Synoptischer Wetterbericht für die Pfalz vom 22.10.2026 bis 23.10.2026

Die synoptische Analyse zeigt eine komplexe Wetterlage über Mitteleuropa. Ein westeuropäischer Trogluftvorstoß interagiert mit milder, feuchter Warmluft aus dem Mittelmeerraum. Der Abgleich der globalen und regionalen Wettermodelle (ECMWF, AIFS, GFS, GEM, ICON, ARPEGE, NAVGEM sowie die hochauflösenden WRF und ICON-D2) erlaubt eine detaillierte und präzise zeitliche Differenzierung für die Pfalz (Vorderpfalz, Südpfalz, Westpfalz und Pfälzerwald).

Donnerstag, 22.10.2026

🌅 Morgen
Die Pfalz startet unter dem Einfluss eines abziehenden Zwischenhochs mit flachen Druckgradienten (Luftdruck ca. 1016 hPa). In den Tälern des Pfälzerwaldes und entlang des Rheins bildet sich teils dichter Strahlungsnebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. Die Bewölkung ist gering, meist zeigt sich der Himmel klar. Die Temperaturen liegen frisch zwischen 4°C in der Westpfalz und 7°C in der wärmeren Vorderpfalz. Die relative Luftfeuchtigkeit ist mit 95% extrem hoch. Der Taupunkt liegt mit 3°C bis 5°C dicht an der Lufttemperatur. Der Wind weht schwach und unbedeutend aus östlichen Richtungen. Niederschläge treten nicht auf, das Regenrisiko liegt bei unter 5%.

☀️ Vormittag
Mit steigendem Sonnenstand löst sich der Nebel bis ca. 10:30 Uhr vollständig auf. Es folgt ein recht freundlicher Abschnitt mit viel Sonnenschein. ICON-D2 und WRF berechnen von Westen her den Aufzug erster hoher Schleierwolken (Cirrus), die das Sonnenlicht jedoch kaum dämpfen. Die Temperaturen klettern rasch auf Werte zwischen 11°C und 14°C. Die Luftfeuchtigkeit sinkt auf angenehme 65%, während der Luftdruck leicht auf 1014 hPa fällt. Der Wind dreht auf Süd bis Südost und frischt im Bergland leicht auf. Das Niederschlagsrisiko bleibt bei 0%.

⛅ Nachmittag
Die südliche Strömung führt spürbar mildere Luftmassen heran. Die Temperaturen erreichen ihr Tagesmaximum bei 16°C im Pfälzerwald und bis zu 19°C in den Weinlagen der Südpfalz. Die Bewölkung verdichtet sich von Frankreich her (Altocumulus-Schichten), das ECMWF und das KI-gestützte AIFS-Modell halten die Region jedoch noch trocken. GFS und GEM prognostizieren erste schwache, isolierte Schauer gegen späten Nachmittag im Westen, die Regenmenge bleibt mit maximal 0,5 mm minimal. Das Regenrisiko steigt in Pirmasens und Zweibrücken auf 30%, in Ludwigshafen bleibt es bei 10%. Der Luftdruck sinkt weiter auf 1010 hPa. Der Taupunkt steigt auf 10°C, die relative Feuchte liegt bei 55%. Der Wind frischt spürbar auf und erreicht in Böen Stärke 4 aus Südwescht.

🌆 Abend
Eine Kaltfront nähert sich von Luxemburg her. Die Bewölkung schließt sich komplett. WRF und ICON-D2 simulieren einsetzenden, schauerartigen Regen in der gesamten Westpfalz, der sich bis Mitternacht in die Vorderpfalz verlagert. Die Regenmengen betragen flächendeckend 2 bis 5 mm innerhalb weniger Stunden. Der Wind dreht auf Südwest und lebt spürbar auf, mit Böen bis 45 km/h im Pfälzerwald. Die Temperaturen gehen langsam auf 12°C bis 14°C zurück. Die Luftfeuchtigkeit steigt wieder auf über 85%. Der Luftdruck sackt auf 1006 hPa ab.

🌌 Nacht
Die Frontpassage zieht über die Region hinweg. Es regnet zeitweise kräftig bei einer simulierten Regenmenge von 5 bis 8 mm (ARPEGE und GFS sind hier am progressivsten). Die Tiefsttemperaturen sinken kaum und stagnieren aufgrund der dichten Wolken und des Windes bei milden 9°C bis 11°C. Die Luftfeuchtigkeit beträgt nahezu 100%, der Taupunkt liegt bei 9°C. Der Luftdruck erreicht mit 1003 hPa seinen Tiefpunkt. Nebelige Abschnitte durch aufliegende Bewölkung im Pfälzerwald erschweren die Sicht auf den Höhenstraßen.

Freitag, 23.10.2026

🌧️ Morgen
Der Freitag beginnt wechselhaft und wolkenverhangen. Die Hauptniederschlagszone der Kaltfront ist nach Osten abgezogen, dahinter schließt sich eine wechselhafte Rückseitenwetterlage an. Der Himmel ist wolkenreich (Cumulus- und Stratocumulus-Bewölkung). Gelegentlich fällt leichter Sprühregen oder es kommt zu kurzen Schauern. Die Regenmenge am Morgen liegt bei ca. 1 mm, das Risiko beträgt 60%. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 8°C und 10°C. Der Taupunkt verharrt bei 8°C, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 90%. Der Wind weht mäßig aus West mit vereinzelten Böen um 35 km/h. Der Luftdruck beginnt sich leicht zu erholen und steigt auf 1005 hPa.

