Die Analyse basiert auf der synoptischen Abwägung der globalen (ECMWF, GFS, GEM, ICON, NAVGEM, AIFS) und regionalen beziehungsweise hochauflösenden Wettermodelle (ICON-D2, WRF, ARPEGE).
Wetterentwicklung am Dienstag, den 15.09.2026
Morgen
In den frühen Morgenstunden liegt die Pfalz unter dem Einfluss eines sich abschwächenden Hochdruckkeils bei einem Luftdruck von etwa 1016 hPa. Die hochauflösenden Modelle ICON-D2 und WRF signalisieren in den Flussniederungen von Rhein und Lauter sowie in den Tälern des Pfälzerwaldes lokalen, teils dichten Strahlungsnebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 88 bis 93 Prozent sehr hoch. Die Temperaturen bewegen sich im kühlen Bereich zwischen 13 und 15 Grad, während die Taupunkte bei 12 bis 13 Grad nahe am Sättigungspunkt liegen. Der Wind weht schwach und unbedeutend aus südlichen Richtungen.
Vormittag
Der Nebel löst sich unter der Einstrahlung der Sonne rasch auf. ECMWF und das KI-basierte AIFS zeigen eine rasche Wolkenauflösung, sodass sich landesweit ein strahlend sonniger Charakter einstellt. Der Luftdruck sinkt im Zuge einer sich von Nordwesten her nähernden Kaltfront geringfügig auf 1014 hPa. Die Temperaturen steigen zügig an und erreichen bis zum Ende des Vormittags bereits warme 20 bis 23 Grad bei einer auf etwa 60 bis 70 Prozent sinkenden relativen Luftfeuchtigkeit. Der Wind frischt nur unmerklich auf und kommt meist aus Südwest.
Nachmittag
Am Nachmittag wird der Höhepunkt der spätsommerlichen Advektion warmer Luftmassen erreicht. Die Globalmodelle GFS und GEM stützen Höchsttemperaturen von 26 bis 28 Grad, lokal an der Weinstraße sind bis zu 29 Grad möglich. Der Taupunkt steigt spürbar auf 15 bis 17 Grad an, was die Luft zunehmend schwül und labil (Zunahme von CAPE-Werten) werden lässt. Trotz aufkommender hoher Schleierwolken aus Westen dominiert zunächst der Sonnenschein. Der Wind dreht stabil auf Südwest und nimmt im Mittel auf 10 bis 15 km/h zu. Niederschläge fallen am Nachmittag noch keine, die Regenmenge bleibt bei 0 Litern pro Quadratmeter.
Abend
Mit fortschreitender Annäherung der frontalen Störungszone verdichtet sich die Bewölkung von der Westpfalz her zusehends. ARPEGE und ICON zeigen übereinstimmend eine Zunahme von mittelhoher und tiefer Bewölkung. Die Temperaturen gehen nur langsam auf 22 bis 25 Grad zurück. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt wieder gegen 70 Prozent, während der Luftdruck weiter auf 1011 hPa fällt. Erste präfrontale Hebungsprozesse führen zu einer steigenden Gewitterbereitschaft im Grenzbereich zum Saarland, der Großteil der Pfalz bleibt jedoch noch trocken.
Nacht
In der Nacht auf Mittwoch greift die Kaltfront auf die Pfalz über. ECMWF und ICON-D2 berechnen den Durchgang eines verwellten Frontensystems. Es setzt schauerartiger, teils gewittriger Regen ein. Die akkumulierte Regenmenge schwankt modellbedingt stark zwischen 2 und 8 Litern pro Quadratmeter, lokal bei Starkregen auch mehr. Die Luft kühlt auf Tiefstwerte von 16 bis 14 Grad ab, bei einer Luftfeuchtigkeit von fast 100 Prozent. Der Luftdruck erreicht mit 1008 hPa seinen Tiefpunkt. Der Wind dreht auf West bis Nordwest und frischt in Schauernähe böig auf.
Wetterentwicklung am Mittwoch, den 16.09.2026
Morgen
Der Mittwochmorgen startet verbreitet wolkenverhangen und nass. Die Kaltfront liegt genau über der Region. Es regnet flächig, wobei das WRF-Modell die Hauptniederschlagsfelder über der Vorderpfalz sieht. Die Temperaturen sind im Vergleich zum Vortag spürbar eingebrochen und liegen bei nur noch 15 bis 16 Grad. Der Taupunkt folgt der fallenden Tendenz und sinkt auf 13 Grad. Die Luftfeuchtigkeit stagniert bei 90 bis 95 Prozent. Es weht ein mäßiger, in Böen spürbarer Westwind. Nebel ist aufgrund der guten Durchmischung durch den Wind kein Thema, allerdings kommt es zu Sichtbehinderungen durch den anhaltenden Regen.
