Das Wetter in der Pfalz, 25.08.2026 bis 26.08.2026

C-Band-Dualpol-Doppler-Radar des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-TRO) auf dem Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Es misst kontinuierlich Niederschläge und Wolkenstrukturen im Oberrheingraben.

Ein mächtiges Skandinavienhoch steuert das Wettergeschehen über Deutschland, wird jedoch an seiner Südflanke von feucht-warmen, instabilen Luftmassen aus Frankreich unterwandert. Für die Pfalz resultiert daraus am 25.08.2026 und 26.08.2026 eine signifikant zweigeteilte und zunehmend brisante Wetterlage. Während die globalen Computermodelle wie das ECMWF, ICON, GFS und GEM die großräumige Advektion subtropischer Warmluft stützen, zeigen die hochauflösenden Regionalmodelle ICON-D2 und WRF kleinräumige, teils unwetterartige Konvektionssignale. Die KI-gestützten Modellläufe des AIFS und das NAVGEM bestätigen zudem eine fortlaufend hohe Feuchteanreicherung in der unteren Troposphäre.

Dienstag, 25.08.2026

Morgen: Das ICON-D2 und das WRF-Modell prognostizieren dichte, von Frankreich heraufziehende Wolkenfelder, die den Tag einleiten. Der Himmel zeigt sich bereits stark bewölkt. Lokale, flache Nebelfelder in den Tälern des Pfälzerwaldes lösen sich durch die einsetzende Turbulenz rasch auf. Erste schauerartige Regenfälle greifen von Südwesten auf die Westpfalz über. Die Temperaturen bewegen sich in den Frühstunden zwischen kühlen 13 °C im Bergland und 15 °C in der Vorderpfalz. Die Taupunkte liegen mit 11 bis 13 °C noch im mäßig feuchten Bereich, während die relative Luftfeuchtigkeit mit rund 80 bis 90 % temporär sehr hoch ausfällt. Der Luftdruck sinkt leicht auf 1016 Hektopascal ab. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Nordost bis Ost mit Geschwindigkeiten um 10 km/h.

Vormittags: Die Niederschläge intensivieren sich gemäß den Berechnungen des ARPEGE- und GEM-Modells flächig. Der Regen nimmt schauerartigen Charakter an, wobei erste eingelagerte, gewittrige Entwicklungen die Pfalz von Süden her überqueren. Das ECMWF simuliert eine signifikante Zunahme der Bewölkung. Die Sonne zeigt sich kaum und die Einstrahlung bleibt minimal. Die Temperaturen steigen nur zögerlich auf Werte um 16 bis 18 Grad. Der Luftdruck verbleibt auf einem stabilen Niveau von etwa 1015 Hektopascal. Der Wind dreht leicht auf Ost-Südost, bleibt abseits der Schauerzellen mit 12 km/h schwach, frischt jedoch in Niederschlagsnähe spürbar auf.

Nachmittag: Das ICON-D2-Modell deutet auf die labilste Phase des Tages hin. Die Temperaturen erreichen trotz der dichten Bewölkung gedämpfte Höchstwerte von 18 bis 20 Grad. In der Vorderpfalz sind punktuell bis zu 22 Grad möglich, sofern die Wolkendecke kurzzeitig aufreißt. Die Taupunkte klettern auf schwüle 14 bis 16 Grad, was die relative Luftfeuchtigkeit auf hohem Niveau zwischen 70 und 80 % hält. Es kommt verbreitet zu Schauern, die lokal mit kräftigen Gewittern durchsetzt sind. Der Bodendruck sinkt minimal auf 1014 Hektopascal. Der Wind weht im Mittel schwach aus östlichen Richtungen, kann jedoch in Gewitternähe durch Abwinde stürmisch auffrischen.

Abend: Das GFS- und NAVGEM-Modell zeigen ein allmähliches Abklingen der stärksten konvektiven Aktivität, da die thermische Energie schwindet. Es verbleiben jedoch feuchte, hochreichende Wolkenfelder, aus denen es gebietsweise noch leicht bis mäßig weiterregnet. Die Temperaturen sinken langsam auf Werte um 17 Grad. Die Luft fühlt sich aufgrund der anhaltend hohen Luftfeuchtigkeit von über 85 % sehr drückend an. Der Wind flaut abseits der abziehenden Zellen komplett ab und dreht auf Nordost zurück. Der Luftdruck stabilisiert sich bei 1015 Hektopascal.

Nacht: In der Nacht zum Mittwoch beruhigt sich das Wetter laut AIFS und ECMWF spürbar. Die Wolken lockern im Verlauf der zweiten Nachthälfte teilweise auf. Durch die hohe Restfeuchte am Boden und die Abkühlung bilden sich in den Flussniederungen der Pfalz sowie im Pfälzerwald dichte Nebelfelder mit Sichtweiten unter 150 Metern. Die Temperaturen fallen auf Tiefstwerte zwischen 14 und 12 Grad. Der Taupunkt nähert sich der Lufttemperatur an, sodass die relative Luftfeuchtigkeit nahezu 95 bis 100 % erreicht. Der Wind weht kaum wahrnehmbar aus wechselnden, meist östlichen Richtungen.