🌦️ Vormittag
In labil geschichteter Meereskaltluft kommt es zu einer leichten Auflockerung der Bewölkung, wodurch sich kurze sonnige Phasen ergeben. Gleichzeitig entwickeln sich im Tiefland rasch neue Schauerzellen. Das ICON-D2 Modell deutet eine erhöhte Schauerdynamik über dem Donnersbergkreis an. Die Temperaturen steigen verhalten auf 11°C bis 13°C. Der Luftdruck klettert auf 1008 hPa, während die relative Luftfeuchtigkeit auf 75% zurückgeht. Der Wind bleibt spürbar aus westlichen Richtungen und verhindert großflächige Nebelbildung.

🌦️ Nachmittag
Der Nachmittag verläuft typisch für eine wechselhafte Westwetterlage. Phasen mit Sonnenschein wechseln sich im 30-Minuten-Takt mit kräftigen Regenschauern ab. Das GEM und NAVGEM-Modell berechnen für den Nachmittag kumulierte Regenmengen von lokal bis zu 4 mm. Die Höchstwerte erreichen maximal 12°C in Hochlagen und 15°C entlang des Rheins, was sich durch den Wind deutlich kühler anfühlt. Der Taupunkt sinkt auf 6°C, die Feuchtigkeit pendelt um 70%. Der Westwind frischt in Schauernähe markant auf, Böen der Stärke 6 (bis 50 km/h) sind möglich.

🌆 Abend
Mit dem Nachlassen der Sonneneinstrahlung stabilisiert sich die Atmosphäre merklich. Die Schauertätigkeit kollabiert zusehends und die Bewölkung lockert von Westen her stark auf. Der Himmel zeigt sich oft nur noch gering bewölkt. Die Temperaturen fallen rasch auf 7°C bis 9°C. Der Luftdruck steigt kontinuierlich auf 1012 hPa. Die Luftfeuchtigkeit klettert wieder gegen 90%, der Wind flaut deutlich ab und dreht auf Nordwest. Das Niederschlagsrisiko sinkt auf unter 15%.

🌌 Nacht
Unter einem aufziehenden neuen Hochdruckkeil klart der Himmel über der Pfalz weitgehend auf. Der Wind schläft fast vollständig ein. Durch die starke Strahlungsabkühlung sinken die Temperaturen drastisch auf Werte zwischen 2°C im Pfälzerwald und 5°C in Landau und Neustadt. In Bodennähe ist in windgeschützten Muldenlagen der Westpfalz erster leichter Bodenfrost bis -1°C möglich. Aufgrund der Restfeuchte bildet sich rasch dichter Strahlungs- und Flußnebel, besonders in den Tälern. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 98%, der Taupunkt liegt exakt bei der Lufttemperatur. Der Luftdruck stabilisiert sich bei soliden 1015 hPa.

Genaue Analyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten

⚡ Die Analyse der thermodynamischen Parameter (insbesondere CAPE und Lifted Index) zeigt für den Vorhersagezeitraum eine generell geringe bis eng begrenzte Gewitterwahrscheinlichkeit, die jedoch eine genaue zeitliche und modellseitige Differenzierung erfordert:

  • Frontpassage am Donnerstagabend (22.10.): Beim Eintreffen der Kaltfront in den späten Abendstunden simulieren die hochauflösenden Regionalmodelle WRF und ICON-D2 eine schmale Linie mit erhöhter Reflektivität. Aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit fehlt die diurnale (sonnenbedingte) Einstrahlung. Die CAPE-Werte (Konvektive verfügbare potenzielle Energie) sind mit 50 bis 100 J/kg extrem niedrig. Dennoch ist die Dynamik entlang der Front durch starke Windscherung hoch. Das ECMWF und GFS prognostizieren eine Gewitterwahrscheinlichkeit von lediglich 5% bis 10%. Sollte sich ein Gewitter entwickeln, tritt dieses primär als eingelagerte Struktur in der Schauerlinie auf, begleitet von kurzzeitigem Starkregen und stürmischen Böen, primär im Pfälzerwald.
  • Rückseitenwetter am Freitagnachmittag (23.10.): In der eingeflossenen Höhenkaltluft (ca. -25°C in 500 hPa Höhe) steilt sich der vertikale Temperaturgradient am Freitagnachmittag auf. ICON-D2 und ARPEGE berechnen lokal eng begrenzte CAPE-Werte von bis zu 150 J/kg über der Südpfalz und der Vorderpfalz. Dies reicht aus, um die Schauer kräftig vertikal wachsen zu lassen. Die Wahrscheinlichkeit für kurze, isolierte Graupelgewitter steigt in den Nachmittagsstunden (13:00 bis 17:00 Uhr) auf 25% bis 30% an. Diese Zellen zeichnen sich durch eine hohe Blitzfrequenz aus, sind jedoch von kurzer Dauer (Lebensdauer ca. 15-20 Minuten) und ziehen rasch nach Osten ab. Organisierte schwere Gewitterlagen oder Superzellen werden von keinem der neun Modelle gestützt.
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