Das Wetter in Westheim und Lustadt in der Pfalz, 6.08.2026 bis 7.08.2026

Für Westheim und Lustadt (Pfalz) zeichnet sich am 6. und 7. August 2026 ein wechselhafter, teils hochsommerlicher Wettercharakter ab, der am Freitagabend in eine signifikante Gewitterlage übergeht.

Die führenden Globalmodelle (ECMWF, GFS, ICON, GEM, ARPEGE) sowie das KI-gestützte AIFS und die hochauflösenden Regionalmodelle (ICON-D2, WRF) zeigen eine gute Signalübereinstimmung bei der grundlegenden Luftmassenverteilung. Während der Donnerstag unter leichtem Hochdruckeinfluss noch weitgehend stabil bleibt, führt ein herannahender Trog aus Westen am Freitagnachmittag und -abend hochgradig instabile, feuchtwarme Subtropikluft in die Vorderpfalz.

Donnerstag, 6. August 2026

Morgen

Der Tag startet in Westheim und Lustadt strahlend klar und frisch. Nach Berechnungen von ICON-D2 und WRF liegen die Frühwerte zwischen 14°C und 16°C. Die Taupunkte sind mit 11°C bis 13°C niedrig, was für ein angenehmes, trockenes Gefühl sorgt. Der Luftdruck ist mit rund 1018 hPa stabil. Die Luftfeuchtigkeit ist morgens mit ca. 80 % hoch, sinkt aber mit Sonnenaufgang rasch. Es gibt keinerlei Nebel- oder Niederschlagssignale; der Wind weht kaum wahrnehmbar aus wechselnden Richtungen.

Vormittag

Die Sonne scheint ungehindert von einem nahezu wolkenlosen Himmel. Die Temperaturen steigen zügig an und erreichen bis zum Ende des Vormittags bereits 22°C bis 24°C. Der Wind dreht schwach auf Nordost bis Ost mit Geschwindigkeiten um 5 bis 10 km/h. Die relative Luftfeuchtigkeit geht auf unter 50 % zurück. Alle Modelle (inklusive AIFS und NAVGEM) prognostizieren absolute Trockenheit.

Nachmittag

Es stellt sich hochsommerliches, mäßig warmes Wetter ein. Das Maximum der Temperatur liegt laut GFS und ECMWF bei 26°C bis 28°C. Am Himmel zeigen sich lediglich harmlose, flache Schönwetterwolken (Cumulus humilis). Der Taupunkt klettert leicht auf 14°C, die Luft fühlt sich jedoch weiterhin nicht schwül an. Die Regenmenge beträgt 0 mm. Der Wind bleibt schwach aus östlichen Richtungen.

Abend

Nach Sonnenuntergang kühlt es in der offenen Rheinebene spürbar, aber angenehm ab. Gegen 22:00 Uhr werden noch 20°C bis 22°C gemessen. Der Himmel ist sternenklar. Der Luftdruck beginnt am späten Abend im Vorfeld des westlichen Troges minimal zu fallen und erreicht 1015 hPa.

Nacht

Die Nacht zum Freitag verläuft ruhig und trocken. Die Tiefstwerte sinken auf 15°C bis 17°C. Die Luftfeuchtigkeit steigt im Laufe der Nacht wieder auf 75 bis 85 % an. In Flussnähe (Queich/Rhein-Nähe) kann sich laut WRF lokal flacher, kurzlebiger Bodennebel bilden, der den Verkehr jedoch nicht behindert. Die Gewitterwahrscheinlichkeit liegt in dieser Nacht bei 0 %.

Freitag, 7. August 2026

Morgen

Der Freitag beginnt zunächst freundlich mit viel Sonnenschein, allerdings ziehen von Westen her bereits erste hohe Schleierwolken (Cirrus) auf. Sie künden den Wetterwechsel an. Die Temperaturen sind mit 17°C bis 19°C spürbar wärmer als am Vortag. Der Luftdruck fällt weiter auf 1012 hPa. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, die Taupunkte steigen auf 15°C – ein erstes Anzeichen für die einströmende Feuchtigkeit.

