zügig auf angenehme 65 %. Der Luftdruck klettert auf 1016 hPa. Die Temperaturen steigen auf angenehme 18 °C bis 20 °C, während die Taupunkte auf 11 °C absinken, was die Luftmasse deutlich kontinentaler und trockener anfühlen lässt. Der Wind weht schwach bis mäßig aus West-Nordwest.

Nachmittag
Der Nachmittag präsentiert sich freundlich und spätsommerlich warm. Ein Wechselspiel aus harmlosen Schönwetterwolken und viel Sonnenschein dominiert das Wettergeschehen in der gesamten Pfalz. Die Höchsttemperaturen erreichen Werte zwischen 23 °C und 25 °C. Der Luftdruck erreicht mit 1018 hPa seinen vorläufigen Höhepunkt. Die relative Luftfeuchtigkeit geht auf komfortable 45 % bis 50 % zurück. Die Taupunkte verharren stabil bei 10 °C bis 12 °C. Es bleibt absolut niederschlagsfrei. Der Wind weht mit 10 bis 15 km/h spürbar, aber unbedeutend aus westlicher Richtung.

Abend
Am Abend fallen die Quellwolken durch den schwindenden thermischen Antrieb komplett in sich zusammen. Der Himmel klärt weitgehend auf. Die Temperaturen sinken nach Sonnenuntergang rasch ab und bewegen sich im Bereich zwischen 16 °C und 19 °C. Die Luftfeuchtigkeit steigt strahlungsbedingt wieder auf 70 % an. Der Luftdruck verbleibt auf einem stabilen Niveau von 1018 hPa. Der Wind flaut fast vollständig ab und dreht auf unterschiedliche, meist südliche bis südwestliche Richtungen.

Nacht
Die Nacht zum Dienstag verläuft unter einem nahezu sternenklaren Himmel. Nur vereinzelt ziehen dünne Schleierwolken in hohen Atmosphärenschichten durch. Aufgrund des klaren Himmels und des schwachen Windes kühlt es kräftig aus. Die Tiefstwerte sinken in den Berglagen auf 11 °C, in den größeren Städten der Rheinebene auf 13 °C bis 14 °C. Die Taupunkte gehen im Einklang mit der Auskühlung auf 9 °C zurück. Lokale, flache Nebelfelder können sich in feuchten Senken bilden, bleiben aber im Vergleich zur Vornacht selten. Der Luftdruck bleibt mit 1017 hPa stabil.

Prognostizierte Gewitterwahrscheinlichkeiten im Detail

Die Analyse der Gewitterwahrscheinlichkeit für den Sonntag (13.09.2026) zeigt erhebliche thermodynamische Signale, die vor allem durch die hochauflösenden Modelle ICON-D2 und WRF gestützt werden. Das Zusammenspiel aus hoher Einstrahlung am Samstag und der vorlaufenden Feuchteadvektion lässt die labil verfügbare Energie (CAPE) am Sonntagnachmittag auf Werte zwischen 500 und 800 J/kg ansteigen.

Das Hauptfenster für die höchste Gewitteraktivität öffnet sich am Sonntag zwischen 14:00 Uhr und 19:00 Uhr. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Gewittern liegt in der West- und Nordpfalz bei 65 %, während die Südpfalz und die Rheinebene aufgrund einer leichten Deckelungskappe (CIN) erst verzögert mit einer Wahrscheinlichkeit von 45 % getroffen werden. Das kanadische GEM-Modell und das NAVGEM zeigen die Signale etwas abgeschwächter, stützen jedoch die Zugbahn der feuchtesten Luftmassen.

Die Scherungswerte in den unteren Kilometern der Atmosphäre sind mäßig ausgeprägt (0-6 km Shear um 15 bis 20 m/s). Dies deutet primär auf multizelluläre Gewitterstrukturen und stärkere Gewitterzellen hin, die linienartig angeordnet sein können. Ein Hauptrisiko stellen dabei Starkregenereignisse dar, da die precipitable water (PWAT)-Werte mit über 30 mm für Mitte September ungewöhnlich hoch ausfallen. Lokal können im Pfälzerwald durch orografische Hebungseffekte Starkregenmengen von 10 bis 15 mm innerhalb einer Stunde fallen.

Zusätzlich besteht im Vorfeld und im Kern der Zellen die Gefahr von stürmischen Böen oder Sturmböen zwischen 60 und 65 km/h (entspricht 7 bis 8 Beaufort) aus West, da der Oberwind durch die Kaltfront gut nach unten gemischt werden kann. Kleinkörniger Hagel (Durchmesser unter 1 cm) kann aufgrund der simulierten Labilität nicht ausgeschlossen werden. Am Abend nimmt das Gewitterrisiko mit der Stabilisierung der Schichtung rasch ab, und die Aktivität geht ab ca. 21:00 Uhr in flächigen, stratiformen Nachregen über. Am Montag besteht aufgrund des Zwischenhocheinflusses eine Gewitterwahrscheinlichkeit von 0 %.

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