Das Wetter in der Pfalz, 21.10.2026 bis 22.10.2026

Synoptische Modellanalyse und Großwetterlage

Die Pfalz befindet sich im Einflussbereich einer lebhaften, zyklonal geprägten Südwestströmung. Ein steuerndes Tiefdrucksystem über dem Nordatlantik lenkt wiederholt feucht-kühle, herbstliche Luftmassen und eingebettete Frontensysteme über Mitteleuropa hinweg.

Die globalen und regionalen Wettermodelle (ECMWF, AIFS, GFS, GEM, ICON, NAVGEM, WRF, ARPEGE sowie das hochauflösende ICON-D2) zeigen für den 21.10.2026 und 22.10.2026 eine sehr hohe Übereinstimmung (Modellkonsens) hinsichtlich des wechselhaften Charakters. Das führende ECMWF und dessen KI-Variante AIFS stützen ein herbstlich-graues Szenario mit wiederholten Regenschauern. Das amerikanische GFS und das kanadische GEM modellieren den Luftdruckverlauf flachzyklonal im Bereich von 1008 hPa bis 1014 hPa, wobei zum Donnerstag hin eine leichte Gradientenverdichtung einsetzt. Das französische ARPEGE und das hochauflösende Regionalmodell ICON-D2 deuten eine feuchte Grenzschicht mit hoher Sättigung (Luftfeuchtigkeit oft über 85–90 %) an, was Schauerbänder und Nebelfelder begünstigt. Das NAVGEM hält sich im globalen Trend auf der etwas kühleren Seite auf.

Tagesabschnitte für Mittwoch, 21.10.2026

🌅 Morgen
Die Pfalz startet flächendeckend wolkenverhangen in den Tag. Das ICON-D2 und das WRF zeigen aufgrund der nächtlichen Abkühlung verbreitet feuchte Luftmassen mit Nebelfeldern, insbesondere entlang des Rheintals und in den Senken des Pfälzerwalds. Die Sichtweiten können lokal unter 150 Meter sinken. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 7 °C und 9 °C, die Taupunkte liegen dicht auf ähnlichem Niveau bei 6 °C bis 8 °C, was die relative Luftfeuchtigkeit auf nahezu 95 % steigen lässt. Es herrscht bereits ein leichtes Risiko für Nieselregen (ca. 40 %). Der Wind weht schwach aus südwestlichen Richtungen.

🚗 Vormittag
Der Nebel geht im Laufe des Vormittags in eine dichte, tiefe Schichtbewölkung über. Nach Berechnungen des ARPEGE und des ICON zieht von Südwesten her ein erstes kompakteres Regengebiet auf. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt rasch auf 80 % an. Erste messbare Mengen von 1 bis 2 l/m² werden vor allem im Westrich und im Pfälzerwald generiert. Die Sonne hat keinerlei Chancen. Die Temperaturen steigen verhalten auf 10 °C bis 11 °C. Der Luftdruck sinkt leicht auf rund 1010 hPa.

🌧️ Nachmittag
Am Nachmittag wird die feuchteste Phase des Tages erreicht. Alle Modelle, angeführt von ECMWF und GFS, prognostizieren zeitweise leichten bis mäßigen Regen. Die akkumulierte Regenmenge erreicht bis zum Abend Werte zwischen 2 und 4 l/m². Die Luftfeuchtigkeit verharrt im Bereich von 85 % bis 90 %. Die Höchsttemperaturen klettern in der Vorderpfalz auf bis zu 13 °C, während es in höheren Lagen des Pfälzerwalds bei knapp 9 °C bleibt. Der Südwestwind frischt spürbar auf und erreicht in Böen Geschwindigkeiten von 15 bis 30 km/h.

🌆 Abend
Der flächige Regen geht allmählich in eine schauerartige Struktur über. Laut AIFS und GEM lockert die Bewölkung von Westen her nur minimal auf, meist bleibt es stark bewölkt. Das Niederschlagsrisiko sinkt leicht auf 60 %, einzelne Schauer sind aber weiterhin einzuplanen. Die Temperaturen gehen auf 11 °C bis 12 °C zurück. Der Wind bleibt mäßig und teils böig auffrischend.

