Das Wetter in Westheim, Lingenfeld und Lustadt in der Pfalz, 27.08.2026 bis 28.08.2026

Synoptischer Wetterbericht für die direkt benachbarten südpfälzischen Gemeinden Westheim, Lingenfeld und Lustadt, basierend auf der synoptischen Synthese der führenden Globalmodelle (ECMWF, AIFS, GFS, GEM, ICON, NAVGEM) sowie den hochauflösenden Regional- und Kürzestfristmodellen (ICON-D2, WRF, ARPEGE).

Wetterbericht für Donnerstag, den 27.08.2026

Morgen
Der Tag startet in der Vorderpfalz gering bewölkt oder lokal nebelig. Die Modelle ICON-D2 und WRF deuten an, dass sich durch die hohe Feuchtigkeit der Vornacht in Flussnähe (Altrheinregion Lingenfeld) flache Frühnebelfelder bilden können, die sich nach Sonnenaufgang zügig auflösen. Die Temperaturen liegen am frühen Morgen bei frischen 16°C bis 19°C, während der Taupunkt mit 14°C bis 15°C eine noch angenehme Luftmasse anzeigt. Der Wind weht schwach mit etwa 6 bis 8 km/h aus Nordost. Der Luftdruck bewegt sich auf einem stabilen Niveau von rund 1017 hPa, und die relative Luftfeuchtigkeit ist mit 75% bis 80% morgendlich hoch. Niederschlag fällt in diesem Abschnitt keiner.

Vormittag
Es setzt sich strahlender Sonnenschein durch, wobei nur wenige, lockere Quellwolken (Cumulus humilis) den Himmel zieren. Laut dem globalen ECMWF- und dem KI-gestützten AIFS-Modell sorgt eine mäßige Warmluftadvektion für einen raschen Temperaturanstieg auf 21°C bis 24°C bis zum späten Vormittag. Die Luftfeuchtigkeit sinkt spürbar auf etwa 65% ab. Der Wind dreht leicht auf Ost bis Südost, bleibt aber mit 7 km/h kaum spürbar. Der Luftdruck beginnt im Zuge eines herannahenden Tiefausläufers minimal zu fallen.

Nachmittag
Am Nachmittag erreicht die Hitzewelle ihren Höhepunkt. Die Temperaturen klettern in Westheim, Lingenfeld und Lustadt auf schweißtreibende Spitzenwerte von 31°C bis 33°C. Zeitgleich führen die Modelle ARPEGE und GFS extrem feuchte Luftmassen aus dem Südwesten heran, wodurch die Taupunkte auf schwüle 18°C bis 20°C ansteigen. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei etwa 52% bis 55%. Der Himmel zieht von Südwesten her zunehmend mit dichteren mittelhohen Wolkenfeldern (Altocumulus) zu. Der Wind weht schwach bis mäßig aus südlichen Richtungen um 8 km/h, neigt jedoch in der Nähe von Lustadt zu ersten böigen Auffrischungen.

Abend
Die Bewölkung verdichtet sich weiter, und die Sonne zeigt sich kaum noch. Es bleibt drückend heiß mit Temperaturen zwischen 27°C und 31°C. Der Luftdruck sinkt signifikant auf 1012 hPa. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt im Zuge der herannahenden Front auf über 65%. Der Wind dreht auf West bis Südwest. Das hochauflösende ICON-D2 simuliert ab circa 19:00 Uhr erste isolierte, aber kräftige Schauer im Umland, die Regenmengen von lokal 2 bis 5 l/m² bringen können.

Nacht
In der Nacht bricht eine tropische Nacht über die Region herein, in der die Temperaturen nicht unter 20°C bis 24°C fallen. Der Himmel ist komplett bedeckt. ARPEGE, GFS und WRF zeigen übereinstimmend das Übergreifen von teils organisierten Regenschauern und Clustern. Die Regenmenge kann stark variieren und in Schauerbändern rasch zwischen 5 und 15 l/m² in wenigen Stunden betragen. Die Luftfeuchtigkeit steigt auf 80% bis 85%. Der Wind weht außerhalb von Böen schwach aus Nord bis West mit etwa 5 km/h.

Wetterbericht für Freitag, den 28.08.2026

Morgen
Der Freitagmorgen beginnt trüb, wolkenverhangen und nass. Das ECMWF sowie das kanadische GEM-Modell prognostizieren anhaltende, teils schauerartig verstärkte Niederschläge über Lingenfeld und Westheim. Die Temperaturen bewegen sich in einem engen, mild-feuchten Bereich von 17°C bis 19°C. Der Taupunkt verharriat auf einem hohen Niveau von 16°C, was zu einer relativen Luftfeuchtigkeit von fast 90% führt. Der Wind frischt spürbar auf, dreht dauerhaft auf Südwest und erreicht mittlere Geschwindigkeiten von 15 bis 20 km/h. Der Luftdruck erreicht mit etwa 1008 hPa seinen Tiefpunkt.

Vormittag

Das Hauptregengebiet zieht langsam nach Osten ab, hinterlässt jedoch eine feuchte und instabile Schichtung. Es bleibt überwiegend bewölkt mit gelegentlichen Auflockerungen, bei denen sich die Sonne kurzzeitig zeigt. Die Temperaturen steigen nur zögerlich auf 20°C bis 22°C. Die Luftfeuchtigkeit bleibt mit 75% erhöht. Der Südwestwind weht weiterhin mäßig mit einzelnen Böen bis 35 km/h. Die Nebelgefahr ist aufgrund der guten Durchmischung der Luftmasse durch den Wind zu vernachlässigen.

