Der synoptische Wetterbericht für die Pfalz prognostiziert für den 17.08.2026 und 18.08.2026 einen markanten Wetterumschwung mit kühlerer, unbeständiger Luft und einer differenzierten Gewitterwahrscheinlichkeit unter dem Einfluss einer abziehenden Kaltfront. Während die globalen und regionalen Wettermodelle ECMWF, GFS, ICON und GEM eine grundlegende Abkühlung nach der jüngsten Hitzewelle stützen, zeigen die hochauflösenden Konvektionsmodelle ICON-D2 und WRF lokale Schwerpunkte für Schauer und Restgewitter auf.
Montag, 17.08.2026
Morgen: In den frühen Morgenstunden zeigt sich die Pfalz wolkenverhangen. Das französische Modell ARPEGE sowie das NAVGEM-Modell erfassen leichten, flächigen Regen, der von Nordwesten her reingezogen ist. Die Regenmenge bleibt mit 0,5 bis 2 Litern pro Quadratmeter gering. Punktuell bildet sich in den Tälern des Pfälzerwaldes leichter Dunst oder Nebel bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit von 85 bis 92 %. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 15 °C und 17 °C. Der Wind weht schwach aus Nordwest mit Geschwindigkeiten um 5 bis 10 km/h. Der Luftdruck stabilisiert sich auf mäßigem Niveau um 1014 hPa. Die Taupunkte liegen relativ hoch bei 13 °C bis 15 °C, was die Luft spürbar feucht anfühlen lässt.
Vormittag: Die dichte Bewölkung lockert nach den Berechnungen des KI-gestützten AIFS (ECMWF) und des GFS-Modells nur zögerlich auf. Es bleibt meist trocken, die Sonne zeigt sich nur vereinzelt für wenige Minuten durch Lücken der Stratocumulus-Bewölkung. Der Luftdruck steigt leicht an. Die Temperaturen klettern auf etwa 18 °C bis 20 °C. Die Luftfeuchtigkeit sinkt leicht auf 75 %. Die Taupunkte verharren konstant bei etwa 13 °C. Der Wind bleibt schwach und dreht im Tagesverlauf leicht, behält aber seine nordwestliche Komponente bei.
Nachmittag: Am Nachmittag setzt sich die Sonne zeitweise besser durch, besonders vom Saarland bis nach Franken lockert es auf. Das ICON-Modell berechnet ein Ansteigen der Temperaturen auf Höchstwerte zwischen 22 °C und 24 °C. Durch die Sonneneinstrahlung wird etwas Labilität aufgebaut. Die hochauflösenden Modelle ICON-D2 und WRF deuten einzelne, isolierte Schauer im Pfälzerwald an, wobei die berechneten Regenmengen lokal begrenzt bei 1 bis 3 Litern liegen können. Die Luftfeuchtigkeit sinkt auf ihren Tagestiefstwert von rund 55 %. Die Taupunkte liegen bei 12 °C, und der Luftdruck erreicht 1016 hPa. Der Nordwestwind frischt vorübergehend mäßig auf mit Böen bis 25 km/h.
Abend: Am Abend klingen die vereinzelten Schauer rasch ab. Die Bewölkung geht laut GEM und ECMWF in eine lockere Quellbewölkung über, wodurch die Sonne vor ihrem Untergang nochmals freie Bahn hat. Die Temperaturen gehen langsam auf 19 °C bis 21 °C zurück. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt mit der Abkühlung wieder auf über 70 %. Der Wind flaut ab und weht nur noch schwach aus nördlichen Richtungen. Der Taupunkt sinkt minimal auf 11 °C.
Nacht: Die Nacht zum Dienstag verläuft weitgehend gering bewölkt bis wolkenlos und trocken. Aufgrund der windstarken Abtrocknung tagsüber und nachfolgender Strahlungsabkühlung sinken die Temperaturen auf Tiefstwerte zwischen 15 °C und 12 °C. In feuchten Senken der Vorderpfalz kann sich lokaler Bodennebel bilden. Die Luftfeuchtigkeit klettert auf Werte nahe 80 %. Der Luftdruck bleibt stabil bei 1017 hPa.
Dienstag, 18.08.2026
Morgen: Der Dienstag startet in den Niederungen teils mit Nebelfeldern, die sich jedoch unter der aufgehenden Sonne schnell auflösen. Das AIFS und das europäische ECMWF prognostizieren dornige Schleierwolken, die von Nordwesten heranziehen und Vorboten eines neuen Tiefdruckausläufers sind. Die Temperaturen liegen am frühen Morgen bei frischen 14 °C bis 16 °C. Die Taupunkte liegen bei knapp 10 °C, die Luftfeuchtigkeit liegt bei rund 80 %. Der Wind weht schwach aus West bis Südwest.
Vormittag: Am Vormittag verdichtet sich die Bewölkung von Norden her zusehends. Die Sonne wird zunehmend milchig und schließlich ganz verdeckt. Der Luftdruck beginnt leicht zu fallen und sinkt auf 1013 hPa. Die Temperaturen erreichen mühsam 18 °C bis 19 °C. Die Taupunkte steigen infolge von Feuchteadvektion aus Südwesten leicht an auf 12 °C, während die relative Luftfeuchtigkeit bei etwa 75 % liegt. Der Wind frischt spürbar auf und dreht auf Südwest mit ersten Böen um 30 km/h.
Nachmittag: Das GFS-Modell und das kanadische GEM lassen am Nachmittag ein kompaktes Regengebiet auf die Pfalz treffen. Es setzt zeitweilig mäßiger, schauerartig verstärkter Regen ein. Die prognostizierten Regenmengen summieren sich flächig auf 4 bis 8 Liter pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden, wobei der Schwerpunkt nördlich der Linie Mannheim-Pirmasens liegt. Die Temperaturen erreichen trotz der Wolken schwüle Höchstwerte von 21 °C bis 23 °C. Die Luftfeuchtigkeit schnellt auf 85 % hoch, und die Taupunkte klettern auf drückende 15 °C. Der Südwestwind weht mäßig und in Schauernähe böig auffrischend.
Abend: Die Hauptniederschlagszone zieht am Abend nach Südosten ab, dahinter lockert die Wolkendecke laut ARPEGE postfrontal zögerlich auf. Es bleibt jedoch wechselhaft mit einzelnen nachfolgenden Schauern. Die Temperaturen sinken auf 17 °C bis 19 °C. Der Wind dreht auf Nordwest bis Nord und bleibt mäßig spürbar. Der Luftdruck fängt sich bei 1012 hPa auf niedrigem Niveau auf. Die relative Luftfeuchtigkeit verbleibt aufgrund der nassen Böden bei hohen 85 %.
Nacht: In der Nacht zum Mittwoch beruhigt sich das Wetter unter dem Einfluss eines kleinen Zwischenhochs etwas. Das WRF-Modell zeigt letzte Schauer, die nach Süden abziehen. Der Himmel lockert teilweise auf, was bei feuchter Luft und Tiefstwerten um 13 °C verbreitet zu Nebel- und Hochnebelbildung führt. Der Luftdruck steigt leicht auf 1014 hPa an. Die Luftfeuchtigkeit erreicht nahezu die Sättigungsgrenze von 95 % bei sinkenden Taupunkten um 11 °C.
Analyse der Gewitterwahrscheinlichkeiten
Die synoptische Analyse zeigt für den 17.08.2026 eine sehr geringe Gewitterwahrscheinlichkeit (unter 15 %) für die Pfalz. Die Kaltfront des Tiefs hat die Region bereits südwärts überquert, sodass die energiereiche, schwüle Luftmasse nach Baden-Württemberg und Bayern abgedrängt wurde. Die Modelle ICON-D2 und WRF berechnen zwar moderate CAPE-Werte (konvektive Energie) von 100 bis 200 J/kg im Pfälzerwald durch die Nachmittagssonne, allerdings verhindert eine ausgeprägte Absinkinversion in mittleren Troposphärenschichten die vertikale Entwicklung mächtiger Schauerwolken zu Gewitterzellen. Höchstens isolierte, kurze Graupelschauereffekte ohne Blitzaktivität sind zu erwarten.
Für den 18.08.2026 steigt die Gewitterwahrscheinlichkeit auf ein mäßiges Niveau (ca. 35 bis 45 %) an. Ursache ist das heranziehende Regengebiet, das vorderseitig nochmals feucht-warme Luft in den Süden und die Pfalz steuert. Das GFS-Modell simuliert im Vorfeld der herannahenden Höhenkaltfront eine Zunahme der Labilität mit CAPE-Werten zwischen 300 und 500 J/kg am Nachmittag. Da gleichzeitig die Windscherung (Änderung der Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe) moderat ausgeprägt ist, prognostiziert das hochauflösende WRF-Modell eingebettete, linienartige Strukturen im schauerartigen Regen. Diese können lokal von kurzen, kräftigen Gewittern mit Starkregen (bis zu 15 l/m² in kurzer Zeit) und stürmischen Böen von 60 bis 70 km/h begleitet werden. Eine flächige Unwetterlage wird von den Modellen wie ECMWF und GEM jedoch nicht gestützt, da die thermische Energie im Vergleich zur vorherigen Hitzewelle gedämpft bleibt.