🌙 Nacht
In der Nacht zum Donnerstag zeigt sich die Wolkendecke phasenweise etwas aufgelockert, vor allem über der Rheinebene. Das WRF-Modell detektiert ein Abklingen der Schauertätigkeit, das Regenrisiko sinkt auf unter 20 %. Die Tiefstwerte sinken auf rund 6 °C ab. Durch die feuchte Vorgeschichte bildet sich in windgeschützten Lagen erneut örtlicher Nebel oder Hochnebel.

Tagesabschnitte für Donnerstag, 22.10.2026

🌅 Morgen
Der Donnerstagmorgen beginnt erneut wolkenreich und gebietsweise neblig-trüb. Der Wind nimmt im Vergleich zur Vormonatsnacht jedoch nicht komplett ab, da sich ein neues Tief über Westeuropa nähert. Die Tiefstwerte liegen stabil bei 7 °C bis 9 °C. Die Taupunkte bewegen sich um 6 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei rund 90 %. Das Regenrisiko ist am frühen Morgen mit 20 % zunächst noch gering.

🚗 Vormittag
Am Vormittag verdichtet sich die Bewölkung von Westen her zügig wieder zu einer geschlossenen Decke. GFS und ICON modellieren eine spürbare Windzunahme. Der Südwestwind frischt mäßig bis frisch auf. Im Bergland der Pfalz (Donnersberg, Kalmit) sind erste stürmische Böen nicht ausgeschlossen. Das Niederschlagsrisiko zieht wieder auf 50 % an, es bleibt jedoch meist bei vereinzelten, leichten Schauern oder Nieselregen. Die Temperaturen steigen auf 10 °C bis 12 °C.

🌧️ Nachmittag
Der Nachmittag präsentiert sich im gesamten Pfälzer Raum überwiegend stark bewölkt bis bedeckt. ECMWF und ARPEGE berechnen wiederkehrende, teils schauerartig verstärkte Regenfälle. Die Mengen bleiben mit 0,5 bis 1,5 l/m² eher gering, der ungemütliche Charakter überwiegt jedoch. Die Höchstwerte erreichen milde 12 °C bis 14 °C. Der Luftdruck stabilisiert sich bei etwa 1012 hPa. Die Luftfeuchtigkeit sinkt tagsüber minimal auf 80 %.

🌆 Abend
Am Abend hält das wechselhafte und windige Herbstwetter an. Die Wolkendecke bleibt dicht, und das Schauerrisiko verweilt bei 50 %. Der Wind weht weiterhin mäßig aus Südwest mit einzelnen Böen in freien Lagen. Die Temperaturen sinken langsam auf Werte um 10 °C.

🌙 Nacht
In der Nacht zum Freitag bleibt es weitgehend stark bewölkt. Ein echtes Aufklaren wird durch die anhaltende Advektion feuchter Luftmassen verhindert. Die Temperaturen gehen kaum zurück und verharren auf einem für die Jahreszeit recht milden Niveau von 8 °C bis 10 °C. Der Regen lässt vorübergehend nach, bevor im Laufe der zweiten Nachthälfte von Westen her die Vorboten eines neuen Frontensystems aufziehen.

Gewitterwahrscheinlichkeiten im Detail

⛈️ Eine genaue Analyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten für beide Tage zeigt ein sehr geringes bis quasi nicht vorhandenes Potenzial.

Die hochauflösenden Modelle ICON-D2 und WRF simulieren für den 21.10. und 22.10. extrem niedrige Werte beim labilitätsanzeigenden CAPE (Convective Available Potential Energy), welche meist nahe 0 J/kg liegen. Es fehlt an nennenswerter Racheinstrahlung durch die Sonne, um thermischen Auftrieb zu generieren. Zudem ist die Luftmasse in der Vertikalen stabil geschichtet. Zwar ist eine moderate vertikale Windscherung durch den auffrischenden Südwestwind vorhanden, mangels thermodynamischer Energie (Labilität) bleibt diese jedoch wirkungslos.

Erst zum darauffolgenden Freitag (23.10.2026) deutet das ECMWF im Zuge einer markanteren Kaltfrontpassage mit Höhenkaltluft ein leicht ansteigendes, aber immer noch geringes Gewitterrisiko an. Für Mittwoch und Donnerstag kann ein Auftreten von Blitz und Donner in der Pfalz mit einer Wahrscheinlichkeit von unter 5 % nahezu ausgeschlossen werden.

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