Nachmittag
Am Nachmittag stellt sich typisches Rückseitenwetter ein. Bei wechselnder Bewölkung mit einem Mix aus Sonne und Wolken steigen die Temperaturen auf kühlere, aber angenehmere Höchstwerte von 24°C bis 26°C. Der Taupunkt sinkt im Vergleich zum Vortag deutlich auf 12°C ab, sodass sich die Luft nicht mehr schwül anfühlt. Die Luftfeuchtigkeit pendelt sich bei 60% ein. Der Luftdruck beginnt im Zuge eines nachrückenden Zwischenhochs wieder auf 1013 hPa zu steigen. Der Südwestwind ist mit Böen von bis zu 40 km/h der dynamischste Faktor des Nachmittags. Einzelne kurze Schauer (Regenmenge unter 1 l/m²) sind nicht ganz ausgeschlossen.

Abend
Zum Abend hin stabilisiert sich das Wetter in Lustadt, Westheim und Lingenfeld zusehends. Die Wolkendecke reißt großflächig auf, und der Wind flaut spürbar ab (auf unter 12 km/h). Die Temperaturen sinken bei klarem bis gering bewölktem Himmel zügig auf 18°C bis 21°C ab. Die Luftfeuchtigkeit steigt durch die Abkühlung wieder auf 70%. Niederschläge treten keine mehr auf.

Nacht
Die Nacht zum Samstag verläuft ruhig und weitgehend sternenklar. Das NAVGEM-Modell und das ICON-Globalmodell zeigen ein synoptisch ungestörtes Absinken der Luftmassen. Die Temperaturen fallen auf herbstlich anmutende Tiefstwerte von 14°C bis 16°C. Da der Wind fast vollständig einschläft, können sich in den Niederungen und Wiesen entlang der Queich bei Lustadt flache Nebelfelder formieren. Die Luftfeuchtigkeit erreicht Spitzenwerte von 85% bis 90% bei einem weiter steigenden Luftdruck.

Genaue Analyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten

Die synoptische Konstellation zeigt am Donnerstag das klassische Bild einer schweren „Low-Pressure-Trigger“-Lage vor einer Kaltfront.

  • Donnerstag, Nachmittag bis Abend (15:00 – 21:00 Uhr):
    • Wahrscheinlichkeit: 35% – 40% (Isoliert/Lokal)
    • Modell-Diskurs: ICON-D2 und WRF berechnen für diesen Zeitraum den Aufbau von moderater bis hoher thermischer Instabilität (CAPE-Werte zwischen 800 und 1300 J/kg) gepaart mit einer hohen Feuchteflusskonvergenz im Rheintal. Da die synoptische Hebung (Dynamik) am Nachmittag noch schwach ausgeprägt ist, handelt es sich primär um Luftmassengewitter (Pulszellen). Sollten sich diese über dem Pfälzerwald bilden und nach Lustadt/Westheim ziehen, besteht lokal die Gefahr von Starkregen (bis 20 l/m² in kurzer Zeit) und Hagel aufgrund der hohen potenziellen Energie. Das NAVGEM und GEM unterschätzen diese Signale meist aufgrund ihrer gröberen Auflösung.
  • Donnerstag, Spätabend bis Nacht (21:00 – 04:00 Uhr):
    • Wahrscheinlichkeit: 75% – 80% (Organisiert/Frontal)
    • Modell-Diskurs: Hier zeigt sich die höchste Gefahrenstufe. ARPEGE, GFS und ECMWF simulieren das Übergreifen einer gut organisierten Gewitterlinie oder eines MCS (Mesoskaliges Konvektives System) aus Frankreich/Saarland heraus. Die Scherungswerte (0-6 km Shear) nehmen in den Abendstunden deutlich zu (auf 15-20 m/s), was die Organisation der Gewitter in Linienstrukturen begünstigt.

Hauptgefahren in der Nacht:

    • Starkregen: Aufgrund der extremen Feuchtigkeit (ausgedrückt durch die hohen Taupunkte um 19°C) sind lokal heftige Regenmengen von 20 bis 35 l/m² innerhalb einer Stunde möglich, was zu lokalen Überflutungen führen kann.
    • Sturmböen: Durch eingelagerte Downbursts (Fallböen) können schwere Sturmböen bis hin zu lokal orkanartigen Böen (85–100 km/h) auftreten, wenn die kühlere Luft aus den Gewittern in die heiße Bodenschicht stürzt.
  • Freitag (Gesamttag):
    • Wahrscheinlichkeit: < 10%
    • Modell-Diskurs: Mit dem Frontdurchgang in den frühen Morgenstunden wird die instabile, energiereiche Luftmasse vollständig nach Osten abgedrängt. Die nachrückende Luftmasse am Freitag ist stabil geschichtet und deutlich kühler. Schauer am Nachmittag sind rein stratiformer oder schwach konvektiver Natur ohne Blitz und Donner, da die CAPE-Werte auf nahezu 0 J/kg absinken.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert