Am Mittwoch, den 29.07.2026, erwartet die Südpfalz extreme Hitze unter Hochdruckeinfluss, während am Donnerstag, den 30.07.2026, eine markante Kaltfront mit hoher Unwetter- und Gewittergefahr die Region Westheim und Lustadt erreicht. Die verschiedenen numerischen Wettermodelle (ECMWF, GFS, ICON-D2, ARPEGE, AIFS, GEM, WRF, NAVGEM) zeigen für beide Tage ein konsistentes Szenario: Eine massive Advektion subtropischer Warmluft am Mittwoch, gefolgt von einer explosiven Luftmassenkonfrontation am Donnerstagnachmittag.
Wetterbericht für Mittwoch, 29.07.2026
Morgen
Der Morgen startet in Westheim und Lustadt strahlend klar und windstill. Letzte nächtliche Abkühlungen lassen die Temperaturen auf Minima zwischen 17 °C und 19 °C absinken. Der Luftdruck ist mit rund 1018 hPa hoch. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt in den frühen Morgenstunden bei rund 65 %, sinkt aber mit Sonnenaufgang rasch. Frühnebel bildet sich aufgrund der extrem trockenen Luftmasse in den höheren Atmosphärenschichten nicht. Der Taupunkt bewegt sich um moderate 12 °C, weshalb die Luft noch als angenehm empfunden wird.
Vormittag
Die Sonne scheint ungestört von wolkenlosem Himmel. Bis zum späten Vormittag klettern die Temperaturen rasant auf 26 °C bis 28 °C an. Der Wind weht nur schwach aus südöstlicher Richtung mit Geschwindigkeiten um 5 km/h. Der Luftdruck beginnt im Zuge des herannahenden Tiefs über Westeuropa leicht zu fallen. Die Luftfeuchtigkeit sinkt unter 45 %, und der Taupunkt verbleibt im stabilen Bereich bei 13 °C. Niederschläge sind absolut ausgeschlossen.
Nachmittag
Es herrscht eine extreme Wärmebelastung. Das hochauflösende ICON-D2-Modell und das globale ECMWF-Modell prognostizieren Höchstwerte von 36 °C bis vereinzelt 38 °C im Rheingraben. Die Sonnenscheindauer ist maximal, die UV-Belastung extrem hoch. Die relative Luftfeuchtigkeit bricht auf Wüsten-Niveau von etwa 22 % bis 25 % ein. Der Wind dreht auf Südwest bis West, bleibt mit 7 bis 10 km/h aber schwach. Der Taupunkt steigt leicht auf 14 °C an, der Luftdruck fällt weiter auf 1014 hPa.
Abend
Auch nach Sonnenuntergang bleibt es drückend heiß. Die Temperaturen gehen bis zum späten Abend nur langsam auf 28 °C bis 31 °C zurück. Der Himmel zeigt sich weiterhin sternenklar oder nur von dünnen Schleierwolken durchzogen. Der Wind schläft fast vollständig ein. Die Luftfeuchtigkeit erholt sich leicht auf 35 %, während der Taupunkt durch beginnenden Feuchteimport aus Westen auf 16 °C klettert, was die Luft zunehmend schwül wirken lässt.
Nacht
Es folgt eine tropische Nacht, in der die Thermometer in Westheim und Lustadt nicht unter 20 °C bis 22 °C fallen. Die Modelle NAVGEM und GEM berechnen eine zunehmende Bewölkung gegen Morgen. Der Luftdruck sinkt weiter ab. Die Luftfeuchtigkeit steigt auf 50 %, und der Taupunkt erreicht schwüle 17 °C. Es bleibt noch niederschlagsfrei
Wetterbericht für Donnerstag, 30.07.2026
Morgen
Der Donnerstag beginnt spürbar schwüler und bewölkter als der Vortag. Der Morgen bringt dichte mittelhohe Bewölkung bei Tiefstwerten um 21 °C. Der Luftdruck ist auf 1010 hPa gefallen. Der Wind frischt im Mittel leicht auf und weht mit 10 bis 15 km/h aus südwestlicher Richtung. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei hohen 60 %, und der Taupunkt verharrt auf einem drückenden Niveau von 18 °C. Dunst oder flacher Nebel kann sich über feuchten Wiesenabschnitten kurzzeitig bilden.
Vormittag
Die Bewölkung lockert zeitweise auf, sodass sich die Luft trotz reduzierter Sonneneinstrahlung nochmals stark aufheizen kann. Bis zum Mittag werden schweißtreibende 28 °C bis 31 °C erreicht. Der Wind nimmt kontinuierlich zu, mit ersten Böen aus Südwest um 35 km/h. Die Feuchtigkeit in der Luft ist hoch, was sich in einer relativen Luftfeuchtigkeit von 55 % und einem Taupunkt von knapp 19 °C widerspiegelt. Die Atmosphäre ist hochgradig instabil geladen.
Nachmittag
Am Nachmittag bricht die Hitzewelle unter schweren Unwettern zusammen. Das WRF- und das ICON-D2-Modell zeigen übereinstimmend den Durchgang einer scharf ausgeprägten Kaltfront. Die Temperaturen erreichen kurz vor Frontdurchgang ihr Maximum bei 33 °C bis 34 °C und stürzen bei Regen schlagartig um über 10 Grad ab. Der Wind dreht böig auf West und erreicht abseits von Gewittern Sturmböen von 70 bis 80 km/h (Bft 8–9). Die Luftfeuchtigkeit springt auf über 80 % an, der Luftdruck erreicht mit 1005 hPa seinen Tiefpunkt.
Abend
Kräftige, teils gewittrige Regengüsse bestimmen den Abend in Westheim und Lustadt. Die Temperaturen pendeln sich bei kühleren 18 °C bis 20 °C ein. Die Regenmengen summieren sich rasch auf. Der Wind weht anhaltend mäßig bis stark aus West, flaut jedoch in Böen langsam ab. Die relative Luftfeuchtigkeit nähert sich der Sättigungsgrenze von 90 %, der Taupunkt sinkt mit der einströmenden Polarluft auf erfrischende 14 °C.
Nacht
In der Nacht zum Freitag klingen die Niederschläge allmählich nach Osten ab. Der Himmel lockert stellenweise auf. Die Temperaturen sinken auf erfrischende Tiefstwerte von 15 °C bis 17 °C. Der Luftdruck beginnt hinter der Front wieder langsam zu steigen. Der Wind weht nur noch schwach bis mäßig aus Nordwest, und die Luftfeuchtigkeit bleibt mit 85 % hoch, während der Taupunkt auf angenehme 11 °C zurückgeht.
Analyse der Gewitterwahrscheinlichkeiten
- Mittwoch (29.07.2026): Die Gewitterwahrscheinlichkeit liegt den gesamten Tag über bei unter 5 %. Zwar ist durch die extreme Überhitzung (CAPE-Werte steigen theoretisch an) enorm viel Energie im System, allerdings sorgt eine mächtige Absinkinversion (sogenannter „Deckel“) der Hochdruckzone dafür, dass keine Vertikalbewegungen stattfinden können. Die Atmosphäre bleibt stabil geschichtet.
- Donnerstag (30.07.2026) – Fokus Nachmittag & Abend: Die Gewitterwahrscheinlichkeit schnellt ab ca. 14:00 Uhr auf 80 % bis 90 % hoch. Das Zusammenspiel aus hoher labiler Energie (CAPE teils über 1500 J/kg), extrem schwüler Luft (Taupunkte um 19 °C) und der dynamischen Hebung durch die einlaufende Kaltfront bietet den perfekten Nährboden für explosive Zellentwicklungen.
- Unwetterpotenzial: Die Modelle ARPEGE, GFS und ECMWF deuten die Organisation der Gewitter in einer rasant ziehenden Böenlinie (Squall Line) oder als kräftige Multizellen an. Dabei besteht ein hohes Potenzial für schwere Sturmböen bis hin zu lokalen Orkanböen zwischen 90 und 110 km/h (Bft 10–11) sowie kleinkörnigen Hagel.
- Regenmengen: Aufgrund der hohen Precipitable Water-Werte (hoher Gesamtwassergehalt der Atmosphäre) ist mit heftigem Starkregen zu rechnen. Die simulierten Regenmengen variieren stark: Während das GFS-Modell flächig 15 bis 25 l/qm berechnet, simulieren die hochauflösenden Modelle WRF und ICON-D2 eng begrenzte, konvektive Spitzen von 30 bis 40 l/qm innerhalb kürzester Zeit, was in Westheim und Lustadt lokal zu kurzzeitigen Überflutungen führen kann. Bis zum späten Abend sinkt das Risiko mit Abzug der Front rapide gegen null.