Mittwoch, 26.08.2026

Morgen: Der Mittwoch beginnt im gesamten Vorhersagegebiet neblig-trüb. Die Sonne muss sich die bodennahen Kaltluft- und Nebelschichten mühsam wegheizen. Nach der Auflösung des Nebels zeigt sich der Himmel wechselnd bewölkt, aber zunächst trocken. Die Temperaturen starten bei milden 14 bis 15 Grad. Die Luftfeuchtigkeit sinkt mit fortschreitender Erwärmung von anfänglich 95 % auf etwa 75 %. Der Luftdruck steigt leicht an und pendelt sich auf 1017 Hektopascal ein. Der Wind weht schwach aus Süd bis Südwest.

Vormittags: Das europäische ECMWF und das globale GFS-Modell prognostizieren eine deutliche Wetterbesserung im Vergleich zum Vortag. Die Wolken brechen weiter auf und die Sonne setzt sich für mehrere Stunden durch. Die Einstrahlung sorgt für eine rasche Erwärmung auf 19 bis 22 Grad. Der Luftdruck bleibt stabil bei 1017 Hektopascal. Die Taupunkte verharren im mäßig feuchten Bereich um 13 Grad, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit auf angenehmere 60 % zurückgeht. Der Wind weht schwach aus südlichen Richtungen mit Spitzen von maximal 15 km/h.

Nachmittag: Unter dem Einfluss zunehmender Warmluftadvektion steigen die Temperaturen deutlich an und erreichen spätsommerliche Höchstwerte von 24 bis 26 Grad, entlang des Rheins sind lokal bis zu 27 Grad möglich. Es entwickelt sich eine freundliche Mischung aus viel Sonnenschein und harmlosen Quellwolken. Das WRF- und ICON-Modell berechnen für den Nachmittag eine weitgehend stabile Schichtung, sodass das Schauerrisiko sehr gering bleibt. Der Luftdruck sinkt am späten Nachmittag geringfügig auf 1015 Hektopascal. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Südwest.

Abend: Der Abend verläuft in der gesamten Pfalz sehr mild und verbreitet wolkenlos oder nur gering bewölkt. Die Temperaturen sinken nach Sonnenuntergang nur langsam auf Werte um 20 bis 18 Grad. Die Luftfeuchtigkeit steigt im Zuge der Abkühlung wieder auf über 75 %. Der Luftdruck verbleibt auf einem mittleren Niveau von 1015 Hektopascal. Der Wind schläft weitgehend ein und dreht auf südliche bis östliche Richtungen.

Nacht: Die Nacht zum Donnerstag gestaltet sich unter einem überwiegend klaren oder nur gering bewölkten Himmel ruhig. Lokale Nebelfelder beschränken sich auf die unmittelbare Nähe von Gewässern. Die Tiefstwerte liegen aufgrund der fehlenden Wolkendecke bei 14 bis 12 Grad. Die relative Luftfeuchtigkeit klettert in den frühen Morgenstunden wieder auf über 90 %. Der Luftdruck beginnt zum Morgen hin von Südwesten her zu fallen, was das Herannahen des nächsten Tiefdrucksystems ankündigt.

Analyse der Gewitterwahrscheinlichkeiten und Regenmengen

Die synoptische Struktur zeigt für den Dienstag, 25.08.2026, das höchste Unwetterpotenzial im Vorhersagezeitraum. Ursache ist eine wellende Frontalzone über Frankreich, die feucht-warme und instabil geschichtete Luftmassen in den Südwesten Deutschlands transportiert.

  • Instabilität und CAPE: Das hochauflösende ICON-D2-Modell simuliert für den Dienstagnachmittag moderate CAPE-Werte (Convective Available Potential Energy) von 400 bis 800 J/kg über der Pfalz. Gepaart mit einer moderaten bis hohen prognostizierten Blitzrate der ADAC Skipper-Modelllayer deutet dies auf eine Gewitterwahrscheinlichkeit von 60 bis 70 % hin.
  • Hebung und Scherung: Da die großräumige dynamische Hebung durch das Skandinavienhoch gedämpft wird, sind die Gewitter primär thermisch und orographisch an den Pfälzerwald gekoppelt. Die vertikale Windscherung ist nur schwach ausgeprägt, was die Wahrscheinlichkeit für langlebige Superzellen minimiert. Es ist stattdessen mit langsam ziehenden, pulsierenden Einzel- und Multizellen zu rechnen.
  • Niederschlagsmengen und Gefahren: Aufgrund der geringen Zuggeschwindigkeit der Zellen besteht lokal die Gefahr von heftigem Starkregen. Das WRF- und ARPEGE-Modell zeigen lokal eng begrenzte Niederschlagsspitzen von 15 bis 30 Litern pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit. Kleinkörniger Hagel (bis 2 cm Durchmesser) und stürmische Böen um 65 km/h (Bft 8) können beim Zusammenbrechen der konvektiven Zellen auftreten. Flächig berechnet das ECMWF-Ensemble für den gesamten Dienstag eine gemittelte Regenmenge von etwa 5 bis 12 mm für die Pfalz.
  • Beruhigung am Mittwoch: Für den Mittwoch, 26.08.2026, sinkt die Gewitterwahrscheinlichkeit durch den spürbaren Einfluss des skandinavischen Hochdruckkeils massiv auf unter 10 %. Die Luftschichtung stabilisiert sich nachhaltig. Das GEM- und ICON-Modell simulieren für diesen Tag keinerlei nennenswerte Niederschlagssignale in der Region, sodass mit einer trockenen Wetterphase zu rechnen ist.
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