Vormittag
Im Laufe des Vormittags zieht das Hauptregengebiet nach Osten ab. Dahinter lockert die Wolkendecke laut den Simulationen von NAVGEM und GEM zeitweise auf, und die Sonne zeigt sich kurzzeitig. Es verbleibt jedoch in der postfrontalen, labil geschichteten Rückseitenluft eine ausgeprägte Schauerneigung. Der Luftdruck beginnt von Westen her wieder leicht auf 1011 hPa zu steigen. Die Temperaturen stagnieren im kühlen Bereich um 17 bis 18 Grad. Der Westwind weht frisch mit Böen um 35 km/h.
Nachmittag
Am Nachmittag etabliert sich typisches Rückseitenwetter. Ein Wechselspiel aus kurzen sonnigen Abschnitten und dichten Quellwolken bestimmt das Himmelsbild. Wiederholt kommt es zu Schauern, die im Pfälzerwald durch Staueffekte intensiviert werden. Die zusätzliche Regenmenge am Nachmittag liegt im Mittel bei 1 bis 3 Litern pro Quadratmeter. Die Höchsttemperaturen erreichen nur noch gedämpfte 19 bis 21 Grad, in höheren Lagen des Pfälzerwaldes bleibt es mit 16 Grad noch kühler. Die relative Luftfeuchtigkeit pendelt sich bei 65 bis 75 Prozent ein.
Abend
Zum Abend hin stabilisiert sich die atmosphärische Schichtung durch den einsetzenden Zwischenhocheinfluss. Die Schauertätigkeit lässt rasch nach, und die Quellbewölkung fällt in sich zusammen. ICON und ECMWF prognostizieren einen weitgehend aufklarenden Himmel. Die Temperaturen sinken bei nachlassendem Westwind rasch auf 14 bis 12 Grad. Der Luftdruck steigt kontinuierlich an und erreicht am späten Abend etwa 1015 hPa. Die Luftfeuchtigkeit zieht infolge der Abkühlung wieder auf über 80 Prozent an.
Nacht
Die Nacht zum Donnerstag verläuft unter einem meist sternenklaren Himmel. Durch die starke nächtliche Ausstrahlung sinken die Temperaturen drastisch ab und erreichen Minima von 11 bis 9 Grad, in den bekannten Muldenlagen des Pfälzerwaldes sind einstellige Werte um 7 Grad zu erwarten. Der Taupunkt sackt auf 8 bis 6 Grad ab. Bei Windstille bildet sich in den feuchten Niederungen erneut dichter Nebel. Die relative Luftfeuchtigkeit erreicht abermals Werte nahe der Sättigungsgrenze, während der Luftdruck stabil bei 1018 hPa verweilt.
Analyse der Gewitterwahrscheinlichkeiten
Die prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten weisen eine klare zeitliche und räumliche Dynamik auf. Am Dienstagnachmittag ist das Risiko trotz der spürbaren Schwüle und steigender Taupunkte (um 16 Grad) extrem gering und liegt pfälzweit unter 5 Prozent. Es fehlt ein dynamischer Hebungsantrieb, da die Pfalz noch im Warmsektor unter leichtem Absinken liegt. Eine thermische Auslöse über dem Pfälzerwald wird von ICON-D2 und ARPEGE aufgrund einer markanten Absinkinversion im mittleren troposphärischen Niveau unterdrückt.
Die kritische Phase beginnt am Dienstagabend ab etwa 20:00 Uhr im Westen der Pfalz. Mit Annäherung der Kaltfront wird die Inversion durchbrochen. Die Gewitterwahrscheinlichkeit steigt in der Westpfalz sprunghaft auf 40 bis 50 Prozent an. Da die Front jedoch erst in der ersten Nachthälfte (22:00 bis 03:00 Uhr) die Pfalz vollständig überquert, geht den Gewittern der thermische Direktantrieb des Tages verloren. Das ECMWF und das GFS-Modell zeigen eine moderate Deckelung der Labilität in der Nacht, weshalb die Gewitterwahrscheinlichkeit für die Gesamtpfalz bei 30 bis 40 Prozent verbleibt. Aufgrund der vorhandenen Windscherung in den unteren Kilometern können einzelne Zellen linienartig organisiert sein und mit lokalem Starkregen sowie stürmischen Böen bis 65 km/h einhergehen. Hagel spielt aufgrund der abendlichen Stabilisierung kaum eine Rolle.
Am Mittwochvormittag sinkt das Gewitterrisiko mit dem Abzug der Front auf unter 10 Prozent. Am Mittwochnachmittag steigt die Wahrscheinlichkeit in der höhenkalten Rückseitenluft (ca. -22 Grad in 500 hPa) nochmals leicht auf 20 Prozent an. Das ICON-Modell deutet vereinzelte, kurzlebige Kaltfrontgewitter (Graupelschauerniveau) an, die aufgrund der raschen Verlagerung jedoch keine unwetterartigen Regenmengen bringen. Ab dem Mittwochabend ist das Gewitterrisiko mit der Etablierung des Zwischenhochs vollständig erloschen (0 Prozent).