Vormittag

Die Bewölkung verdichtet sich von Frankreich her zunehmend. Die Sonne scheint nur noch fahl durch die Wolken- und Altocumulus-Schichten. Dennoch heizt sich die Luftmasse massiv auf; am späten Vormittag werden bereits 24°C bis 26°C erreicht. Die Schwüle nimmt deutlich zu, da der Taupunkt die markante Grenze von 17°C überschreitet. Der Wind frischt leicht auf und dreht auf Süd bis Südwest.

Nachmittag

Es wird drückend schwül und heiß. Das Thermometer steigt auf Spitzenwerte von 29°C bis 31°C. Das GEM– und das ARPEGE-Modell deuten an, dass die Labilität der Atmosphäre (CAPE-Werte über 1200 J/kg) im Bereich der Südpfalz drastisch zunimmt. Die Luftfeuchtigkeit liegt trotz der Hitze bei rund 55 %, da der Taupunkt extrem hohe Werte von 18°C bis 20°C erreicht. Erste isolierte, heftige Vorläufergewitter sind ab dem späten Nachmittag zu 30 % wahrscheinlich.

Abend

Hauptphase der Gewitterlage (Präfrontale Konvergenz / Kaltfront): Zwischen 18:00 Uhr und 23:00 Uhr steigt die Gewitterwahrscheinlichkeit auf 85 %. Die hochauflösenden Modelle ICON-D2 und WRF simulieren die Passage einer organisierten Gewitterlinie (evtl. ein MCS oder eine ausgeprägte Böenlinie).

  • Regenmenge: Innerhalb kurzer Zeit können 15 bis 30 l/m² fallen, punktuell durch Starkregen auch bis zu 40 l/m² (Überflutungsgefahr für Keller und Straßen).
  • Wind: Bei Gewitterdurchgang drohen schwere Sturmböen oder schwere Gewitterböen aus West bis Nordwest zwischen 75 und 95 km/h (Bft 9–10).
  • Thermik: Die Temperatur stürzt bei Regen schlagartig auf 18°C ab. Der Luftdruck erreicht mit 1007 hPa seinen Tiefpunkt und steigt nach Frontdurchgang rapide an.

Nacht

Die Gewitterzellen ziehen nach Osten über den Rhein ab. In der zweiten Nachthälfte regnet es aus der geschlossenen Wolkendecke nur noch schauerartig nach. Die prognostizierte Restregenmenge liegt bei weiteren 2 bis 5 l/m². Der Wind flaut abseits der Gewitter ab, weht aber mäßig aus West. Die Luft kühlt auf erfrischende 14°C bis 16°C ab, und die extreme Schwüle ist vollständig ausgeräumt. Die Taupunkte sinken wieder auf angenehme 12°C.

Detailanalyse der prognostizierten Gewitterwahrscheinlichkeiten

Die Gewitterlage am Freitagabend (7. August) besitzt signifikantes Unwetterpotenzial für den Raum Westheim/Lustadt.

Die Globalmodelle ECMWF und GFS stützen einmütig das Übergreifen eines Kurzwellentroges, der auf eine hochgradig instabile Luftmasse trifft. Das ICON-D2 zeigt für den Abend extreme synoptische Parameter: Die berechnete pseudopotenzielle Temperatur (Theta-E) erreicht Spitzenwerte, was auf einen enormen Energiegehalt der Luft hinweist. Aufgrund mäßiger bis starker Windscherung in den unteren und mittleren Atmosphärenschichten (0–6 km Scherung um 20 m/s) besteht die Gefahr, dass sich die Gewitter organisieren.

Es ist mit Starkregen, Hagel (bis 3 cm Durchmesser) und insbesondere mit organisierten Sturmböen zu rechnen. Die Wahrscheinlichkeit für isolierte Superzellen am späten Nachmittag ist geringer (ca. 20 %), das Risiko für eine schwere, linienhafte Gewitterstruktur am Abend hingegen deckungsgleich über fast alle Modellläufe hinweg sehr hoch (85 %).

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